Bewohnergarten ZAK-Neuperlach

Adresse:
Oskar-Maria-Graf-Ring
Neuperlach (Auf den Feldern Richtung Truderinger Forst)
Kontakt:
Konrad Bucher
Adenauerring 12
81737 München
(0 89) 6 70 98 40
info@zak-neuperlach.de
Homepage ZAK

Auf 51 Parzellen gärtnern hier Menschen aus 11 unterschiedlichen Herkunftsländern auf insgesamt fast 4000 m². Die Parzellengrößen liegen zwischen 10 m² und 40 m². Zusätzlich gibt es eine große Gemeinschaftsfläche und einen Schaugarten mit wechselnden Themen. Im „Jugendgarten“ gärtnern außerdem ca. 20 Kinder.

Angebaut wird nach unterschiedlichen Methoden, auf ökologischen Gartenbau wird hingewirkt. Konrad Buchner bieten z.B. Workshops zum Thema: Erhalt der Bodenfruchtbarkeit an.


Selbstdarstellung: Der Verein ZAK „Zusammen Aktiv in Neuperlach“ Verein für Gemeinwesenarbeit und Stadtteilgestaltung will dazu beitragen, die Münchener Trabantensiedlung Neuperlach lebendiger und lebensfreundlicher zu gestalten und die sozialen und kulturellen Beziehungen zu verbessern, u.a. durch:

  • Förderung von gemeinschaftlichem Handeln sowie des miteinander Lebens von Bewohnern unterschiedlicher nationaler und ethnischer Herkunft
  • Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe von Bewohnergruppen
    -Förderung von verantwortungsvollem und umweltbewusstem Denken.

Die ZAK-Bewohnergärten sind Bestandteil des Vereins ZAK „Zusammen Aktiv in Neuperlach“ Verein für Gemeinwesenarbeit und Stadtteilgestaltung e.V. und existieren seit dessen Anfängen in den achtziger Jahren. Zuerst nannte sich der Verein „Neuperlach soll blühen“ und verfolgte mit der Gründung der ersten Gärten im Wohnring (Neuperlach Zentrum) im Jahr 1988 das Ziel, kreative Eigeninitiativen der Bewohner zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu unterstützen.

Die Gärten wurden zu einem sozialen Netzwerk, dessen Wirkung über den räumlich begrenzten Gartenbereich hinaus tragfähig wurde; sie entwickelten sich zu „Keimzellen“ für weitere Ideen zur Veränderung und Verbesserung im Wohnumfeld. Neben dem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nutzen steht als Motiv für die Bewohnergärten vor allem auch der soziale Aspekt im Vordergrund: Die Gärten als Orte gemeinschaftlicher Aktivität ermöglichen ungezwungene Integration und Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Altersstufen und unterschiedlicher sozialer und nationaler bzw. ethnischer Herkunft. 
Im Lauf der Jahre haben sich die einzelnen Gärten teilweise verändert; von den größeren, sogenannten Gemeinschaftsgärten, in welchen mehrere Bewohner aus der Umgebung jeweils ein Beet als „Grabeland“ nutzen, existieren derzeit noch zwei Anlagen.

Die größte Anlage, der sogenannte „Internationale Garten“ am Oskar-Maria-Graf-Ring ist inzwischen auf 82 Beete mit 50 NutzerInnen angewachsen, die aus 11 Herkunftsländern stammen. Viele von ihnen hatten in ihrer Heimat auch Gärten oder betrieben Landwirtschaft. Ihr Beet im Gemeinschaftsgarten betreiben sie nach eigener Aussage „nur zum Spaß…“ das heißt wohl, dass es nicht mehr ausschließlich um die Produktion von Gütern geht, dass der Garten noch andere wichtige Bedürfnisse befriedigt: Ein kleines Stück „Land zu nehmen“, das man pflegt nach eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten, sich in persönlichen Kontakten auszutauschen, wie sie in dem ansonsten stark verdichteten, anonymen Wohnumfeld nicht zustande kommen. Zwar existieren in den verschiedenen Kulturen unterschiedliche Naturbegriffe, Natur erleben zu können ist aber ein alle „Gärtner“ verbindender, gemeinsamer Wert. 
In das Gartenprojekt des Vereins ist auch die umweltpädagogische Arbeit mit Kindern integriert. Die Beschäftigung in einem eigenen kleinen Garten motiviert die Kinder dazu, ihr Interesse für Pflanzen zu entdecken, etwas zu pflegen, das wächst und eines Tages geerntet wird, wobei Verantwortungsbewusstsein für ein einzelnes Lebewesen geweckt und rücksichtsvolles Verhalten auch im übergeordneten sozialen Kontext gelernt werden kann.

Preise und Auszeichnungen: 2001: Gewinn beim Ideen- und Projektwettbewerb „München – Offen für Kinder“. 1990: Goldplakette beim 3. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau

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Kooperationspartner: Landeshauptstadt München:Referat für Gesundheit und Umwelt, Stadtjugendamt „Förderung freier Träger“, Kindertreffpunkt Oskar-Maria-Graf-Ring, Stiftung Interkultur.

Fotos: Kontad Bucher, Ella von der Haide, Christa Müller