Verschiedene Wildbienen

Kleingärten für mehr Artenvielfalt in der Stadt

Kleingärtnern für Biologische Vielfalt

Kleingärten blicken auf eine lange Tradition als Möglichkeit der Selbstversorgung, als grüne Lunge inmitten dichter Bebauung, als Oasen guter Lebensqualität, Erholungsmöglichkeit und sinnstiftender Freizeitbeschäftigung im nahen Umfeld, sowie als wichtige soziale Begegnungsräume im anonymen Häusermeer zurück.

Sie wandeln sich aber auch stetig. Für alle Stadtbewohner werden die Gartenanlagen im Stadtgebiet immer wichtiger: Die dicht bepflanzten Gärten erzeugen Sauerstoff, binden Staub, befeuchten und kühlen die Luft, und speichern das Regenwasser. Auch steckt in ihnen das Potential, ein grünes Netz an Trittsteinbiotopen für bedrohte Arten im dicht bebauten Großstadtdschungel zu knüpfen.

Wie läßt sich der Schutz der Biodiversität mit den Besonderheiten des Kleingartenwesens verbinden? Themen wie naturnahes Gärtnern, Klima- und Artenschutz werden in vielen Vereinen bereits angegangen und vom Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands und dem Deutschen Schreberjugend Bundesverband (DSJ) unterstützt, die 2023 gemeinsam das Verbundprojekt Kleingärten für Biologische Vielfalt ins Leben gerufen haben. Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, Förderschwerpunkt „Stadtnatur“

Der BKD bietet ein Bildungsprogramm für Multiplikator*innen an – eine speziell auf die Themen Biologische Vielfalt und Naturgartenprinzip ausgelegte Fachberatung für Kleingärtnerinnen und Kleingärtner. Aber auch „Gartenneulinge“ finden mit Online-Schulungen und praktischen Umsetzungen des DSJ, einen leichten Einstieg in das Thema „Kleingärtnern für Biologische Vielfalt“.


Gartenführung in der Naturgarten-Kleingartenanlage NW 18 mit Tobias Bode

Samstag, 29. Juni 2024; 14:00 – 16:00 Uhr
Treffpunkt: Eingang Kleingartenanlage
Waldhornstr. 84
80997 München

In Kooperation mit den Urbanen Gärten München führt der Referent Tobias Bode durch die mehrfach preisgekrönte Naturgarten-Kleingartenanlage in München-Moosach.

Er ist gelernter Landschaftsgärtner und Dipl.-Ing. (FH) Freiraumplanung und arbeitet u.a. als Autor und Regisseur bei »Querbeet«, der Gartensendung des Bayerischen Rundfunks. Gerade ist im Pala-Verlag sein Buch: „Unser naturnaher Kleingarten – Artenvielfalt und Ernteglück im Schrebergarten“ erschienen.

122 Parzellen liegen in der Kleingartenanlage NW 18 in München-Moosach.

Über 90% der Gärten sind im Rahmen der Initiative Bayern blüht – Naturgarten ausgezeichnet. Bei einem Rundgang zeigt Tobias Bode, der auch 2. Vorstand im NW18 ist, wie naturnahe Kleingärten aussehen können, die sowohl für eine reiche Ernte sorgen, als auch die Artenvielfalt unterstützen. Viele Tipps lassen sich auch auf kleine Gärten in der Stadt übertragen. Welche Pflanzen sind für Insekten besonders wertvoll? Wie kann ich kleine Lebensräume schaffen? Wie pflege ich einen naturnahen Garten?

„Wir werden uns auch auf die Suche begeben, welche Tiere eigentlich in einem Kleingarten leben. Denn das sind mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick meint – lassen Sie sich überraschen!“

Anmeldung zur Gartenführung bitte bei: info@urbane-gaerten-muenchen.de


Wer zur Führung am 29. Juni keine Zeit hat, kann sich auch beim Sommerfest am 22. Juni ab 13:00 Uhr durch die Anlage führen lassen.



Der Biodiversitätsgarten des Landesbund für Vogelschutz (LBV)

von Mai bis Oktober, bei schönem Wetter mittwochs von 16 bis 18 Uhr ist der Biodiversitätsgarten in der Kleingartenanlage NW1 für Besucher*innen offen

In seinem Biodiversitätsgarten zeigt der LBV, wie man mit kleinen Lebensraum-Strukturen im Garten auch Insekten, Vögel und andere Gartenbewohner unterstützen kann. Der Anbau von eigenem Obst und Gemüse – natürlich in Bio-Qualität – und der Wert als Erholungsort werden durch ein gesundes Ökosystem sogar gefördert. Für Kinder sind diese kleinen Biotope, wie vor allem der naturnahe Teich, mit seinen vielfältigen tierischen Bewohnern, eine Attraktion.

In der Gartensaison, von Mai bis Oktober, steht der Garten bei gutem Wetter jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr für Besucher*innen offen, sodass die verschiedenen Biodiversitätsmodule auch außerhalb von Veranstaltungen besichtigt werden können und zum Nachahmen anregen. In dieser Zeit finden Sie bei der Gaststätte „Zur Linde“ (Sadelerstraße 20) Hinweisschilder, die zur LBV-Gartenparzelle leiten.

Gesonderte Termine und viele weitere Veranstaltungen, wie Workshops und Exkursionen bietet der LBV auf seiner Website an und können extra vereinbart werden.


Text und Fotos: Ruth Mahla; Tobias Bode

Queer Gardening

Queer Gardening – Filmabend und Diskussion

Donnerstag, 27. Juni, 19 Uhr s.t.
anstiftung, Daiserstr. 15, Rückgebäude, 81371 München

Das jüngst erschienene Buch Baier/Müller/Werner (Hg.) Unterwegs in die Stadt der Zukunft. Urbane Gärten als Orte der Transformation reflektiert die neuesten Entwicklungen und Strömungen des Urban Gardening; eine davon ist Queer Gardening.

Ella von der Haide hat über mehrere Jahre hinweg queere Gärten in den USA und Kanada mit der Kamera begleitet. Der Film führt uns von einem urbanen Gemeinschaftsgarten in New York City, zu einer Gemüsegärtnerei in Oakland, zu einem künstlerischen Projekt zur Pflege indigener Apfelbäume in British Columbia sowie zum Waldgarten eines queeren Landkollektivs in Tennessee.

Im Anschluss diskutiert die Regisseurin mit der Soziologin Andrea Baier über Ökofeminismus, Identitätspolitik(en) und Begriffsentwirrungen. Im Filmgespräch knüpfen sie an ihren Dialog an, den sie im gerade neu erschienenen Buch Unterwegs in die Stadt der Zukunft begonnen haben.

Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 24.6.24 unter: info@anstiftung.de.

Bericht zum Frühjahrs-Netzwerktreffen der Urbanen Gärten München 

Das Frühjahrs-Netzwerktreffen der Urbanen Gärten München, das dieses Jahr wieder zusammen mit der Pflanzentauschbörse im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) stattgefunden hat, stand unter dem Motto „Vielfalt bewahren“.

Die Pflanzentauschbörse war bei strahlenden Sonnenschein (unerwartet) gut besucht – gefühlt hunderte zarte Pflänzchen wechselten die Besitzer*innen. Besonders viele verschiedene Tomatensorten erfreuten das Gärtner*innenherz – aber auch viele Stauden und Wildpflanzen eroberten sich ein neues Zuhause.

Bodenkoffer „light“

Am Stand der Urbanen Gärten München präsentierten wir unseren druckfrischen Flyer, die neue Postkartenserie und den Bodenkoffer light – eine DIY-Anleitung für eine einfache und ganzheitliche Bodenuntersuchung, bei der man sich alle Utensilien aus ausgedienten Haushaltsartikeln zusammenstellen kann.

Themen des Netzwerktreffens

Als besonderes Highlight stellte Gabi das Projekt Bohnenvielfalt am ÖBZ vor und gab Einblicke in das  Bohnen-Saatgutarchiv. Das ÖBZ ist Partner des Global Bean Project, ein Netzwerk von Einzelpersonen und Organisationen, die sich dem Anbau von Hülsenfrüchten und deren Verwendung in unseren Küchen verschrieben hat. Hülsenfrüchte werden als gesunde, nachhaltige, boden- und klimaschonende Alternative zu Fleisch für die Landwirtschaft und unsere Ernährung immer wichtiger. Der Erhalt von vielfältigem und an den Standort angepasstem Saatgut ist einer der wichtigsten Beiträge, die die Urbanen Gärten in München und weltweit leisten können.

Projektbeschreibung

Die Gartengruppe sammelt seit vielen Jahren Bohnensorten aus aller Welt. Eine Teilnehmerin führte 2011 im Experimentiergarten das Praxisprojekt „Welt der Bohnen – Bohnen der Welt“ durch. 60 Bohnensorten wurden damals ausgesät und auf Wuchseigenschaften, Krankheitsanfälligkeit, Ertrag und Geschmack beobachtet und getestet. Viele weitere Gartenmitglieder haben sich seitdem „vom Bohnenfieber packen lassen“. Die Sammlung ist seitdem auf über 150 Sorten angestiegen und wird archiviert und online – und eben auch auf unserem Netzwerktreffen – präsentiert.

Die Bohnengruppe wirbt um weitere Bohnenvermehrer*innen

Die Bohnengruppe am ÖBZ sucht weitere Gartenbegeisterte, die mithelfen wollen, die wertvollen Bohnensorten zu erhalten. Die Bohnen müssen regelmäßig angebaut werden, denn das Saatgut ist nur wenige Jahre lang keimfähig. Teilnehmer*innen bekommen das Saatgut einer Sorte (25 Korn), pflanzen diese Sorte in Ihrem eigenen Garten an und geben etwas von dem geernteten Saatgut (200 bis 300 Korn) zurück. Erfahrungen sollten in dem Bohnenbschreibungsbogen dokumentiert werden.

Habt ihr Interesse? Dann schreibt uns an bohnen@oebz.de

Anleitung zur Bohnenvermehrung [PDF]

Beschreibungsbogen.pdf


Logo BioDivHubs

Der Garten wächst ins Quartier …

Konrad Bucher stellte anschließend die vielfältigen Projekte vor, die dieses Frühjahr im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ am Ackermannbogen und im ÖBZ verwirklicht werden konnten.

Einen Bericht zum Bau der Benjeshecke im ÖBZ findet ihr hier und alle Informationen zum Projekt „Naturschutz auf dem Balkon?“ gibt es auf der Website des Ackermannbogen e.V.

Die Urbanen Gärten München und das BioDivHubs-Projekt

Im Projekt „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ ist eine Schnittstelle zu den Urbanen Gärten München angesiedelt, die dafür zuständig ist, die Ergebnisse, Workshops und Vorträge des Projekts in die nicht direkt beteiligten urbanen Gärten zu bringen. Interessierte Gartenkoordinator*innen können sich gerne unter info@urbane-gaerten-muenchen.de melden, wenn sie Interesse an Workshops in ihrem Garten haben.

Für feine Verpflegung mit Heißgetränken und leckeren Kuchen sorgten die Gärtner*innen und Frauke Feuss vom ÖBZ, die wie immer zusammen mit dem Team der Urbanen Gärten München das Netzwerktreffen ausgerichtet hat. Vielen Dank dafür!

Ausblick: Nächster Termin

Das nächte Netzwerktreffen der Urbanen Gärten München wird am Freitag, den 25.10.2024 im Ökologischem Bildungszentrum (ÖBZ) stattfinden.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme: Bitte beteiligt euch, lernt neue Gärtner*innen und spannende Projekte kennen und stellt eure eigenen Garten-Projekte vor. Wir wünschen uns vielfältigen Austausch und Diskussion. Wie geht es uns mit und in unseren Gärten? Was läuft gut, was für Probleme tauchen immer wieder auf? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen und beraten?

Gemeinsam sind wir viel stärker und können für uns etwas erreichen!


Text und Fotos: Ruth Mahla

DAY OF HOPE

Donnerstag, 16. Mai 2024; 10:00 – 16:00 Uhr im Werksviertel

Inspiriert von den 17 Nachhaltigkeitszielen bietet die von Jane Goodall ins Leben gerufene Veranstaltung DAY OF HOPE Unternehmen, Start-ups, Organisationen, Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen eine Plattform, ihre Projekte zu präsentieren. Im Mittelpunkt des DAY OF HOPE 2024 stehen dabei dieses Jahr die drei Nachhaltigkeitsziele Nachhaltiger Konsum, Hochwertige Bildung und Bezahlbare, saubere Energie.  Über 70 Teilnehmer*innen präsentieren ihre hoffnungsvollen und auf eine nachhaltigere und lebenswertere Gegenwart und Zukunft hin ausgerichteten Projekte. Mehr dazu vorab könnt ihr hier erfahren: https://dayofhope-muenchen.de

Auch die Urbanen Gärten München und das Projekt „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ sind dabei und stellen ihre Arbeit vor. Es gibt jede Menge spannende Infos an unseren gemeinsamen Stand: Eine schöne Präsentation zu Färberpflanzen, eine Vorführung des Bodenkoffers mit DIY-Anleitungen für eure eigenen Bodenuntersuchungen, sowie für Kinder (und auch junggebliebene Gärtner*innen) ein Bodentiere-Quizz. Ihr findet uns im Bereich A, Standnummer 30.

Wir freuen uns sehr auf Euch!


Grafik: DAY OF HOPE

Urban-Gardening-Sommercamp 2024

Freitag, 30. Aug. ab 17:00 Uhr bis Sonntag, 01. Sept. ca. 14 Uhr in der Alten Gärtnerei Pieschen in Dresden

Das bundesweite Vernetzungstreffen der Gemeinschaftsgärten ermöglicht Austausch, gegenseitige Beratung und gemeinsames Lernen.

Organisiert wird es von der anstiftung in Kooperation mit den UFER-Projekten Dresden e.V..

  • Das Programm erstellen wir aus euren Beiträgen.
  • Die Kosten für Anreise und Unterkunft trägt bitte jede*r selbst.
  • Für die Teilnahme, Mittag- und Abendessen am Samstag und Sonntag entstehen euch keine Kosten.
  • Alle Mahlzeiten sind vegan-vegetarisch.
  • Freitagabend gibt es ein Mitbringbuffet: jede*r bringt bitte etwas dafür mit.
  • Auch das Frühstück am Samstag und Sonntag ist selbstorganisiert. Wir stellen ein paar Basics (wie Backwaren, Kaffee und Co) und alle, die gemeinsam vor Ort frühstücken wollen, bringen bitte etwas dafür mit.

Mehr Informationen und das Anmeldeformular findet ihr hier


Text: anstiftung