Dunkles Naschobst aus dem Garten

Ein Beitrag der Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie

Es beginnt die Zeit der blauen und schwarzen Früchte im Garten: Heidelbeeren und Brombeeren sind ein beliebtes und gesundes Naschobst. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie diese Obstgehölze im Garten gut gedeihen.

Kultur-Heidelbeeren im Garten

Während Waldheidelbeeren blau verschmierte Gesichter hinterlassen und als niedrig bleibende Sträucher an halbschattigen und schattigen Standorten stehen, lieben Kulturheidelbeeren die Sonne. Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbosum), erreichen, je nach Sorte, Höhen von 0,60 bis 1,80 Metern und sind damit vom Wuchs deutlich größer als Waldheidelbeeren. Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Frucht selbst. Bei den Kulturheidelbeeren, deren Früchte größer sind, ist lediglich die Fruchthaut blau und das Fruchtfleisch grünlich bis weiß.

Eigentlich sind sie Pflanzen für drei Jahreszeiten: glöckchenförmige cremeweiße Blüten im Frühjahr von Hummeln umschwärmt, blaue kugelige Früchte im Sommer und eine leuchtend rote Herbstfärbung. Neben einem Platz an der Sonne benötigen Heidelbeeren einen sauren Boden. Gelangen die Wurzeln in Erde mit einem pH-Wert von über 6, so färben sich die Laubblätter gelb und die Pflanze kümmert. Wo das Bodenmilieu nicht passt, hat es sich bewährt die Sträucher in große Kübel (Mörtelkübel) mit einem sauren Substrat (z.B. Rhododendronerde) zu pflanzen. Wichtig ist die Gabe sauerwirkender Dünger (z.B. Rhododendrondünger) und Regenwasser zum Gießen. Abzugslöcher im Kübel mit Blähton als Drainage bewahren vor Staunässe. Die Schnittmaßnahmen beschränken sich auf das jährliche Entfernen einzelner älterer Triebe. Auch bei den Vögeln sind die Früchte heiß begehrt. Empfehlenswert ist das rechtzeitige Schützen mit Gemüsefliegennetzen (Maschenweite 0,8 mm), die so fein sind, dass auch die gefürchtete Kirschessigfliege nicht durch die Maschen hindurchkommt. Die Maden können in feuchten und kühlen Jahren besonders die Früchte später reifender Sorten schädigen.

Die Beeren an einem Strauch reifen unterschiedlich, weshalb die Ernte alle zwei Tage erfolgt. Pflanzen Sie jedoch mehrere Sorten, so können Sie den Erntezeitraum wesentlich verlängern. Außerdem verbessert sich dadurch die Befruchtung und somit der Ertrag.

Da Kulturheidelbeeren sowieso besser im Kübel wachsen, eignen sie sich durchaus auch für Balkone und Terrassen. Einige Sorten bleiben kleiner und kompakter.

Brombeeren im Garten

Was gibt es Besseres als die Brombeeren frisch zu naschen. Dabei überraschen sie mit ihrer dunklen Farbe und dem fruchtigen Aroma. Die reife Frucht löst sich beim Pflücken leicht und fällt quasi in die Hand. Nur dann können die guten Sorten geschmacklich voll überzeugen. Deshalb ist ein mehrmaliges Durchpflücken wichtig. Auch eine einzelne Pflanze liefert über mehrere Wochen ständig frische Früchte zum Naschen. Lagern lassen sich die empfindlichen Früchte nur kurz. Sie können sie jedoch gut einfrieren, um einen Vorrat für den Herbst und Winter anzusammeln.

Die selbstfruchtbaren Brombeeren sind recht genügsam. So wachsen sie auf leichten, wie auch auf schwereren Böden. Staunässe oder Bodenverdichtungen mögen sie aber nicht. Bei einem pH-Wert über 7 kann es zu Chlorosen (Gelbfärbung der Blätter) kommen. Besonders in weniger günstigen Lagen sind sonnige und windgeschützte Standorte zu wählen, um das Ausreifen der Früchte zu gewährleisten. Ansonsten kommt sie auch gut an einem halbschattigen Platz zurecht. Dies vermeidet Sonnenbrand an den Früchten. In trockenen Regionen hat sich die späte Herbst-/Winterpflanzung bewährt, in kälteren Gebieten pflanzt man besser im Frühjahr.

Es gibt zwei Wuchstypen bei den Brombeeren. Manche Sorten (z.B. ‘Loch Ness‘ und viele ältere Sorten) bilden sehr lange Ranken (bis vier Meter möglich), die an den Drähten eines Spaliers aufgebunden werden. Andere wachsen kompakt mit starken Ruten (Länge etwa gut zwei Meter) und werden als Fächerspalier erzogen (z.B. ‘Navaho‘ und ‘Asterina‘). Manch einer kennt die stark mit Stacheln bewehrten wilden Brombeeren oder die Sorte ‘Theodor Reimers‘. Die heutigen Sorten sind stachellos, so dass Sie gefahrlos ernten können.

Die großen, einzelnstehenden Blüten zieren die Pflanze. Meist sind sie weiß, jedoch gibt es auch Sorten mit rosa Tönen (z.B. ‘Navaho‘). Bienen und andere Insekten erfreuen sich ebenso an den Blüten, denn sie liefern Pollen und Nektar. Gleichzeitig bestäuben sie und garantieren die Ernte.

Nach der Ernte werden die abgetragen Ranken weggeschnitten und vier bis fünf Jungruten festgebunden. Im August schneidet man die an den neuen Ranken in den Achseln entstandenen Geiztriebe auf drei bis vier Augen bzw. 15 bis 20 Zentimeter zurück. Die Brombeere lässt sich auch als Fruchthecke, blühende und fruchtende Abgrenzung nutzen. Selbst in einem großen Kübel für Balkon und Terrasse wächst und fruchtet das Obst.


Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Text und Bilder: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim