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Frostspanner wieder unterwegs

Es ist Raupenzeit! Nach dem Spaziergang draußen in der Flur oder der Radtour findet man kleine grüne oder braune Raupen auf der Kleidung. Aufmerksame Betrachter sehen sie auch auf Gehölzen, wo sie Löcher in die Blätter fressen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den Schädling vor.

Die Raupen der Frostspanner sind stets hungrig. Sie fressen die jungen grünen Laubblätter und schädigen junge Früchte von Obstgehölzen. Seit dem letzten Jahr treten sie wieder stärker auf.

Schäden durch Frostspanner

Die Tiere fallen auf, wenn kurz nach dem Laubaustrieb der Bäume und Sträucher Löcher in den Blättern erscheinen. Auch Blüten, zarte Triebe und junge Früchte zeigen Fraßschäden. Manchmal kommt es sogar zum Kahlfraß, wenn die Räupchen in Massen auf den Blättern sitzen. Auf dem Speiseplan der Frostspanner stehen Hainbuche, Ahorn, Rose, Hartriegel und weitere Ziergehölze sowie Obstbäume. Die Bäume und Büsche treiben im Jahresverlauf meist wieder aus, doch der Laubverlust schwächt die Pflanzen. Bei jährlich starkem Befall beeinträchtigt dies langfristig die Gehölze, da sie immer wieder mit Assimilationsbeeinträchtigung leben.

Der Frostspanner stellt sich vor

Es gibt verschiedene Frostspanner-Arten. Typisch für Spannerraupen ist die Fortbewegung mit einem „Katzenbuckel“, da sie nur vorne und hinten Füße haben. Meist treten der Kleine und der Große Frostspanner auf. Die Raupen des häufiger auftretenden Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners zeigen sich in den verschiedensten Musterungen aus Brauntönen. Gefräßig sind sie beide und bevorzugen den frischen Laubaustrieb im Frühjahr. Ist nicht mehr genügend Grünmaterial vorhanden, lassen sich die Tiere, meist an einem dünnen, seidigen Faden hängend, durch den Wind zu anderen Bäumen treiben. So gelangen die Raupen auch auf bis dahin noch unbefallene, in der Nähe stehende Bäume und Büsche. Nach dem großen Fressen im Frühjahr (etwa Ende Mai), seilen sich die Raupen schließlich an einem Faden ab, dringen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde ein und verpuppen sich dort. Im Herbst schlüpfen die Falter ab den ersten Nachtfrösten. Zur Fortpflanzung krabbeln die unscheinbaren, flugunfähigen Weibchen am Stamm hinauf in die Krone, wo sie durch Duftstoffe die flugfähigen Männchen anlocken. Die Paarung erfolgt nachts. Anschließend legen die Weibchen die Eier einzeln am Stamm und in Rindenvertiefungen ab.

Leimringe im Herbst und andere Gegenmaßnahmen

Hatten Sie einen starken Befall mit Frostspannern? Dann können Sie vorbeugen: Rechtzeitig, bevor im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten (je nach Region ab Ende September), werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite, grüne Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen Kleinfaltern und anschließend die Eiablage. Wichtig ist das rechtzeitige Abnehmen der Leimringe spätestens im März.

Und ganz wichtig: Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten. Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Gespinstmotten und andere Raupen

Schon wieder beginnt es und kleine weiße Gespinste hängen in den Zweigen von Apfelbäumen, Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und anderen Gehölzen. Geht man näher heran, so sind Raupengruppen erkennbar, die rasch die Blätter der Wirtspflanze fressen. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen Gespinste sehr schnell. Schneiden Sie die befallenen Triebstücke in eine große Tüte hinein, um sie dann in der Restmülltonne zu entsorgen oder zerdrücken sie die Gespinste, damit die Raupen zerquetscht werden. Leider sind die Gespinste recht dicht, so dass Vögel kaum Chancen haben an die Räupchen zu kommen. An größeren Bäumen, wo ein Wegschneiden nicht möglich ist, hat es sich bewährt die Gespinste mit einem Stock auseinander zu ziehen. Dann fallen die Raupen heraus bzw. können die Vögel und auch Wespen besser an die Schadtiere gelangen.


(Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie-infoschriften – Infoschriften www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartentipps

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de


Obstgehölze zeigen Blasen

Freizeitgärtner*innen wenden sich oft an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Pfirsich und Nektarine, Johannisbeere und Rebstock blasige Blätter aufweisen. Häufig sind die Veränderungen zusätzlich rot verfärbt, so dass sie besonders auffallen.

Auch wenn das Bild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich erscheint, sind die Verursacher ganz verschieden. Ein Pilz oder kleine Tiere sind die Schaderreger.

Blasen an den Blättern des Pfirsichs

Viele Pfirsichbäume zeigen jetzt im Frühjahr stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen manchmal dick, sind fleischfarbig bis dunkelrot eingefärbt und werden brüchig. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Durch die geringere Fotosyntheseleistung über die Jahre wird die Pflanze geschwächt und kann die Früchte nicht mehr richtig ernähren. Sie fallen zum Teil auch ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit.

Die Infektion erfolgt bereits bei Knospenschwellen im Januar und Februar. Dabei werden Pilzsporen bei feuchter Witterung zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Problematisch ist nur, dass man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen denkt und das Knospenschwellen sehr witterungsabhängig ist. Durch milde Winter mit viel Niederschlag sind die Schädigungen stark ausgeprägt. Eine Bekämpfung nicht mehr möglich, sobald Sie Symptome erkennen. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern.

Beim regelmäßigen Schnitt zur oder nach der Blütezeit schneidet man schon einen Teil der infizierten Blätter mit weg. Versuchsweise könnte man den Pfirsichbaum, zumindest in wärmeren Gegenden, auch im Herbst schneiden, um weiteres Infektionspotential zu entfernen. Leider gibt es keine Sorte, die von der Kräuselkrankheit komplett verschont bleibt. ‘Benedicte‘, ‘Fruteria‘ und ‘Weinbergspfirsich‘ sind jedoch weniger betroffen.

Blasen an den Blättern der Johannisbeere

An den roten Johannisbeeren fallen blasige und rot gefärbte Aufwölbungen an den grünen, sich entfaltenden Blättern auf. Auf der Blattunterseite entdeckt man dann grünliche Johannisbeerblasenläuse. Durch deren Saugtätigkeit entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum der Sträucher ist nicht eingeschränkt. Starkbefall jedoch könnte zu Blattfall führen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger, so dass die Verursacher der roten Blasen oft schon gefressen sind, wenn der Schaden auffällt. Die Läuse können auch auf andere krautige Pflanzen gewandert sein und kommen dann im Herbst zurück an die Johannisbeere, wo sie an den Trieben ihre Eier ablegen. Daraus schlüpfen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse.

Blasen an den Blättern des Rebstockes

Auch an den Weinstöcken entdeckt man ein ähnliches Phänomen: pockenartige gelbliche oder rötliche Erhebungen auf den jungen Blättern. Das ist die Rebenpockenmilbe, die durch ihre Saugtätigkeit die Blätter zur Entwicklung von Pocken und Haarfilz anregt. Auf der Unterseite der Pocken hat sich ein Haarfilz gebildet, in dem zunächst die Schadmilben und später auch die Raubmilben sitzen. Bei geringem Befall ist der Schaden nur optisch. Ist der Befall sehr stark, könnten sogar die Blüten befallen werden. Bemerken Sie nun die Pocken auf Ihrem Weinstock, dann entfernen Sie die befallenen Blätter, um eine zweite Milbengeneration zu reduzieren.


Bayerischen Gartenakademie:

Infoschriften: www.lwg.bayern.de/gartenakademie-infoschriften;

Gartentipps – jede Woche neu: www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartencast – Gartentipps zum Hören

Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim


Dem Frostspanner vorbeugen

Ein Beitrag der Bayerischen Gartenakademie:

Der Frostspanner

Frostspannerraupen können Obstbäume oder auch Ziergehölze kahlfressen. Vorbeugend sind Leimringe, die bei richtiger Anwendung gegen den Schädling wirken. Im Herbst angewandt, sieht man die positiven Auswirkungen im Frühjahr. Beginnen die kalten Nächte, dann wird es Zeit etwas gegen die künftigen Raupen des Kleinen und Großen Frostspanners zu unternehmen.

Der eigentliche Schädling ist die gefräßige Raupe, die im Frühjahr (April/Mai) Löcher in Blätter frisst, auch vor Blüten und junge Früchte nicht Halt macht. Bei starkem Befall kann es zum Kahlfraß kommen. Es gibt verschiedene Frostspannerarten. An Obstbäumen treten zwei auf: der Kleine und der Große Frostspanner. Die Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners zeigen sich in den verschiedensten Musterungen aus Brauntönen. Die größten Schäden verursacht der häufiger auftretende Kleine Frostspanner. Beide bewegen sich mit dem typischen Katzenbuckel fort. Nach dem großen Fressen im Frühjahr seilen sich die Raupen ab und verpuppen sich etwa zehn Zentimeter tief in der Erde. Etwa bis Mitte September haben sich die Puppen dann in erwachsene Falter verwandelt – flugfähige Männchen und flugunfähige Weibchen. Die Männchen des Kleinen Frostspanners sind braungrau gefärbt und haben eine Flügelspannweite von circa 25 Millimeter. Die Vorderflügel sind mit welligen, dunklen Linien gekennzeichnet. Bei den Weibchen hingegen sind die Flügel bis auf kleine Stummel zurückgebildet. Dadurch wirken sie gedrungen und sind flugunfähig. Letzteres ist entscheidend für die Entwicklung und für die Bekämpfung des Schädlings.

Leimringe können Frostspannerweibchen stoppen

Bei starkem Frühlingsbefall durch Frostspanner können Sie vorbeugen. Rechtzeitig, bevor im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten, oft Ende September/Anfang Oktober, werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite, grüne Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen Kleinfaltern und anschließend die Eiablage.

Nicht nur der Zeitpunkt ist entscheidend, auch das richtige Anlegen der Barriere. Sehr borkige Rinde, vor allem älterer Bäume, wird vor dem Anbringen des Leimringes geglättet, den man dann mit Schnüren oder Draht am oberen und unteren Ende festzurrt. So können die weiblichen Falter nicht darunter durchkrabbeln. Auch Baumpfähle, die bis zur Krone reichen, bekommen ebenfalls einen Klebering, um auch hier das Aufwandern zu verhindern. Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit, ob Sie trockenen Leim erneuern müssen oder ob Blätter anhaften, die als Brücken dienen können. Entfernen Sie den Leimring spätestens Anfang März! Sonst verenden dort mehr nützliche Insekten als Schädlinge. Leider können Vögel auf dem Leim anhaftende Insekten als Futterquelle nutzen und sich dabei ihre Schnäbel verkleben. Und trotzdem sind Leimringe eine giftfreie, somit umweltfreundliche und dabei sehr effektive Maßnahme bei fachgerechter Anwendung. Denn selbst mit Biomitteln kann eine größere Baumkrone mit einer Rückenspritze im Frühjahr nur äußerst aufwendig und unzureichend behandelt werden.

Bitte beachten Sie: Leimringe helfen NICHT gegen den „Wurm im Apfel“, den Apfelwickler. Außerdem sollten sie über Sommer nicht gegen Ameisen angelegt werden.

Erfahrungen aus dem Garten

Wenn Sie Leimringe nach einem Frühjahrsbefall zwei Jahre nacheinander konsequent, d.h. rechtzeitig und richtig einsetzen, werden Raupenbefall und Schaden nur noch minimal sein. Dann kann durchaus wieder eine längere Pause von mehreren Jahren ohne diese „Barriere“ eingelegt werden.

Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten.

Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Früher wurde empfohlen die Leimringe schon Anfang September anzulegen. Doch durch den Klimawandel hat sich das verändert. So treten die kalten Nächte oft erst im Laufe des Oktobers auf.


https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartenblog

Weitere Informationen: Wenn Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie eine E-Mail an:

bay.gartenakademie@lwg.bayern.de, oder wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333)


(Text und Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)


Der Kirschessigfliege vorbeugen

Im Garten reifen Brombeeren, Heidelbeeren und erste Herbsthimbeeren, Tafeltrauben färben sich langsam, ebenso der Holunder. Aufgrund der zahlreichen Niederschläge und der kühlen Temperaturen fühlt sich die Kirschessigfliege wohl, warnen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Leider ist der kleine Schädling nicht wählerisch und befällt bevorzugt weichhäutige und dunkle Früchte. Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich der Befall eindämmen.

Schäden durch die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) schädigt, im Gegensatz zu den heimischen Arten der Frucht- und Essigfliegen, völlig intakte Früchte. Die weiblichen Tiere besitzen einen kräftigen sägeartigen Legebohrer, sägen damit die weiche Fruchthaut an und legen ihr Ei dort ab. Leider ist die Kirschessigfliege nicht auf bestimmte Obstarten beschränkt. So schädigt sie vor allem späte Kirschen, späte Sommer- sowie Herbsthimbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, aber auch sehr reife Johannisbeeren; später folgen dann Kiwi, Schwarze Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, (blaue)Tafeltrauben und Wildfrüchte in der Flur.

Befallene Früchte sehen zunächst normal aus, denn die Fliegenlarven fressen unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch. Es entstehen erst kleine Dellen. Später fällt die Frucht immer mehr zusammen und saftet. Ist die Frucht noch nicht ganz zerstört, treten auf leichten Druck an der Einstichstelle Safttropfen aus. Der gärende Fruchtsaft lockt vermehrt Wespen und andere Fruchtfliegen an, die weiter schädigen. An der Einstichstelle können zudem Schimmelpilze und Essigbakterien eindringen.

Verstärktes Auftreten der Kirschessigfliege

Seit 2014 tritt die Kirschessigfliege regelmäßig auf. Da sie feucht-warmes Wetter besonders mag, tritt sie in niederschlagsreichen Jahren stärker auf. Immer wieder Regen, hohe Luftfeuchte (auch durch Taubildung) und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind optimale Lebensbedingungen und führen zu einer schnellen Vermehrung. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege liegt meist nur zwischen 14 und 21 Tagen. Zwischen dichten Sträuchern und in Hecken hält sie sich besonders gerne auf, da es dort länger kühl und feucht bleibt. Unter optimalen Bedingungen bildet die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen, welche dann jeweils die aktuell reifenden Obstarten befallen. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30°C kann sie sich kaum vermehren und es sind wenig Schäden zu erwarten.

Vorbeugung der Kirschessigfliege und Begleitmaßnahmen

Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig. Da die Kirschessigfliege eine hohe Luftfeuchte liebt, unternehmen Sie alles, was dem entgegenwirkt.

Die Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen. Dichte Baumkronen und Sträucher werden ausgelichtet, damit sie besser durchlüftet werden. Das frühzeitige, das heißt deutlich vor der Reife, und dichte Einnetzen kleinerer Pflanzen ist eine effektive Methode. Die Maschenweite der feinen Netze beträgt 0,8 Millimeter (Gemüsefliegennetze, Moskitonetze). Einzelne Fruchttrauben beim Weinstock schützt man mit dem Eintüten in Organzabeutel.

Ernten Sie das reife Obst zügig und in kurzen Abständen (eventuell auch knappreif); Beerenobst alle zwei bis drei Tage. So entstehen kaum madige Früchte. Das Erntegut lagern Sie bis zum Verzehr oder zur Verarbeitung am besten im Kühlschrank. Das komplette Abernten der Obstgehölze beugt einer stärkeren Vermehrung des Schädlings und dem Übergriff auf andere Arten vor. Auch geschädigte oder trockene Früchte werden geerntet und verblieben nicht an oder unter der Pflanze.

Um Eier und Maden abzutöten, werden befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder einer Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt. Alternativ in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel geben und mehrere Stunden stehen lassen oder mit kochendem Wasser überbrühen. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode. Das Kompostieren sowie Entsorgen befallener Früchte in Restmüll- oder Biotonne ist nicht sinnvoll, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann.

Weitere Informationen zur Kirschessigfliege:

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/3363_a_kirschessigfliege_bf.pdf

https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php


Text und Bilder: Bayerische Gartenakademie am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau; Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

Aktive Raupen im Garten

Blattgerippe an Obstbäumen und Sträuchern, braune und kahle Buchsbäume, Gespinste im Apfelbaum und abgefressene Blätter an Stachelbeeren – es ist Raupenzeit! Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die unterschiedlichen Schädlinge vor.

Meist zu unterschiedlichen Zeiten, in diesem Jahr jedoch parallel, treten Frostspanner, Buchsbaumzünsler, Gespinstmotten und Stachelbeerwespe auf. Die Larven (Raupen) dernInsekten schädigen die Pflanzen und Früchte durch (Kahl-)Fraß.

Frostspanner

In den letzten Jahren oft etwas schwächer aufgetreten findet man nun zahlreiche und gefräßige Raupen des Kleinen und des Großen Frostspanners. Zunächst fallen die löchrigen oder abgefressenen Laubblätter von Kirsche, Apfel, Hainbuche und anderen Gehölzen auf. Bei Obstgehölzen sind zudem noch die jungen Früchte angefressen. Sieht man genauer hin, entdeckt man Raupen, die sich mit einem „Katzenbuckel“ fortbewegen. Dies ist das typische Anzeichen von Spannerraupen. Sie sind beim Kleinen Frostspanners grün, die des Großen Frostspanners braun-bunt gefärbt. Gefräßig sind sie beide. Kleine Bäume und Sträucher können Sie nach den Schädlingen kontrollieren und absammeln. Später seilen sich die Raupen ab und verpuppen sich im Boden. Bei starkem Befall ist es nötig, Ende September/Anfang Oktober Leimringe an den Stämmen der Bäume anzubringen. Die flugunfähigen Weibchen klettern zur Eiablage im Spätherbst in die Krone, bleiben jedoch zuvor am Leimring hängen. Allerdings sollte diese Leimbarriere im März wieder abgenommen werden.

Buchsbaumzünsler

Schon einige Jahre schädigt der Buchsbaumzünsler das beliebte Ziergehölz massiv. Mancher Gartenbesitzer hat den Buchsbaum deshalb bereits aus seinem Garten verbannt. Die grünen Raupen mit schwarzen Streifen an der Seite und schwarzen Kopf sind sehr gut getarnt und nur bei genauer Beobachtung zu erkennen. Aus den Raupen entwickelt sich nach der Verpuppung ein beigefarbener Falter mit braun umrandeten Flügeln, der wiederum nach ca. neun Tagen seine Eier an noch grüne Buchsbäume ablegt, aus denen nach nur drei weiteren Tagen die kleinen Raupen schlüpfen. Die warmen Tage der letzten Wochen haben die Entwicklung des Buchsbaumzünslern stark vorangetrieben. Sofort fallen die zusammen gesponnenen Blätter auf, in denen meist junge Raupen sitzen. Die größeren Raupen ziehen sich bei Erschütterung sofort ins Innere der Buchspflanze zurück. Betrachten Sie die Buchspflanzen etwas länger, dann entdecken Sie die gefräßigen Raupen und können diese gleich absammeln oder zerdrücken.

Gespinstmotten

Schon wieder hängen weiße Gespinste in den Zweigen von Apfelbäumen, Pfaffenhütchen, Schlehen und Traubenkirsche. Geht man näher heran, so sind Raupengruppen erkennbar, die rasch die Blätter der Wirtspflanze fressen. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen und klebrigen Gespinste sehr schnell. Am besten ziehen Sie beim Entfernen Handschuhe an, sodass Sie die Gespinste gut und gefahrlos zerdrücken können. Halten Sie dabei einen Karton, Pappdeckel oder Eimer unter das Gespinst, denn beim Berühren lassen sich die darin zahlreich befindlichen Räupchen abseilend auf den Boden fallen. Alternativ schneiden Sie die Gespinste in eine große Tüte und entsorgen diese im Restmüll. Leider sind die Gespinste recht dicht und klebrig, so dass Vögel kaum Chancen haben an die Räupchen zu kommen. An größeren Bäumen, wo ein Wegschneiden nicht möglich ist, hat es sich bewährt die Gespinste mit einem langen Stock auseinander zu ziehen.

Stachelbeerblattwespe

Verstärkt treten grünlich-grauen Larven mit schwarzen Punkten an Stachelbeeren auf, die die Blätter in sehr kurzer Zeit kahlfressen und nur die Blattstiele übriglassen. Da die Tiere im Inneren mit dem Fressen beginnen, bleibt der Befall lange unerkannt. Auch hier gilt konsequentes Absammeln. Zudem werden rote und weiße Johannisbeeren befallen, die es ebenfalls zu kontrollieren gilt. Je nach Witterung können sich mehrere Generationen entwickeln, so dass bis in den August Schädlingsbefall möglich ist.

Das haben sie alle gemeinsam

Die Eltern der schädlichen Raupen sind (Klein-)Schmetterlinge bzw. Blattwespen. Die Schadraupen haben großen Hunger und fressen die Pflanzen manchmal sogar kahl. Dies schwächt die Pflanzen, vor allem wenn das jährlich und stark auftritt. Sie treiben schlechter aus, werden anfälliger für andere Krankheiten und können schließlich absterben. Die Früchte werden abgestoßen bzw. reifen nicht aus.

Alle Raupen dienen jedoch verschiedenen Tieren als wichtige Nahrungsquelle.

Vögel wie beispielsweise Meisen und Spatzen picken die Räupchen der Frostspanner fleißig, besonders im jungen Stadium, aus den Verstecken der Triebe heraus. Auch suchen die Vogeleltern Raupen des Buchsbaumzünslers in den locker aufgebauten Pflanzen, um ihre Jungen zu füttern. Fördern Sie insektenfressende Vögel, die außerdem auch Falter fangen können. Räuberisch lebende Wanzen machen sich über die Eier und Raupen her. Wespen benötigen für die Aufzucht ihrer Jungtiere Eiweiß und nutzen deshalb Raupen als Nahrungsquelle, besonders in den Sommermonaten.

Eine rechtzeitige mechanische Reduktion durch Entfernen vieler Raupen lässt die Pflanzen weiter gut wachsen und bietet trotzdem noch ausreichend Futter für Tiere. Kontrollieren Sie daher ihre Pflanzen regelmäßig und greifen Sie rechtzeitig ein.


Bilder: Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon: 0931/9801-3333

oder schreiben Sie eine E-Mail an: bay.gartenakademie@lwg.bayern.de