Kategoriearchiv: Allgemein

MYZEL🍄🍄🍄

ein Performance-Spaziergang in eine spekulative Zukunft des Fungizäns

von und mit Ella von der Haide und Nicola von Thurn

Samstag 24. und Sonntag 25. Oktober 2026 jeweils um 14.00 Uhr im Forstenrieder Park in Buchenhain/Baierbrunn 

„Wir schreiben das Jahr 2226. Die Erde hat sich radikal verändert: Nach den Umweltkatastrophen des 21. Jahrhunderts überwuchern Pilz-Myzele die Ruinen des Anthropozäns. Pilze haben die Weltherrschaft übernommen und ihre kommunikativen Fähigkeiten ausgebaut. Die wenigen Menschen, die das Klimachaos, Artensterben, Kriege und Pandemien überlebt haben, sind zu Myzel-Kollaborateur*innen geworden. Auf unserem Performance-Spaziergang treffen wir einige dieser Pilz-Mensch-Mischwesen, die uns in die Pilz-Kommunikation einführen, damit wir am neuen Fungizän teilhaben können. An verschiedenen Stationen im Wald darf gespürt, geschmeckt, gerochen und sich ein bisschen gegruselt werden. 70 Minuten, 2 km durch den Wald ..“

Tickets: Preis nach Selbsteinschätzung 2 – 25 € https://MYZEL.eventbrite.de

Treffpunkt: Forstenrieder Park, Eingang „Ludwigs-Geräumt“ – nahe der Haltestelle Buchenhain (S7 Richtung Wolfratshausen)

Mehr Infos: www.post-anthropozentrischer-zirkus.de/MYZEL 

Die Performance ist gefördert durch den Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V. im Rahmen der Wiederaufnahmeförderung des „Förderpakets Freie Kunst 2026″ mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst


Text und Bild: Ella von der Haide;

Genuss aus Kräutern und Blüten – Workshop für Erwachsene und Familien

Termin: 24. Oktober 2026, 10:30 – 12:30 Uhr

Ort: Nachbarschaftstreff Ackermannbogen e.V. , Georg-Birk-Str. 14 , 80797 München

Referentin: Alicia Bilang, Natur – und Kräuterpädagogin

Anmeldung bitte bis 21.10.2026 hier

„Wir bereiten individuelle Kräutersalze, Blütenzucker und wohltuende Teemischungen zu. Die getrockneten Kräuter und Blüten kommen aus dem StadtAcker. Für Kinder ab 6 Jahren. Falls vorhanden, bitte einen Mörser mitbringen.“


Text und Foto: StadtNatur, Ackermannbogen e.V.

Die köstlichen Wilden – ein Garten für Mensch und Tier

Termin: Sonntag, 18.10.2026 / 16.00 bis 18.00 Uhr

Ort: ÖBZ

Referent*innen: Christine Nimmerfall und Konrad Bucher

Anmeldung bitte hier

Wildgemüse erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Es wächst in bester Bio-Qualität vor unserer Haustür und liefert wertvolle Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung. Gleichzeitig sind diese heimischen Wildpflanzen wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.


Um diese besondere Verbindung von Gesundheit und Naturschutz kennenzulernen, bepflanzen wir am Ökologischen Bildungszentrum ein Beet mit über zwanzig mehrjährigen, gartentauglichen Wildpflanzenarten. Wir entdecken ihre Verwendungsmöglichkeiten in Küche und Hausapotheke und lernen ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt kennen. Gemeinsam legen wir das neue Schaubeet an und schaffen einen Ort, der Mensch und Tier gleichermaßen zugutekommt.
Workshop im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ in Zusammenarbeit mit dem Zertifizierungslehrgang „Praktisches Kräuterwissen“ der Münchner Volkshochschule.

Veranstalter:MUZ im Rahmen des Projekts „BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier“ in Zusammenarbeit mit dem Zertifizierungslehrgang „Praktisches Kräuterwissen“ der MVHS.
DozentIn:Christine Nimmerfall, Konrad Bucher
Veranstaltungsort:Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ), Englschalkinger Straße 166, 81927 München
Kosten:Teilnahme kostenfrei
Verfügbare Plätze:12
Weitere Hinweise:Der genaue Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Text: Konrad Bucher, Fotos: Alicia Bilang, Ruth Mahla, UGM;


BNE-Basics: „Augen auf beim Saatgutkauf“ – mit Molekularbiologin Hannelore Schnell

Termin: Montag, den 16. November, 18:00-19:30 Uhr

Treffpunkt: Nachbarschaftstreff Freiahm 2, Aubinger Allee 16, 81248 München

Referentin: Dr. Hannelore Schnell, Molekularbiologin

Anmeldung unter freiluftgarten-freiham@kinderschutz.de

Kaum ist das Gartenjahr zu Ende, beginnt schon die Planung für das neue. Was wollen wir anbauen? Woher bekommen wir gutes Saatgut? Gerade beim Saatkauf heißt es Augen auf. Denn Saatgut ist nicht gleich Saatgut. Was bedeutet es zum Beispiel, wenn „F1-Hybride“ auf der Packung steht? Was heißt „samenfest“? Wie unterscheiden sich die Saatgutproduzenten? Und wird schon die neue Gentechnik angewendet? Mit diesen Fragen wollen wir uns gemeinsam beschäftigen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Urbane Gärten München und im Rahmen des Projekts „Über die Gartenhecke. Freiluftgarten als quartiersweiter Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ und statt.

Bohnen
Bohnen-Vielfalt

Diese Veranstaltung ist ein Beitrag zu folgenden Nachhaltigkeitszielen:

Die BNE-Workshops der Urbanen Gartenakademien München sind Teil der BNE-VISION 2030, ein Projekt der Landeshauptstadt München, das Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Landeshauptstadt München strukturell verankern soll.


Text: Hannelore Schnell; Fotos: Ruth Mahla;

Bericht zur Exkursion: Freiham biodivers – Wildpflanzen im Neubaugebiet mit Dr. Ernst Habersbrunner

Die Exkursion startete am 18. September 2026 um 18:30 Uhr auf der Freihamer Festwiese, ein großes Areal zwischen Golo-Mann-Weg und Albert-Camus-Straße, das bis zur Bebauung als naturnahes Freigelände erhalten und von der Bürger*inneninitiative Naturnahe Festwiese Freiham zusammen mit dem Freiluftgarten des KINDERSCHUTZ als Veranstaltungsort und Treffpunkt genutzt wird. Derzeit steht dort auch die Kunstinstallation „Sichtung V“ der Künstler*innen Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier aus Forstern. Die begehbare Kunst-Installation soll im Namen der Kirche (Erzbistum München) Kontakt zu den Freihamer Bürgern aufnehmen, die die Angebote der Kirche kennenlernen sollen. Da passt der Wunsch der Bürgerinitiative, möglichst viel naturnahen Freiraum, in dem sich das vielfältige ursprüngliche Leben – die Schöpfung – zusammen mit den menschlichen Bewohner*innen wohlfühlen und weiterentwicklen kann, gut ins Konzept.

Die Bürgerinitiative möchte nicht nur Teile des Areals naturnah erhalten, sondern auch einen Lehrpfad gestalten, um Besucher*innen und Bewohner*innen für die heimische Ökologie zu sensibilisieren und die einmalige Chance für grüne und naturnah gestaltete Siedlungen zu verdeutlichen, die sich in diesem riesigen Neubau-Areal jetzt noch bietet. Am Rande der Wiese finden viele schöne Veranstaltungen statt – sie ist jetzt schon ein Besuchermagnet im Viertel geworden. Eine aussichtsreiche Ausgangslage, um mit Installationen und Bildungsveranstaltungen Natur- und Umweltbewußtsein zu schulen und einen biodiversen Freiraum zum Entspannen und Aufatmen dauerhaft zu erhalten.

Als Referenten für die Wildpflanzenexkursion konnten wir Dr. Ernst Habersbrunner vom Bund Naturschutz Ortsgruppe München West gewinnen, der sich die Erhaltung, Vermehrung und Wiederansiedlung autochthoner Wildpflanzen in München und Umgebung zum Ziel gemacht hat und uns unterstützen will, die Wildpflanzenvielfalt im Neubaugebiet zu entdecken und zu erhalten. Auch wenn natürlich ein Großteil der Flächen einmal anders genutzt werden wird, bis dahin kann man die autochthone Wildpflanzenpopulation identifizieren, vermehren und auf den vielen verbleibenden Freiflächen ansiedeln.

Eigens zu dem Zweck hat sich in Freiham eine Wildpflanzengruppe zusammengefunden, die schon in diesem Herbst beginnen will, ungenutze Flächen einzusähen und wertvolle Stauden und Sträucher an langfristig gesicherte Standorte umzusiedeln. Dazu müssen sie natürlich die ursprüngliche Vegetation und ihre ökologischen Nischen gut kennenlernen und auch die besten Methoden, um wertvolle Vegetation erfolgreich erhalten zu können.

Jacobaea vulgaris

Anfangs verlief unsere Suche etwas enttäuschend, da uns auf den ersten Metern nur problematische Pflanzen ins Auge gestochen sind, die eher typisch für einen aufgegebenen landwirtschaftlichen Acker sind, wie das hochtoxische Jakobsgreiskraut (Jacobaea vulgaris), sowie das Einjährige Berufskraut (Erigeron annuus), eine aus Kanada stammende Feinstrahlaster, die sich hier als invasiver Neophyt extrem vermehrt und einheimische Wildpflanzen verdrängt.

Etwas weiter im Inneren der großen Wiese stießen wir dann aber doch noch auf eine überraschende Vielfalt an wertvollen Wildpflanzen, teilweise typisch für die Münchner Schotterebene, oft auch in größeren Beständen, wie zum Beispiel das weiße und das echte Labkraut (Galium album, Galium verum), verschiedene Fingerkräuter (Potentilla), verschiedene Königskerzen-Varianten (Verbascum), den kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Odermenning (Agrimonia eupatoria), die Moschusmalve (Malva moschata), Dost (Origanum), Johanniskraut (Hypericum perforatum), Weiße Lichtnelke (Silene latifolia alba) und die Golddistel (Carlina vulgaris).

Vermehren und Umsiedeln

Stauden und Sträucher, wie zum Beispiel Wildrosen- und Ginsterarten (Genista) , die wir im offeneren Randbereich der Wiese fanden, können sehr einfach ausgestochen und – am Besten jetzt im Herbst – umgesiedelt werden, bevor sie einer Bebauung zum Opfer fallen. Der offene Boden um die Neupflanzung herum sollte mit Sand oder Kies bedeckt werden, um konkurrenzstärkere Pflanzen zu unterdrücken, bis sich die Neulinge etablieren können.

Neben den, auf vielen Schotterflächen im Viertel weit verbreiteten Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei), entdeckten wir auf unserer Wiese auch das Waldweidenröschen oder Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Die filigranen Samenstände werden durch den Wind weit fortgetragen und siedeln sich an, wo der Standort es zulässt. Das Sammeln und Ausbringen auf den vielen kiesigen und nahezu kahlen Ruderalflächen im Viertel würde sich für einige Arten, wie auch die hübsche Golddistel lohnen.

Die einfachste und erfolgversprechenste Art auch größere Flächen biodiverser zu gestalten ist die Mähgutübertragung. Dr. Habersbrunner erklärt uns genau, wie das geht und was man beachten muss: Am Besten ganz früh am Morgen, wenn das Mähgut mit den vielen Samenständen noch feucht von Tau ist, auf einen mit Plastikplane ausgeschlagenen Hänger laden und auf die kiesigen, möglichst noch offenen Flächen im Viertel ausbringen. Je magerer sie sind, desto größer ist die Chance, dass sich die wertvolleren Pionierpflanzen in dieser Nische ansiedeln und nicht die auf nährstoffreichere Böden angewiesenen Allerweltspflanzen.

Noch ein Hinweis ist für einen langfristigen Erfolg sehr wichtig:

Da sich die Pflegeleistungen des städtischen Gartenbaus nicht komplizieren dürfen, ist es am Besten, nicht einzelne kleine, sondern große, zusammenhängende Flächen in Form einer Patenschaft zu gestalten und zu betreuen. Für die Stadt ist es einfacher, z.B. alle Ruderalflächen entlang einer Straße nicht mehr zu mähen, als einzelne Flurstücke. Das hilft uns und der Natur, ganze Straßen dauerhaft naturnäher zu gestalten und entlastet die Stadtverwaltung. Hier sind die Bürger*innen aufgerufen: Man braucht viele helfende Hände und dauerhaftes Engagement, um das zu realisieren.

Warum überhaupt autochthone Pflanzen bevorzugen?

Autochthone Arten sind heimische, standorttreue Arten, die sich seit langer Zeit natürlich in einem lokalen Gebiet entwickelt haben. Sie haben sich über viele Jahre an die lokalen Bedingungen angepasst und sind daher widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Wetterextreme. Jede lokale Art und Variante hat also eine an den Standort angepasste eigene Genetik und Genexpression ausgebildet, die sie von den Varianten in einer anderen Region unterscheidet. So kommt die genetische Biodiversität, die enorme Vielfalt des Lebens zustande. Autochthone Arten bieten den lokalen Tieren Nahrung und Lebensraum. Bei der Anlage von naturnahen Parks oder Gärten werden autochthone Pflanzen eingesetzt, weil sie besser für das lokale Klima und die Tierwelt geeignet sind. Sie benötigen weniger Pflege und tragen durch ihre bewußte Ansiedlung dazu bei, dass der wertvolle Genpool erhalten wird.


Text und Bilder: Ruth Mahla