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Gartenaktivist*innen protestierten gegen den Greenwashing-Garten

Hallo liebe urbane Gartenfans,

am 1. April eröffnete Vattenfall einen „Gemeinschaftsgarten“ in Berlin. Gegen den Greenwashing-Garten haben Gartenaktivist*innen protestiert. Sie haben deutlich gemacht, dass Unternehmen mit Widerstand zu rechnen haben wenn sie urbane Gärten vereinnahmen wollen und dass Vattenfall nichts verstanden hat, wenn es Urban Gardening in den Mund nimmt.

Im Anhang findet ihr ein Statement der Gartenaktivist*innen
Hier ein Radiobeitrag zu der Aktion: https://www.freie-radios.net/82531

Bitte lesen, weiterleiten, blogen, posten….

Frühlingsgrüße
Severin

Vattenfall eröffnete am 1. April seinen „Gemeinschaftsgarten“ in Berlin – Gartenaktivist*innen protestierten gegen den Greenwashing-Garten

Leider war es kein Aprilscherz: am 1. April 2017 eröffnete Vattenfall feierlich einen Gemeinschaftsgarten vor dem Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße. Es herrscht aufgezwungen heitere Aufbruchstimmung. Zahlreiche Vattenfall-Mitarbeiter*innen räumen auf und legen Beete an. „Pflanz was!“, dazu riefen bereits im letzten Sommer tausende Plakate von Vattenfall auf. Daran scheint zunächst nichts auszusetzen, engagieren sich doch viele Menschen für eine grünere Stadt. Allein in Berlin existieren 120 urbane Gärten: Gemeinschaftsgärten, Nachbarschaftsgärten, Selbsterntegärten, interkulturelle Gärten, Gartenarbeitsschulen.
Diese Gemeinschaftsgärten sind gut für die biologische Vielfalt, das Mikroklima, das Überleben der Bienen und auch für das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Ihre positiven Werte haben sich inzwischen weit rumgesprochen. Leider versuchen Marketingabteilungen unterschiedlichster Konzerne inzwischen immer aggressiver, sich die Bilder und Sprache der Urban Gardening Bewegung anzueignen, um sich ein grünes Image zu geben; auch wenn ihre Produkte und Unternehmenspolitik im krassen Gegensatz zu den sozialen und ökologischen Werten stehen, wie sie in Gemeinschaftsgärten gelebt werden. Nicht selten stehen die Unternehmen, die sich ein grünes Image geben wollen, für Industrialisierung der Landwirtschaft, Wachstumswahn, Klimakatastrophen und ungebremsten Konsum. Die Liste dieser Aneignungsbestrebungen ist inzwischen so illuster wie lang: IKEA, BMW, Aldi …, um nur die bekanntesten zu nennen. Gegen dieses sogenannte „Greenwashing“ – das ökologische Aufhübschen des Unternehmensimages – sowie die „zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums“ wendet sich auch das Urban Gardening Manifest, das von über 200 Initiativen in ganz Deutschland unterstützt wird.
Das schamlose Kopieren und Vereinnahmen der urbanen Gärten zu Werbezwecken wirkt zwar auf den ersten Blick ungewollt komisch, aber insbesondere auch die damit verbundenen teuren Kampagnen stellen eine Bedrohung für die urbane Gartenbewegung dar. Die politischen, sozialen und ökologischen Ziele, für die sich Menschen in den Gärten meist ehrenamtlich einsetzen, drohen in den Hintergrund gedrängt zu werden.
Berliner Gartenaktivist*innen setzten deshalb ein Zeichen gegen die peinliche Gartenaktion von Vattenfall. Eine Gruppe von etwa 20 Gartenaktivist*innen wollte das Bild der harmonischen Gartenarbeit nicht unkommentiert stehen lassen und hat Schilder wie „Ey Vattenfall, Grünkohle gibt es nicht!“ in die für die Eröffnung bereitgestellten Kameras gehalten. Mit Schwämmen und Bürsten bewaffnet, wurde der Bürgersteig vor dem eingezäunten Garten „grün gewaschen“. „Aber Vattenfall will doch dasselbe wie ihr: Urban Gardening“, stellt eine Besucher*in erstaunt fest. Gelegenheit sich über die Unterschiede zu unterhalten und deutlich zu machen, dass das Engagement für soziale und ökologische Gerechtigkeit mit den Unternehmenspolitik Vattenfalls nichts zu tun hat.
Mit dem vermeintlichen „Nachbarschaftsgarten“ soll gezielt davon abgelenkt werden, dass das Energieunternehmen zu den größten Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschädigern in der Region gehört. Sein Geld hat es nicht zuletzt mit der Verfeuerung von Braunkohle aus der Lausitz verdient, bekanntlich einer der klimaschädlichsten Formen der Energiegewinnung überhaupt. Dagegen hat im letzten Jahr die Kampagne „Ende Gelände“ einen breiten Protest mobilisiert. Nachdem Vattenfall nun sein schmutziges Braunkohlegeschäft an ein als „Energieheuschrecke“ verrufenes Unternehmen weiterverkauft hat, will Vattenfall nun offensichtlich sein Image mit urbanen Gärten aufputzen. Während Vattenfall sich klammheimlich von seinen Altlasten befreit und von dem Neueigentümer kein Einsatz für Klimagerechtigkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie das Reparieren der Schäden in der Region zu erwarten ist, wird jetzt billige Symbolpolitik betrieben statt, echte Verantwortung zu übernehmen. Wer über Jahrzehnte Millionen mit dem ungebremsten Verfeuern fossiler Energieträger verdient hat und dies auf Kosten des Klimas, der Umwelt und zukünftiger Generationen, der kann sich nicht einfach mit ein paar symbolischen Gärten von dieser Verantwortung reinwaschen.

Gemeinschaftsaktion der Berliner Gemeinschaftsgartenbewegung 13.04.2017

Weiterführende Links:

Urbane Gärten leisten Widerstand gegen Vereinnahmung
http://www.nachbarschaftsakademie.org/event/urbane-gartenbewegung-immer-diese-widersprueche/
http://www.allmende-kontor.de/images/allmende/pdf/2016-09-26_Aldi_Statement_des_Allmende-Kontors.pdf

Ende Gelände
https://www.ende-gelaende.org/de/

Die Woche der Entscheidung

Der Wettbewerb um den Deutschen Integrationspreis von der Hertie-Stiftung läuft noch eine Woche. “Grünstadtgeflüster – Interkulturelle Gemeinschaftsgärten” liegt mit knapp 180 Unterstützern aktuell auf dem 16. Platz. Es fehlen nur noch 40 Stimmen für den 7. Platz (Preisgeld 7.500€) und ca. 80 Stimmen für den Platz drei (Preisgeld 10.000€).

Jetzt seid ihr gefragt. Wenn nur 20% von Euch in diesem Verteiler die Kampagne unterstützen, ist sogar noch der erste Platz (15.000€ Preisgeld) möglich.
Zur Info: Als Unterstützer wird jeder gezählt, der sich mit einem Beitrag ab 5€ beteiligt. ABER: Der Einsatz wird mit einem gleichwertigen Einkaufsgutschein von einem unserer Kooperationspartner (Vollcorner, Herrmannsdorfer, Baobab-Social-Business u.A.) oder anderen Dankeschöns ausgeglichen.
–> Unterstütze jetzt auch Du Begegnungsorte Interkultureller Verständigung und erhalte eines von zahlreichen, nachhaltigen Dankeschöns:
https://www.startnext.com/gruenstadtgefluester

Ist die Münchner Bevölkerung eine solidarische Community, die sich kollektiv für die sozialen Herausforderungen der Stadt einsetzt?

Freiraumzeit

2017 führt Greencity im Auftrag des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München die Freiraumzeit durch, eine große Öffentlichkeitskampagne zum Thema Freiräume in München. Von Spaziergängen über eine Wanderausstellung bis hin zu einem Suchspiel durch ganz München oder einem Essen unter freien Himmel – mit der Freiraumzeit geht es uns darum, Freiräume in München zu erhalten und weiterzuentwickeln. Schließlich sind diese in München ein kostbares und knappes Gut

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Stadt-und-Bebauungsplanung/Gruenplanung/Freiraumzeit/Programm.html

Wettbewerb: Gärten der Integration

Der Wettbewerb sucht Projekte und Initiativen, die dem „urbanen Gärtnern“ zuzuordnen sind und die geflüchtete Menschen einbeziehen oder von Geflüchteten initiiert wurden. Dazu gehören Gartenprojekte aller Art, wie z.B. Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten mit Flüchtlingsarbeit, Interkulturelle Gärten oder Gärten auf dem Gelände von Flüchtlingsunterkünften.

Im Juni, September und November wird je ein Projekt als „Garten der Integration“ ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die Einreichungsfrist für die erste Auszeichnung ist der 15. Mai 2017, letzter Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017.

http://www.duh.de/gaerten-der-integration/

Wurzelausgrabung eines 15 Jahre alten Kirschbaumes

Die Ausgrabung der Wurzeln der Kirsche am Gelände der Seidlhofstiftung erfolgt mit Hilfe der trockenen Freilegung, da diese Methode es erlaubt, die Wurzeln in ihrer natürlichen Lage, also in ihrer Tiefen- und Seitenausbreitung, zu verfolgen.

Mehr Infos hier im pdf Wurzelausgrabung Ankündigung

Seidlhof-Stiftung, Spitzlbergerstraße 2a, 82166 Gräfelfing

Besichtigung der Wurzelausgrabung:
3. bis 6. April 2017 von 13:00 bis 15:00 Uhr

Vorträge
am Donnerstag, 6. April 2017, ab 9:30 Uhr
• Bodenorganismen und Pflanzenwurzeln – eine wichtige Beziehung“
Dr. Wilfried Hartl, Bioforschung Austria
• Die Wurzeln der Kirsche ans Licht gebracht“
Dr. Monika Sobotik, Verein zur Förderung der Wurzelforschung, Pflanzensoziologisches Institut Bad Goisern