Der sommerliche Garten im Klimawandel

Ein Beitrag der Bayerischen Gartenakademie

Der Sommer ist die Zeit der Ernte. Doch in jedem Jahr erleben wir neue Überraschungen, denn immer öfter sind das Jahr und besonders auch die Sommermonate von Wetterextremen geprägt, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Der Klimawandel wird somit hautnah spürbar. So war diesmal die Hitze der letzten Wochen sowie mancherorts die extreme Trockenheit charakteristisch, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Manche Gebiete leiden unter hoher Sonneneinstrahlung mit Hitze und Trockenheit und andere Regionen erleben Starkregen und Hagel. Das alles schadet dem Garten.

Sommer mit wenig Regen

In einigen Gebieten fehlten und fehlen wochenlang nennenswerte Niederschläge. Die ausgeprägte Sommertrockenheit macht sich überall bemerkbar. Risse im Boden sind keine Seltenheit. Die Pflanzen vertrocknen. Im Garten können Sie Maßnahmen ergreifen, die die Wasserproblematik abmildern. Jedoch ist Wasser ein wertvolles Gut und sollte gezielt verwendet werden. Neben einem sinnvollen und effektiven Wassermanagement ist der Boden wichtig. Eine gute Bodenstruktur ohne Verdichtungen und mit einem höheren Humusgehalt, erzielt durch jährliche Kompostgaben und das Einarbeiten von Gründüngung, sorgt für eine bessere Wasserspeicherung.

Eine besonders wichtige Pflegemaßnahme ist das Mulchen. Hierbei bedecken Sie freie Erde mit zerkleinertem organischem Material, das rasch von den Bodenorganismen zersetzt wird (Salatblätter, junge „Unkräuter“ ohne Blüten- und Samenansatz, weicher Heckenrückschnitt, Rasenschnitt etc.). Sollte solches Material nicht zur Verfügung stehen, eignen sich Getreide- oder Miscanthus-Stroh, Schafwolle und ähnliches, um die Verdunstung der Feuchtigkeit aus dem Boden zu verringern. Mulchen können Sie nicht nur im Gemüsegarten, sondern auch unter Beerensträuchern und Obstbäumen sowie im Ziergartenbereich; also überall, wo Boden sichtbar ist.

Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen

Mit der Trockenheit gehen oft auch Schäden durch die Sonne einher. Selbst sogenannte „Sonnenkinder“ leiden unter der Hitze mit Temperaturen teilweise weit über 40 Grad und der hohen Sonneneinstrahlung. Das Pflanzengewebe stirbt ab. Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn die Hitze mit intensiver Sonneneinstrahlung auf feuchtes und trübes Wetter folgt. Nicht nur weichhäutige Beeren erleiden Schaden, Blätter von Stauden und Gehölzen vertrocknen und auch verschiedenste Früchte zeigen helle geschädigte Stellen. Zudem gibt es bei der Bestäubung und Befruchtung Probleme: beispielsweise werfen Bohnen ihre Blüten ab und Tomaten bilden in dem heißen Zeitraum keine Früchte.

Sommer mit Starkregen

Andererseits gibt es auch Orte, die von Starkregenereignissen heimgesucht werden, so dass innerhalb kurzer Zeit sogar Überschwemmungen möglich sind. Vorbeugende Maßnahmen können die Aufnahmefähigkeit des Bodens fördern und Erosion entgegenwirken. So bleibt ein bedeckter Gartenboden, sei es mit Pflanzen oder organischem Mulch, ebenso aufnahmebereit für Niederschläge wie ein aufgehackter. Das Mulchmaterial, was ja auch gegen Austrocknen hilft, puffert zudem große Wassertropfen ab und leitet das wertvolle Nass in die Erde. Trocknet der Boden wieder ab, verkrustet er oft, wenn er nicht durch Mulchmaterial bedeckt war und bildet Risse. Hier hilft das Aufhacken, das auch die Verdunstung senkt, sodass die Bodenfeuchtigkeit besser erhalten bleibt.

Kräftige Niederschläge führen nach Zeiten der Trockenheit bei vielen Pflanzen zu einem starken Wachstum. Folglich jedoch platzen viele Früchte auf, denn die härtere Fruchthaut kann nicht mitwachsen. Besonders Tomaten zeigen diesen Schaden, wenn sie im Freien ohne Dach stehen. Geplatzte Früchte sollten schnell verwertet werden, bevor sich Schadpilze oder Schadinsekten vermehren können. Bei Tomaten besteht zudem die Gefahr, dass sie bei anhaltender Feuchtigkeit an Kraut- und Braunfäule erkranken. Entfernen Sie dichtstehende Blätter und Geiztriebe, damit die Pflanzen schnell abtrocknen können.

Starkregen und Hagel verletzen gelegentlich Blätter und Früchte. Sorgfältiges Ausputzen geschädigter Pflanzenteile beugt weitere Schädigungen vor. Auch unreife schadhafte Früchte von Obst und Gemüse werden entfernt, denn schnell können sich Fäulnis und Schimmel ausbreiten.


Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de