Green City e.V. hat eine Spende bestes samenfestes Biosaatgut, vor allem Gemüse, aber auch Blumen von „Stadt Land blüht“ bekommen und möchte dies an die urbanen Gärtner*innen im Netzwerk weitergeben. Wer sich kostenlos Samentütchen aussuchen möchte, kann von 8:00 – 13:00 ins Büro von Green City e.V. kommen und mitnehmen, was er/sie braucht. (Lindwurmstr. 88, 80337 München, 2. Aufgang, 5. Stock)
Bitte keine Emails oder Anrufe – wir wissen auch nicht genau, was es alles gibt. Einfach im Büro vorbeigehen und mitnehmen. Solange der Vorrat (2 kleinere Umzugskartons) reicht.
Aus der Website von Stadt Land blüht“: „Samenfestes Bio-Saatgut, das ist wichtig für uns. Weil wir damit einen Beitrag leisten, eine bunte Vielfalt von Sorten zu bewahren. Weil ihr die Samen der von euch selbst gezogenen Pflanzen wieder verwenden könnt. Denn wenn das viele Menschen an vielen Orten tun, entstehen über die Jahre kleine Unterschiede, die Sorten passen sich den Bedingungen an. Was ganz im Gegensatz steht zu den jährlich aus dem Labor entstehenden super Hochleistungssorten der Saatgut-Giganten. Alles Wichtige zu samenfestem Saatgut, die Erklärung des Begriffs Hybrid-Saatgut (F1) und viele Hintergründe findet ihr auf unseren Saatgut-Seiten.“
Die Planungsgruppe – im Hintergrund die Fläche (mit Vogelkirsche)
Am 18. Juni fand das erste Planungstreffen für das BioDivHubs-Projekt „Pflanzung einer Wildobsthecke im Modellquartier Ackermannbogen“ statt. Vor Kurzen wurde eine geeignete öffentliche Fläche nahe beim StadtAcker am Ackermannbogen vom Baureferat, Abteilung Gartenbau dafür freigegeben. In Kooperation mit Green City e.V. kann dort ein Patenschafts-Vertrag abgeschlossen werden. Solange die Fläche vom Projekt und den Teilnehmenden gepflegt wird, können wir dort nun im Herbst Wildobst, Wildrosen und andere Wildgehölze entweder als Hecke oder als lockere Gruppen pflanzen.10 interessierte Teilnehmer*innen aus der Nachbarschaft wollen bei dem Vorhaben mitmachen und von Anfang an dabei sein. Weitere Beteiligte für die Umsetzung sind jederzeit herzlich willkommen!
Entscheidung für Variante 3: lockere Gehölzgruppen
Variante 3
Tatsächlich wurde aus der ursprünglich angedachten Hecke sehr schnell eine Planung für lockere und begehbare Gehölzgruppen in verschiedenen Höhenstaffelungen. Das dreieckige Grundstück eignet sich für eine solche Gestaltung einfach besser. Konrad Bucher, StadtAckerkoordinator und BioDivHubs-Verbundpartner vom MUZ, zeigte uns drei verschiedene Planungsvarianten, wobei sich alle sofort einstimmig für die Variante 3 entschieden. Im nächsten Schritt wird der Entwurf mit dem Baureferat Gartenbau abgestimmt.
Auswahl der Pflanzen
Mit Bildern und Beschreibungen der vorgesehen Pflanzen macht uns Konrad Bucher richtig Lust auf die wilden Schönheiten, und wir verabredeten uns zu einem Ausflug zur Baumschule von Ernst Habersbrunner – der Experte für Wildpflanzen und auch Wildgehölze im Münchner Raum.
Wir möchten nur sog. autochthone Wildpflanzen verwenden, die natürlich in der Region München vorkommen und sich seit langer Zeit an die spezifischen Umweltbedingungen hier angepasst haben. Denn die Pflanzung soll nicht nur die menschliche Nachbarschaft erfreuen, sondern vor allem auch für die heimische Tierwelt wichtige ökologische Funktionen erfüllen: Die Blüten bieten den Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum und die Vögel brauchen die Beeren als Nahrung im Sommer und Herbst und das Dickicht als Schutzraum und Nistmöglichkeit.
Dickicht aus Berberis und Rosa arvensisRosa rubiginosa
Bilder: Konrad Bucher
Die meisten Wildfruchgehölze kennt und sieht man oft – Weißdorn, Schlehe, Berberitze und Wildrosen kommen sowohl im Olympiapark als auch im Englischen Garten vor, wobei in Parks und Gärten meistens die aus Asien stammende Berberis thunbergii gepflanzt wird, nicht die heimische Berberis vulgaris. Und von den Wildrosen ist üblicherweise nur die Rosa canina (Hundsrose) bekannt, obwohl bei uns auch viele andere Arten wild vorkommen. Sanddorn und Wacholder sind ebenfalls heimisch, aber weniger häufig zu sehen und an besondere Standortbedingungen gebunden.
Die dreieckige Fläche ist zum größten Teil ein vollsonnig – trocken-heißer Standort – der Boden ein kiesig, sandiger Lehm auf Schotter, wenig humos und eher mager – gute Bedingungen für alle genannnten Arten. Nur im vorderen Zwickel der Fläche ist es zu schattig für sonnenhungrige Arten wie Sanddorn und Wachholder. Hier kann man schattenliebende Wildstauden für den Gehölzrand als Unterpflanzung einfügen. Auch einige Wildrosenarten können halbschattige Bereiche mit ihren Ausläufern füllen, zum Beispiel Zimtrose (Rosa majalis) und Essigrose (Rosa gallica). Die Feldrose (Rosa arvensis) wächst mit ihren langen Ranken in andere Gehölze hinein und bildet ein dichtes und „kleinteiliges Gewirr“. Die schöne Weinrosa (Rosa rubiginosa) hingegen bildet keine Ausläufer, duftet besonders gut und kann als Solitärpflanze neben dem Weißdorn oder einer Berberitze stehen.
Wichtig ist bei der Artenauswahl, dass das BioDivHubs-Projekt immer wieder auf die große Vielfalt der heimischen Flora und Fauna hinweist – und neben den „Allerweltsarten“ auch die Unbekannteren und Seltenen zeigt, die weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden sind.
Die Essigrose (Rosa gallica)….blüht nur ein paar Tage im Mai – aber wunderschön und intensiv duftend – übrigens auch im Topf auf dem Balkon
Bilder: Ruth Mahla
Der Maßnahmenkatalog des BioDivHubs-Projekts „Gärtnern für mehr Biodiversität in der Stadt“ beinhaltet auch eine detaillierte Pflanzanleitung für Vielfaltshecken: Kostenloser Download hier
Kostenlos. Keine Anmeldung erforderlich. Freie Platzwahl auf den Stühlen des Gartens oder auf dem Rasen.
Ella von der Haide und Jana Korb – postanthropozentrischer Zirkus
Wir laden herzlich ein zu:
Post-anthropozentrischer Zirkus von p.a.K.T.
Performance, Luftartistik, Bodenturnen und Tätowierung
„Die Luftartistin wird langsam aus einem Erdhaufen gezogen. Nur widerwillig trennt sie sich von dem heimeligen Humus, um in der Luft schwebend zu tanzen. Immer wieder wirft die Schwerkraft sie auf den Boden zurück….” Mit gefühlvollen mikrobiellen Fakten rund um Kompost, Humus und menschliche Körper, einem luftartistischen Versuchsaufbau und Mikroben-Tattoos geht das Kollektiv p.a.K.T. auf die Suche nach der Empathie über die Grenzen der Arten hinweg.
ES GEHT DARUM, DIE WELT ZU RETTEN.
Den verstörenden Zeiten setzt der post-anthropozentrische Zirkus empathisches Handeln, symbiotisches Denken und multispezies Liebe entgegen. Wir stellen die Welt auf den Kopf – und vom Himmel hängend mit dem Kopf der Erde näher, schwelgen wir in einer alternativen Weltsicht.
Termin: Freitag, 26. Juni 2026; 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Generationengarten am Petuelpark
Veranstalter: Urbane Gartenakademien München und Verein Stadtteilarbeit e.V.
Referentin: Christine Nimmerfall, Gartenexpertin und Kräuterpädagogin
Anmeldung bitte bei Lukas Gschnitzner: I.gschnitzer@verein-stadtteilarbeit.de
Gerade blüht der blaue Lein wieder wunderschön blau und zart am Morgen. Leider gehören der Stauden-Lein (Linum perenne), wie auch der Goldlein (Linum flavum) zu den selten gewordenen Sommerpflanzen. Man sieht sie kaum noch in der Natur und beide Arten sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Dabei ist Lein eine der ältesten Kulturpflanzen, u.a. werden aus den Stängeln grobe Fasern zur Herstellung von Leinenstoff gewonnen. Der eng verwandte blaue Saatlein (Linum usitatissimum) – auch Flachs genannt – ist mit seiner kurzen Pfahlwurzel auch eine unkomplizierte Gründüngung und fühlt sich an einem sonnigen Standort im durchlässigen bis lehmigen, nährstoffreichen Gartenboden wohl. Die Blüten sehen im Beet bezaubernd aus und die köstlichen Samen lassen sich vielseitig in der Küche verwenden.
Bei unseren Vorfahren war das Wissen wie Lein angebaut und verarbeitet wurde noch bestens bekannt. Lein war eine wichtige Pflanze sowohl für die Ernährung als auch für die Herstellung von Textilien. Wir wollen diese vielseitige Pflanze wieder kennen lernen und genau erforschen. Welche kulinarischen Verwendungen gibt es mit Leinsamen, was für heilkundliche Anwendungen sind in der heutigen Zeit immer noch hilfreich? Die Teilnehmer*innen erhalten kleine Kostproben und dazu ein Rezeptblatt.
Diese Veranstaltung ist ein Beitrag zu folgenden Nachhaltigkeitszielen:
Die BNE-Workshops der Urbanen Gartenakademien München sind Teil der BNE-VISION 2030, ein Projekt der Landeshauptstadt München, das Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Landeshauptstadt München strukturell verankern soll.
Termin: Dienstag, 23. Juni 2026; 17:00 – 20:00 Uhr
Treffpunkt: StadtAcker am Ackermannbogen
Veranstalter: Urbane Gärten München und Münchner Ernährungsrat e.V.
Was braucht es, damit nachhaltig produziertes Essen für alle zugänglich wird? Und welche Rolle spielt die Stadt bei der Anpassung an veränderte Klimabedingungen und für lebenswerte Räume?
Diesen Fragen geht der Münchner Ernährungsrat e.V. gemeinsam mit Urbane Gärten München bei einem Spaziergang in zwei sehr unterschiedliche Gärten in Schwabing West nach. Am StadtAcker erhalten wir Einblicke in den ökologischen Gemüseanbau und lernen, warum biodiversitätsfördernde Methoden, samenfeste Sorten und Gentechnikfreiheit wichtig sind.
Letzte Winterkarotten vom Bauerngarten im StadtAckerReihenmischkultur im StadtAckerWildpflanzenrabatten im StadtAckerGemüseanbau in Minihochbeeten im KosmosHühnerhaltung im Kosmos
Danach gehts in den neuen Gemeinschaftsgarten mit Biergarten „Kosmos unter Null“, um zum Abschluss eine gemeinsame nachhaltige Garten-Brotzeit zu genießen und uns zu den drängenden Themen gerechte Ernährung und Lebensqualität für alle auszutauschen.
Das ganze Programm:
17:00 Uhr: Treffpunkt StadtAcker
Vorstellung Urbane Gärten München und Münchner Ernährungsrat
17:15 – 18:15 Uhr – Rundgang StadtAcker und Biodiversitätsflächen Ackermannbogen mit Einblicke in den ökologischen Gemüseanbau vor Ort und (Wild)Kräuter sammeln
19:30 – 20:00 Uhr – Gemeinsame Brotzeit & Austausch: Wie kann gute, nachhaltige Ernährung in der Stadt gelingen?
Wir freuen uns auf eine schöne Gartentour und einen interessanten Austausch mit Euch. Damit wir besser planen können, meldet euch bitte bei Elena Miggisch vom Münchner Ernährungsrat an: info@muenchner-ernaehrungsrat.de
Das Veranstaltungprogramm vom Münchner Klimaherbst 2026 findet ihr hier