Dokumentarfilme zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit beim DOK.fest

Das DOK.fest München zeigt in den kommenden zehn Tagen eine Reihe ausgezeichneter Dokumentarfilme, einige davon auch zum Themengebiet Umwelt und Nachhaltigkeit. Nach, zwischen und vor dem Gärtnern lohnt sich ein Kinobesuch, um den Horizont zu erweitern, neue Perspektiven zu gewinnen und gemeinsam über große und kleine Themen zu diskutieren.

DARK EDEN
von Jasmin Herold und Michael Beamish, DE, 2017, 90 Min

Die Regisseurin Jasmin Herold verliert ihr Herz an die Fracking Goldgräberstadt im hohen Norden Kanadas – so wie einst Olga und Markus aus Ostdeutschland. Sie lernt Robbie kennen, der mit Begeisterung die „I love Oilsands“-Campaign leitet und Ureinwohner, die nicht mehr jagen, weil alle Tiere an Krebs erkrankt sind. Die Abgründe hinter dem Ölsand-Eldorado werden immer sichtbarer und lassen erahnen, welche unermesslichen Schäden Menschen und Umwelt davontragen – bis das große Feuer kommt und alles Leben vertreibt. Eine spannende und bildgewaltige Filmerzählung.

Samstag, 05.05.2018, 17:00, HFF – Audimax
Sonntag, 06.05.2018, 21:00, City 3
Donnerstag, 10.05.2018, 19:30, Carl-Amery-Saal/Gasteig
Samstag, 12.05.2018, 16:00, Rio 2

BE’ JAM BE – THE NEVER ENDING SONG
von Cyprien Ponson und Caroline Parietti, FR/CH, 2017, 85 Min

Tief im Dschungel Borneos leben die Penan, ein indigenes Volk von Nomaden. Ihre Mythologie und ihre Gesänge sind geprägt vom traditionellen Leben im und mit dem Regenwald. Doch die Moderne bedroht ihre Lebensweise. Der Regenwald wird gerodet, das Land soll wirtschaftlich urbar gemacht werden. Die Penan bereiten sich auf ihren wichtigsten Kampf vor: den Widerstand von mit Blasrohren bewaffneten Männern gegen riesige Bulldozer. Der Film führt tief hinein in den unberührte Schönheit des bedrohten Regenwaldes. In der Form eines poetischen Klagelieds wird der Kampf Davids gegen Goliath besungen.

Donnerstag, 03.05.2018, 19:00, City 3
Sonntag, 06.05.2018, 14:00, City 2
Dienstag, 08.05.2018, 20:00, HFF – Kino 2
Freitag, 11.05.2018, 11:00, HFF – Kino 1

HOT GREASE
von Sam Wainwright Douglas und Paul Lovelace, US, 2017, 67 Min

Frittenfett im Tank? Was vor wenigen Jahren nach Zukunftsmusik klang, ist heute real. Denn die Treibstoffrevolution ist in vollem Gange! Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Ein scheinbar wertloses Rohmaterial, verbrauchtes Küchenfett, wird mit innovativen Technologien in eine erneuerbare Energiequelle verwandelt. Autos, Busse und LKW tanken recycelten Biodiesel. Dadurch wird der CO2-Ausstoß drastisch reduziert, was wiederum das Klima schont. Warum fahren wir also nicht längst alle mit Biosprit? Versucht die mächtige Erdölindustrie den Vormarsch alternativer Kraftstoffe zu verhindern? Diese Dokumentation zeigt, wie mitten im Ölstaat Texas ein brodelnder Kampf um den Treibstoffsektor tobt.

Freitag, 11.05.2018, 18:00, City 2

FLOOD
von Ohad Milstein, IL, 2018, 60 Min

Die einsame Siedlerin in der Westbank erzählt, wie sie auch mal Steine auf die Palästinenser geworfen habe, die ihr Gebiet auf dem Weg zur Wasserstelle durchquert hatten. Diese hätten so „ihre Lektion gelernt“. Ein palästinensischer Bauer berichtet von seinem Land, das langsam vertrocknet. Zieht Israel hier etwa das Grundwasser ab? In einem Container, der sich bizarr in die Golan-Höhen einfügt, erforschen Wissenschaftler die Sonnenaktivität. Ein Geologe schließlich beobachtet das Tote Meer. Es verdunstet. Der Regisseur zeigt nicht mit dem Finger auf Missstände. Sein suggestiver Essay stellt die richtigen Fragen statt falsche Antworten zu geben.

Dienstag, 08.05.2018, 19:00, Jüdisches Museum München

THE RIGHTS OF NATURE: A GLOBAL MOVEMENT
von Valeria Berros/ Hal Crimmel und Issac Goeckeritz, US, 2018, 52 Min

Macht euch die Erde Untertan!” Dieser Imperativ ist tief in die Textur unserer westlich-globalisierten Welt eingeschrieben. Keine Umweltschutzbewegung hat es bis dato geschafft, das zu ändern. Noch immer ist die Natur im besten Fall eine zur Ausbeutung freigegebene Ressource, im schlimmsten Fall der wohlfeile Ort für eine Deponie. Auf seiner Reise um die Welt begegnet der Film Wissenschaftlern, Juristen und Aktivisten, die die Art, wie wir der Natur begegnen, radikal verändern wollen. Dazu gilt es zunächst, die Rechte der Natur als unveräußerliches und einklagbares Grundrecht weltweit in den Verfassungen zu verankern. Der Film ist nicht nur eine Tour d’Horizon, sondern auch die präzise Bestandsaufnahme einer hochspannenden Umwelt-Bewegung mit ihren Herausforderungen, Chancen und ersten Erfolgen.

Montag, 07.05.2018, 18:00, Rio 1
Freitag, 11.05.2018, 15:00, Neues Maxim

SILAS
von Anjali Nayar und Hawa Essuman, CA/ZA/KE, 2017, 80 Min

Unermüdlich recherchiert der Umweltaktivist Silas Siakor in seiner Heimat Liberia die Machenschaften und Deals internationaler Unternehmen und der Regierung. Landraub und Korruption können nur verhindert werden, wenn die politischen Eliten auch von der breiten Bevölkerung Leuten zur Verantwortung gezogen werden. Silas und sein Team setzen dafür neue Technologien ein: Mit der Smartphone-App TIMBY kann jedermann Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und weltweit öffentlich machen. Über fünf Jahre begleiten die Filmemacher einen Kampf zwischen David und Goliath.

Sonntag, 06.05.2018, 16:00, HFF – Kino 1
Montag, 07.05.2018, 19:00, Atelier

THE ANCIENT WOODS
von Mindaugas Survila, LT, 2017, 86 Min

Lichtpunkte flirren durch trübes Grün. Schnee schmilzt unter den Hufen eines Rehs, ein Insekt trocknet seine Beine in der Frühlingssonne. Kommentarlos wird es unserem Auge selbst überlassen, die Vorgänge in den Tiefen des Waldes zu interpretieren. Und nicht immer gelingt es sofort zu entschlüsseln, was geschieht. Die Geräusche des Waldes entführen uns in einen unbekannten Mikrokosmos, wir dringen vor in die kleinsten Lebenswelten unter den Wurzeln, in morastige, von winzigen Fischen bevölkerte Gewässer und folgen einem Adler, der über den uralten Baumwipfeln kreist. Langsam erschließt sich das große Ganze und die Poesie der Natur, in der sogar Menschen ihren Platz finden. Survila schafft einen geradezu spirituellen Film, der sein Publikum in einen meditativen Zustand versetzt.

Sonntag, 06.05.2018, 18:30, Neues Maxim
Dienstag, 08.05.2018, 19:30, Rio 2
Sonntag, 13.05.2018, 15:00, Filmmuseum

Mehr zum Programm: www.dokfest-muenchen.de

Das Dok.fest wird veranstaltet von: Internationales Dokumentarfilmfestival München e.V. in Kooperation mit Filmstadt München e.V., zusammen mit der Münchner Stadtbibliothek