Der naturnahe Garten im Herbst

Verwenden Sie die Bilder nur in Zusammenhang mit dem Text. Achten Sie bei den Bildern auf die Nennung der Autoren (Christine Scherer © LWG). Diese finden Sie bei den Bildeigenschaften.

Die Beete umgegraben, das Laub feinsäuberlich aus dem Garten verbannt? Ein naturnaher Garten sieht anders aus. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps. Freuen Sie sich über den Herbst und verfallen Sie nicht in Aktionismus.

Buntes Laub fällt von den Bäumen, blühende Astern und einige Rosen sowie Früchte an Sträuchern und Bäumen lassen den Garten vor der Winterruhe noch einmal richtig aufleben. Ein naturnaher Garten ist auch jetzt noch an Vielfalt kaum zu übertreffen.

Ein bisschen Gartenkosmetik

Im Herbst ist die Sommerpracht verschwunden, doch das ist lange kein Grund alles zu entfernen. Vielmehr reicht es, ein bisschen korrigierend einzugreifen: entfernen und entsorgen Sie Verblühtes und Samenstände, wenn kein Aussamen erwünscht ist. Kanadische Goldrute, Kugeldistel, Einjähriges Berufkraut und andere würden sich sonst unkontrolliert im Garten vermehren. Kranke Pflanzenteile entfernen Sie ebenfalls, um Übertragungen vorbeugend zu vermeiden. Vorsichtshalber erfolgt die Entsorgung auch hier über die Biotonne, nicht über den eigenen Kompost.

Stechen einzelne Pflanzenteile unschön aus dem herbstlichen Gesamtbild heraus, können sie zurückgeschnitten werden. Ebenso auch Triebe und Blätter von Stauden und Gehölzen, die in den Weg hineinragen. Hier geht die Wegesicherheit vor. Abgeschnittenes wird auf einem Haufen gesammelt oder gehäckselt bzw. zerkleinert und auf den Kompost gegeben.

Verschiedenes Falllaub im Garten

Gehölze verlieren ihr Laub, um sich auf den Winter vorzubereiten. Oft färbt es sich noch gelb, rot oder orange, bevor es sich löst und zu Boden fällt. Es ist viel zu wertvoll, als dass es in die Tonne wandert. Wenn herbstliche Blätter von Bäumen und Sträuchern fallen, können sie meist auch dort verbleiben. Laub lässt sich in dünnen Lagen zwischen Stauden oder auf abgeräumten Gemüsebeeten und unter Hecken verteilen. Es bedeckt und schützt den Boden vor starkem Frost und Austrocknung im Frühjahr. Als dickere Schicht unterdrückt es sogar manche keimenden Unkräuter. Übriges Falllaub kann kompostiert werden. So bleibt auch schwer zersetzbares Laub von Walnuss und Eiche im Gartenkreislauf. Für die schnellere Verrottung zerkleinert man die Blätter beispielsweise mit dem Rasenmäher und gibt sie schichtenweise oder vermischt mit anderem grünem Material (z. B. Rasenschnitt) auf die Kompostmiete.

Nicht überall ist Falllaub erwünscht. Feuchte Laubblätter bilden auf Gehwegen gefährliche Rutschpartien. Entfernen Sie deshalb die Blätter rechtzeitig, bevor sie auf den Wegen festkleben und vergammeln. Auch vom Rasen nehmen Sie zumindest größere Blattmassen weg, damit die Rasengräser genug Luft bekommen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Rasengräser verfaulen oder sich verschiedene Pilzkrankheiten über den Winter ausbreiten. Das in den Teich eingefallene Laub zersetzt sich und gibt Nährstoffe frei, was im nächsten Jahr an sonnigen Standorten das Algenwachstum fördert. Deshalb ist es auch dort unerwünscht. Laub kann zudem Überträger von Schadorganismen sein. In feuchten Jahren sind manche Pilzkrankheiten besonders stark ausgeprägt. Entfernen Sie deshalb sicherheitshalber kranke Blätter und entsorgen Sie diese über den Biomüll oder den Grüngutabfall.

Rückzugsorte anbieten

Ein extra Laubhaufen an einer ruhigen Stelle im Garten bietet Igel und anderen Gartentieren wertvolle Winterschutz- und Überwinterungsmöglichkeiten. Abgestorbene Blätter an Stauden schützen nicht nur die Pflanzen, sondern geben Insekten und anderen Kleintieren zusammen mit den Stängeln eine Überwinterungsmöglichkeit. Vor allem markhaltige Stängel dienen verschiedensten Kleinlebewesen als Rückzugsort. Laub dient leider auch als Überwinterungsschutz für die ungebetenen Wühlmäuse. Unter einer dicken Laubschicht fühlen Sie sich besonders wohl. Gerade um Baumscheiben ist es deshalb besser, wenn die Blätterschicht über den Winter abgeräumt wird.

Anfallendes Trieb- und Astwerk vom Rückschnitt größerer Gehölze und Sträucher lässt sich zu einem Haufen errichten oder als Benjeshecke nutzen. Es sind wertvolle Rückzugs- und Überwinterungsorte für verschiedene nützliche Tiere.

Nahrungsmöglichkeiten

Neben dem Winterschutz für Pflanzen, dienen abgefallene Laubblätter als Nahrung für Bodenlebewesen und Mikroorganismen. Regenwürmer, Asseln, Insektenlarven, Hundert- und Tausendfüßer, Springschwänze, Milben und viele mehr sowie verschiedene Algen, Pilze und Bakterien zerkleinern und zersetzen die Laubmasse und geben langsam die darin gebundenen Nährstoffe frei. Diese können dann von den Pflanzen in der nächsten Gartensaison genutzt werden.

Samen und fruchttragende Stauden und Gehölze zieren den herbstlichen Garten, sie bieten vor allem wertvolle Nahrung für Tiere in der kalten Jahreszeit. Bis zum Frühjahr sind oft Hagebutten, die Früchte des Efeus oder Samen von Sonnenblume, Schmuckkörbchen und anderen Einjahresblumen sowie Stauden vertilgt. Es macht Freude die verschiedenen Vögel zu beobachten, die das unterschiedliche Nahrungsangebot gerne annehmen.


Quelle: Bayerische Gartenakademie (an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim); Bilder: Christine Scherer © LWG