Archiv der Kategorie: Aktionen

Materialspende für urbane Gärten

Vom Mohnblumenprojekt auf dem Königsplatz sind Spanplatten zu haben, mit denen der Container verkleidet war. Es sind insgesamt fast 100m² Platten (je ca. 2 x 2,80 m; Stärke 19 mm), die einseitig mit schwarzer Farbe gestrichen sind. Man könnte damit ggf. ein Gartenhaus oder Hochbeete oder andere schöne und nützliche Sachen für den Garten bauen.

Innerhalb Münchens könnte der Künstler Herr Kuhn die Platten eventuell auch bringen. Er braucht aber unbedingt bis zum 4.12.2018 Rückmeldung, danach würden die Platten zersägt und entsorgt werden müssen!

Bei Interesse bitte bei Herrn Kuhn melden (per E-Mail).

Endspurt: Erste Runde Insektensommer

Nutzen Sie noch heute Ihren Gartenaufenthalt zum Insektenzählen. Die beiden Naturschutzverbände Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben Anfang Juni zu einem bayernweiten „citizen science“-Projekt aufgerufen, bei dem alle Bürger*innen mit ihren Rechercheergebnissen an einer Studie zum aktuellen Insektenbestand teilnehmen können.

Vom 1. bis zum 10. Juni sowie vom 3. bis zum 12. August dauert die Aktion „Insektensommer“. Damit bezwecken die Verbände neben dem Erheben von Daten auch, die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der rund 33.000 Insektenarten in Deutschland zu wecken. Zivilgesellschaft, Politik und Landwirtschaft sollen für den Schutz dieser Tiergruppe sensibilisiert werden. Käfer, Die Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten sind eine wichtige Ergänzung für ein landesweites, professionelles Monitoring, das die Landesregierung bald anpacken sollte.

Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Je Zählzeitraum wird besondere Aufmerksamkeit auf acht in Deutschland besonders häufig vorkommende Arten gerichtet. Im Juni sind das Steinhummel, Asiatischer Marienkäfer, Blutzikade, Hainschwebfliege, Lederwanze, Gemeine Florfliege sowie die beiden Tagfalter Admiral und Tagpfauenauge.

Gezählt wird eine Stunde lang. Ihre Ergebnisse können Sie hier melden:

https://www.lbv.de/mitmachen/fuer-einsteiger/insektensommer/insekten-melden/

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/index.html?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=KW22

(G)Artenvielfalt: Wahl zum Gartentier des Jahres 2018

Wussten Sie, dass Blattläuse ganz oben auf der Speisekarte von Marienkäferlarven stehen? Oder die kleine Hain-Schwebfliege den Sommer im warmen Süden verbringt und dafür die Alpen überquert? Hornissen interessieren sich nicht für Kuchen oder Süßgetränke – sie fressen am liebsten Wespen, Bremsen oder Stubenfliegen.

Die Kandidaten für den Titel „Gartentier des Jahres“ sind Helfer in unseren Gärten. Ob bei der Schädlingsbekämpfung oder Blütenbestäubung – auf sie kann kein Gartenfreund verzichten. Jeder Gartenbesitzer kann dazu beitragen, den teils gefährdeten Arten eine Heimat zu geben.

Die sechs Insekten sind Botschafter für die Biologische Vielfalt in unserer Kulturlandschaft. Stimmen Sie für das Gartentier des Jahres ab und wählen Sie Ihren Favoriten aus!

Die Heinz-Sielmann-Stiftung, die sich einsetzt für den Erhalt der Biodiversität, möchte auf diese unscheinbaren Insekten in unserer unmittelbaren Nachbarschaft aufmerksam machen und verlost unter allen Teilnehmer*innen sechs Wildbienennisthilfen aus Massivholz zum Aufhängen am Haus oder im Garten.

Teilnehmen unter: https://www.sielmann-stiftung.de/gartentier/wahl///Naturwunder/

Unter dem Beton liegt der Garten

Vor einer Woche hat das Bündnis, das letztes Jahr das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ initiierte, seinen Antrag dazu beim Bayerischen Innenministerium eingereicht. Vertrerter*innen der beteiligten Organisationen wie die Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft, Bündnis 90/ Die Grünen, ödp, der Landesbund für Vogelschutz, die Gregor Louisoder Umweltstiftung u.a. konnten 48 225 Unterschriften vorweisen. Das sind fast doppelt so viele wie nötigen. Das Engagement so vieler Bürger*innen für den Schutz von Flächen vor einer wachstumsgetriebenen Verwertung zeigt die Wichtigkeit der demokratischen Diskussion und Entscheidung über endliche Ressourcen wie den Boden. Innerhalb von sechs Wochen muss das Volksbegehren nun als zulässig anerkannt oder zur Prüfung an den Verfassungsgerichtshof weitergegeben werden.

Das Ziel des Volksbegehrens ist, den Flächenverbrauch in Bayern per Gesetz auf täglich fünf Hektar zu begrenzen. Die Fläche, die aktuell pro Tag versiegelt wird, misst durchschnittlich 13 Hektar. Diese Entwicklung wirkt sich, aufgrund des vermehrten Baus von Gewerbegebieten, Logistikhallen und Discountern mit den zugehörigen Großparkplätzen und Anbindungsstraßen an den Stadt- und Dorfrändern, deutlich auf die Siedlungsstrukturen aus. Der Flächenfraß hat auch gravierende Effekte auf Natur, Landschaft und Landwirtschaft: So werden die Pachtpreise von Ackerland angesichts der Bodenpreisspekulationen für extensiv wirtschaftende Kleinbäuer*innen unerschwinglich; unter dem Beton verschwinden fruchtbare Ackerböden und wertvolle Biotope; versiegelte Böden können kaum noch Wasser aufnehmen und tragen damit zu Überschwemmungen bei; schließlich werden Rückzugsräume und Nahrungsangebote für Tier- und Pflanzenarten und damit die Biodiversität weiter aufs Spiel gesetzt.

Zwar ist in hohem Maß der ländliche Raum von der ungezügelten Bebauung betroffen, doch freie, unversiegelte Flächen sind in der Stadt ebenfalls Mangelware. Auch in und um München verschwinden Grünflächen unter Großparklätzen und Gewerbegebieten. Mit der gemeinsamen, flächensparenden, ökologischen Nutzung von Zwischenräumen, Brachen und Abstandsgrün stehen die Urbanen Gärten für Entsiegelung, das Beenden des ungehemmten Wachstums und die Förderung der (Agro-)Biodiversität. Unter dem Beton liegen Gärten!

Weitere Informationen: https://betonflut-eindaemmen.de/

La Via Campesina zum Weltfrauentag 2018

Kleinbäuerinnen und Gärtnerinnen in aller Welt

Der Internationale Frauentag, der diese Woche stattgefunden hat, ist eine gute Gelegenheit, an die Lage der Klein- und Kleinstbäuerinnen auf der ganzen Welt zu erinnern. Rund 70 % aller Nahrungsmittel werden in den 500 Millionen kleinbäuerlichen Betrieben in städtischen und ländlichen Räumen auf einem Bruchteil der Fläche produziert, die von der industrialisierten Landwirtschaft in Anspruch genommen wird. Mehr als die Hälfte der Produzierenden sind Frauen, die vor allem im globalen Süden aufgrund von Bürgerkriegen, AIDS oder Abwanderung meist sehr mühevoll ihre Familien ernähren müssen. Dabei sind sie von instabilen Preisen, Landraub und Vertreibung, Saatgut- und Pestizidpolitik der großen Konzerne sowie den Folgen des Klimawandels betroffen. Der Weltagrarbericht konstatiert deshalb, dass „die Achtung fundamentaler Rechte von Frauen, v.a. auf dem Lande in Asien und Afrika, die mit Abstand effektivste Maßnahme zur nachhaltigen Überwindung von Hunger und Armut“ sind.

 

In diesem Sinne ruft auch die internationale Bewegung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern „La Via Campesina“ zur Solidarität mit den Kleinbäuerinnen auf, die weltweit „für Land, für Ernährungssouveränität, Wasser, Saatgut und Agrarökologie“ kämpfen.

Die ganze Solidaritätserklärung zum Weltfrauentag finden Sie hier und in deutscher Übersetzung hier.