Biodiversität

Biodiversität in München

Biodiversität ist mittlerweise allen ein Begriff, doch das traurige Thema Artensterben ist leider später als der Klimawandel in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen.

In München hat das Volksbegehren gegen das Insektensterben „Rettet die Bienen“ sehr dazu beigetragen, das Thema ins Bewußtsein zu rücken. Unzählige Initiativen und engagierte Projekte – öffentliche und private – sind mittlerweile entstanden. Überall sieht man in München insektenfreundliche Bepflanzungen – das Rathaus am Marienplatz prangt statt mit roter Geranien-Monokultur nun mit bunten, vielfältigen und insektenfreundlichen Blumenschmuck.

Die Stadt München hat eine eigene Biodiversitätsstrategie erarbeitet, die 2018 vom Stadtrat einstimmig beschlossen wurde. Diese benennt 20 Handlungsfelder und enthält ein langfristiges Handlungskonzept zum Erhalt der biologischen Vielfalt in München

Für den Schutz und die Wiederherstellung verschiedener Münchner Biotope wird schon einiges getan: Zum Beispiel die intensive Pflege von Biotopflächen, die Initiierung von Artenhilfsprogrammen und -projekten sowie verschiedene Maßnahmen zur Information der Münchner Bevölkerung über ihre Naturschätze.


Die 3 Ebenen der Biodiversität

Unter „Biologischer Vielfalt“ versteht man die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land‑, Meeres‑ und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören; dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.“

(Convention on Biological Diversity, 1992 UNCED in Rio de Janeiro)



Genetische Vielfalt

Die Grundlage für vitale und stabile Populationen ist die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Alle Lebewesen sind auf einen möglichst varietätenreichen Genpool angewiesen, der die Anpassung einer Art an ihren Standort, sowie an veränderte Bedingungen wie Hitze und Trockenheit, neue Schädlinge, mehr CO2 in der Luft usw. ermöglichen kann. Die Bewahrung und Weiterentwicklung alter, lokal angepasster Sorten, bei Gemüse z. B., ist kein Luxusprojekt, sondern eine Überlebensversicherung für die Menschheit.

Artenvielfalt

Wenn die Populationen der noch existierenden Arten durch unsere Aktivitäten immer kleiner werden, riskieren wir den Zusammenbruch von Ökosystemen im großen Maßstab. Das Verschwinden einer Art kann kaskadenartige Folgen in einem Lebensraum nach sich ziehen. Die Nahrungsnetze sind komplex – fehlt die Nahrungsgrundlage für eine Art und stirbt sie aus, sind alle von ihr abhängigen Arten auch betroffen.

Vielfältige Lebensräume und Trittsteinbiotope

Zur Biodiversität gehört aber auch die Vielfalt der Ökosysteme in denen sich das Leben entfalten kann, wobei nicht nur Landschaften und andere große Einheiten gemeint sind, sondern auch kleinere Ökotope und Nischen, sowohl natürliche, wie auch gebaute oder absichtsvoll angelegte Strukurelemente: Hecken, Trockenmauern, permanente Holz- und Laubhäufen oder ein abgestorbener Baum der liegen bleiben darf und Lebensmöglichkeiten für buchstäblich Milliarden von Lebensformen und Lebensbeziehungen bietet.

Naturgarten & Einheimische Wildpflanzen

Die Samen von einheimische Wildpflanzen sollten nur in Deutschland gesammelt werden, und zwar ausschließlich von solchen Wildpflanzen, die schon lange in der Natur, in Deutschland vorkommen.

Die 22 Ursprungsgebiete in Deutschland

Die vier Bereiche Nord, West, Ost, Süd sind Naturgroßräume, die anhand standörtlicher Merkmale aus den 22 Ursprungsgebieten Deutschlands hergeleitet wurden. Die Bereiche gliedern sich in folgende Ursprungsgebiete: 

  • Bereich Nord: Nordwestdeutsches Tiefland (1), Westdt. Tiefland mit Unterem Weserbergland (2) und Nordostdeutsches Tiefland (3) 
  • Bereich West: Oberes Weser- und Leinebergland mit Harz (6), Rheinisches Bergland (7), Hessisches Bergland (21), Oberrheingraben mit Saarpfälzer Bergland (9), Schwarzwald (10) 
  • Bereich Ost: Ostdeutsches Tiefland (4), Uckermark mit Odertal (22), Mitteldeutsches Tief- und Hügelland (5), Sächsisches Löß- und Hügelland (20)
  • Bereich Süd: Erz- und Elbsandsteingebirge (8), Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Vogtland (15), Bayerischer und Oberpfälzer Wald (19), Südwestdeutsches Bergland (11), Fränkisches Hügelland (12), Schwäbische Alb (13), Fränkische Alb (14), Unterbayerische Hügel- und Plattenregion (16), Südliches Alpenvorland (17), Alpen (18)

Beim Kauf von Pflanzen für Naturgärten sollte man immer regionales Saatgut auszuwählen. Entsprechende Gärtnereien, Gartenmärkte und andere Verkaufsorte findet man auf der Grünen Landkarte, die das Projekt Tausende Gärten Tausende Arten erarbeitet hat und laufend aktualisiert. Bei den zertifizierten Pflanzenproduzentinnen und -produzenten des Naturgarten e. V. bekommen sie im Versand ebenfalls einheimische Wildpflanzen, deren Mutterpflanzen von lokalen Herkünften stammen.

Für unseren Bereich Süd 17 speziell produziert der „Wilde Stadtgarten“ zertifizierte Wildstauden: https://www.wilderstadtgarten.de

Die Staudengärtnerei Spatz ist eine biozertifizierte Fundgrube für alle Wildstauden der Region und darüber hinaus auch von biologisch gezogene Biogemüsesarten: https://www.staudenspatz.de/