Frostspanner wieder unterwegs

Es ist Raupenzeit! Nach dem Spaziergang draußen in der Flur oder der Radtour findet man kleine grüne oder braune Raupen auf der Kleidung. Aufmerksame Betrachter sehen sie auch auf Gehölzen, wo sie Löcher in die Blätter fressen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den Schädling vor.

Die Raupen der Frostspanner sind stets hungrig. Sie fressen die jungen grünen Laubblätter und schädigen junge Früchte von Obstgehölzen. Seit dem letzten Jahr treten sie wieder stärker auf.

Schäden durch Frostspanner

Die Tiere fallen auf, wenn kurz nach dem Laubaustrieb der Bäume und Sträucher Löcher in den Blättern erscheinen. Auch Blüten, zarte Triebe und junge Früchte zeigen Fraßschäden. Manchmal kommt es sogar zum Kahlfraß, wenn die Räupchen in Massen auf den Blättern sitzen. Auf dem Speiseplan der Frostspanner stehen Hainbuche, Ahorn, Rose, Hartriegel und weitere Ziergehölze sowie Obstbäume. Die Bäume und Büsche treiben im Jahresverlauf meist wieder aus, doch der Laubverlust schwächt die Pflanzen. Bei jährlich starkem Befall beeinträchtigt dies langfristig die Gehölze, da sie immer wieder mit Assimilationsbeeinträchtigung leben.

Der Frostspanner stellt sich vor

Es gibt verschiedene Frostspanner-Arten. Typisch für Spannerraupen ist die Fortbewegung mit einem „Katzenbuckel“, da sie nur vorne und hinten Füße haben. Meist treten der Kleine und der Große Frostspanner auf. Die Raupen des häufiger auftretenden Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners zeigen sich in den verschiedensten Musterungen aus Brauntönen. Gefräßig sind sie beide und bevorzugen den frischen Laubaustrieb im Frühjahr. Ist nicht mehr genügend Grünmaterial vorhanden, lassen sich die Tiere, meist an einem dünnen, seidigen Faden hängend, durch den Wind zu anderen Bäumen treiben. So gelangen die Raupen auch auf bis dahin noch unbefallene, in der Nähe stehende Bäume und Büsche. Nach dem großen Fressen im Frühjahr (etwa Ende Mai), seilen sich die Raupen schließlich an einem Faden ab, dringen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde ein und verpuppen sich dort. Im Herbst schlüpfen die Falter ab den ersten Nachtfrösten. Zur Fortpflanzung krabbeln die unscheinbaren, flugunfähigen Weibchen am Stamm hinauf in die Krone, wo sie durch Duftstoffe die flugfähigen Männchen anlocken. Die Paarung erfolgt nachts. Anschließend legen die Weibchen die Eier einzeln am Stamm und in Rindenvertiefungen ab.

Leimringe im Herbst und andere Gegenmaßnahmen

Hatten Sie einen starken Befall mit Frostspannern? Dann können Sie vorbeugen: Rechtzeitig, bevor im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten (je nach Region ab Ende September), werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite, grüne Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen Kleinfaltern und anschließend die Eiablage. Wichtig ist das rechtzeitige Abnehmen der Leimringe spätestens im März.

Und ganz wichtig: Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten. Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Gespinstmotten und andere Raupen

Schon wieder beginnt es und kleine weiße Gespinste hängen in den Zweigen von Apfelbäumen, Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und anderen Gehölzen. Geht man näher heran, so sind Raupengruppen erkennbar, die rasch die Blätter der Wirtspflanze fressen. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen Gespinste sehr schnell. Schneiden Sie die befallenen Triebstücke in eine große Tüte hinein, um sie dann in der Restmülltonne zu entsorgen oder zerdrücken sie die Gespinste, damit die Raupen zerquetscht werden. Leider sind die Gespinste recht dicht, so dass Vögel kaum Chancen haben an die Räupchen zu kommen. An größeren Bäumen, wo ein Wegschneiden nicht möglich ist, hat es sich bewährt die Gespinste mit einem Stock auseinander zu ziehen. Dann fallen die Raupen heraus bzw. können die Vögel und auch Wespen besser an die Schadtiere gelangen.


(Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie-infoschriften – Infoschriften www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartentipps

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de