Im Juni 2023 startete nach langer Antragsphase das Verbundprojekt: „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“.
„Verbundprojekt“ – weil sich folgende Projektpartner zusammengeschlossen haben: Die BürgerStiftung München, das Münchner Umwelt-Zentrum im ÖBZ zusammen mit dem Stadtacker am Ackermannbogen, Green City e.V., die Technische Universität München und das Naturkundemuseum in Berlin.

Koordiniert durch die BürgerStiftung München, hat das Projekt das Ziel, die biologische Vielfalt in vier ausgewählten Münchner Quartieren zu fördern und die Menschen für alle Aspekte der Biodiversität in ihrem städtischen Lebensumfeld zu sensibilisieren.
Folgende vier Münchner Modellquartiere mit ihren urbanen Gärten im Zentrum wurden ausgewählt:
- Ackermannbogen mit dem Stadtacker
- Bogenhausen mit den Gärten des ÖBZ
- Giesing mit dem Grünspitz
- Isarvorstadt mit dem Südgarten
Die lange fünfjährige Laufzeit (Juni 2023 bis Mai 2028) gibt genug Spielraum für die Umsetzung vielfältiger Maßnahmen. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Bundesamts für Naturschutz im Rahmen des Förderschwerpunkts Stadtnatur des Bundesprogramms Biologische Vielfalt.
Der Garten wächst ins Quartier
Angesichts der wachsenden Verdichtung in städtischen Gebieten mit ihren nachteiligen Auswirkungen auf die Artenvielfalt, werden in München vier Quartiere mit einem Gemeinschaftsgarten im Kern in Modellquartiere unter dem Motto „Der Garten wächst ins Quartier“ entwickelt. Unter Beteiligung der Menschen im Quartier entstehen dort Wildblumenflächen und Wildobsthecken, begrünte Balkone und Terrassen mit insektenfreundlichen Pflanzenarten und Staudenbeeten, sowie Trockenbiotope wie Sandarien und Trockenmauern. Orte dafür sind Balkone, Höfe und Vorgärten von Wohngebäuden, Schulhöfe und der öffentliche Raum.
Als Vorlage dient das Konzept der Mehr-Zonen-Gärten, bei denen Nutzgärten mit Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt kombiniert werden. Der Mehr-Zonen-Garten wird dabei nicht als ein zusammenhängender Garten verstanden, sondern als Summe aller gärtnerischen Interventionen, die nach dieser Idee durchgeführt werden.
Zahlreiche Bildungs- und Informationsveranstaltungen werden die Menschen über die Bedeutung von Biodiversität informieren und sie zur Teilnahme motivieren. Ebenso werden relevante Stadtakteur*innen in die Projektaktivitäten eingebunden um die Beteiligung der gesamten Zivilgesellschaft an der sozial-ökologischen Umgestaltung der Stadt München strukturell zu verankern.
Weitere Informationen mit dem Veranstaltungs-Programm aller Verbundpartner finden Sie auf der neuen Projekt-Website: https://www.biodivhubs.net/
Wichtige Stationen des BioDivHubs-Projekts:
Erstes BioDivHub
Das erste BioDivHub fand am 16.11.2023 am Ackermannbogen statt. Dabei konnte nicht nur das schöne, neue Logo präsentiert werden; Konrad Bucher, Alicia Bilang und Hannelore Schnell vom Bereich Stadtnatur des Ackermannbogen e.V. erklärten eindrücklich, was unter biologischer Vielfalt zu verstehen sei und warum sie einen so enorm wichtigen Stellenwert hat.
Alle Folien zu diesen einführenden Vortrag – “Biodiversität verstehen, erleben, gemeinsam gestalten” – findet ihr auf der Website des Ackermannbogen e.V.
Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt – Ein Katalog mit Anleitungen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen

2025 haben die Verbundpartner des BioDivHubs-Projekts den wunderschön illustrierten Katalog: „Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt“ veröffentlicht. Er bietet eine Sammlung leicht verständlicher und praxisnaher, langjährig erprobter und wissenschaftlich fundierter Anleitungen, wie Gartenengagierte die biologische Vielfalt in der Stadt fördern können. Damit urbane Gärtner*innen ihrer Rolle als „Hüter und Gestalter“ der biologischen Vielfalt auch gerecht werden können, ist den einzelnen Maßnahmen eine Entscheidungshilfe vorausgestellt, die auf die Besonderheiten und Größe der zur Verfügung stehenden Fläche und Gegebenheiten vor Ort eingeht. Die Auswahl zwischen den einzelnen Maßnahmen, wie z.B. dem Bau von Nisthilfen, dem Anlegen von Blühflächen und Vielfaltshecken, oder der Gestaltung naturnaher Teiche fällt damit leicht und kann im Gärtner*innenkreis diskutiert werden. Die schönen Illustrationen von Valentina Arros und die Fotografien der Autor*innen machen das Lesen und Entdecken zu einem besonderen Vergnügen und es wird unmittelbar verständlich: Wir können wirklich „Tiere pflanzen“!
Der Maßnahmenkatalog ist ab sofort als kostenloses E-Book, oder als Printausgabe bei TUM University Press erhältlich: Zum Katalog

Illustrationen: Valentina Arros





