Biokartoffeln klauben in Daglfing

Termine:

Freitag, 11. und 18. September, jeweils 14 – 18 Uhr

Samstag, 12. und 19. September, jeweils 9 -14 Uhr

Ort: Stegmühlstraße in Daglfing

Das Gut Riem des Kommunalreferats lädt auch dieses Jahr wieder zur traditionellen Kartoffelernte ein. Unter dem Motto „Erleben, ernten, genießen!“ haben Besucherinnen und Besucher vom 11. bis 19. September die Möglichkeit, an vier Terminen selbst Bio-Kartoffeln direkt vom Acker zu ernten. Vor Ort können Interessierte einen 5 kg-Sack für 8 Euro oder alternativ einen 12,5 kg-Sack für 14 Euro erwerben.
Mithilfe eines historischen Schleuderroders werden die Kartoffeln aus der Erde geholt, die die Teilnehmenden anschließend selbst in ihre Säcke sammeln. Die frische Ernte darf anschließend mit nach Hause genommen werden. Wenn es stark regnet und der Boden nicht befahrbar ist, muss die Selbsternte ausfallen. Das „Wetter-Telefon“ des Städtischen Guts Riem informiert unter 089 907192 an den Erntetagen ab 8 Uhr über eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, wenn die Aktion nicht stattfindet.

Welche Kartoffelsorten zum Selbstklauben gibt es?

  • Emanuelle (festkochend)
  • Laura (rotschalig, vorwiegend festkochend)
  • Talent (mehlig)
  • Spezialitäten/Raritäten (Sorte: Purple Rain & Heiderot)

Mehr Infos und Anfahrt hier


Text: Stadtgüter München, Bild UGM

Freiham biodivers – Exkursion zu den Wildpflanzen im Neubaugebiet mit Dr. Ernst Habersbrunner

Termin: 18. September 2026,  18:30 – 20 Uhr

Ort: Treffpunkt Freihamer Festwiese am Golo-Mann-Weg, Ecke Albert-Camus-Straße

Referent: Dr. Ernst Habersbrunner (Bund Naturschutz Ortsgruppe München West)

Veranstalter: Freihamer Freiluftgarten und Freihamer Festwiese in Kooperation mit BioDivHubs und Urbane Gärten München

Im Neubaugebiet Freiham gibt es noch riesige Brachflächen, die früher oder später bebaut werden sollen. Engagierte Bewohner*innen und Gartenaktive haben es sich zur Aufgabe gemacht, die autochthonen Wildpflanzen dort zu retten, sie vor einer Bebauung umzusiedeln und/oder die Samen zu sammeln und an geeigneter Stelle auszusäen. Dazu müssen wir die ursprüngliche Vegetation und ihre ökologischen Nischen gut kennenlernen. Dabei hilft uns der Experte vom Bund Naturschutz Ernst Habersbrunner: Auf einem Spaziergang im Viertel identifizieren wir die einheimischen Arten, ihre Ansprüche an Standort und Boden und wie wir sie vermehren können. Wir beginnen bei der naturnahen Festwiese Freiham, wo Natur, Menschen, Kultur und gemeinsames Lernen stattfinden, um auch hier zu entdecken: Welche Pflanzen wachsen hier, wo fühlen sie sich wohl – und was können wir tun, damit sie auch in Zukunft bei uns wachsen?


Über einige der vielfältigen Aktivitäten und das Engagement vor Ort könnt ihr auch in unserem Gartenporträts und Berichten nachlesen:

Anmeldung bitte mit kurzer Mail an: a.christof-ansarian@kinderschutz.de


Text: Ruth Mahla, Bilder: Ana Rother, Flyer: Annika Cristof-Ansarian;

Üppige Blüte im Rewilding-Schaubeet am ÖBZ

Ein Beitrag von Konrad Bucher vom BioDivHubs-Projekt

Logo BioDivHubs

Nach der Pflanzung im Frühjahr 2025 hat sich das Rewilding-Schaubeet am ÖBZ heuer zur vollen Pracht entwickelt. Die 24 unterschiedlichen Arten bieten seit April eine sich steigernde Blütenfülle, die stark von Insekten besucht wird. An einer Heilziest-Pflanze saßen oft so viele Wildbienen gleichzeitig, dass man sie kaum zählen konnte. Schmetterlings-Liebhaber hatten – und haben immer noch – gute Chancen auf interessante Beobachtungen: Viele Bläulinge, Dickkopffalter, Ochsenaugen und Distelfalter wurden gesichtet!

Man bekommt eine Vorstellung, in welchen Kombinationen sich mit heimischen Wildstauden wirkungsvolle Farbkontraste gestalten lassen. Viel fotografiert wurde zum Beispiel die Kombination aus Blau und Gelb – Weidenblättriges Ochsenauge mit Knäuel-Glockenblume, die vom Grüngelb des Labkrauts und dem Hellviolett der Taubenskabiose vermittelnd ergänzt wird. Über lange Zeit setzte die magentafarbene Skabiosen-Flockenblume kraftvolle Akzente. Erst mit der Dämmerung öffneten sich die Blüten der weißen Lichtnelke. Wer dagegen die zarte Graslilie bewundern wollte, musste sich vor der Mittagshitze am Beet einfinden.

Blütenpracht trotz Klimawandel


Eine gärtnerische Besonderheit: das Beet wurde tatsächlich auch während der heißen Trockenphasen nie gegossen! Der ausgebrachte Sand wirkt wie eine Mulchschicht, unter der sich der Lehmboden feucht hält. Ohnedies bilden heimische Arten tiefe und weitreichende Wurzelsysteme aus, mit denen sie sich auch in Trockenphasen ausreichend versorgen können. Die Skabiosen-Flockenblume etwa bildet Wurzel bis in 2-3 Meter Tiefe!Wer sich intensiver mit den einzelnen Arten beschäftigen möchte oder die Pflanzenkombination im Privatgarten gerne nachpflanzen möchte, findet die Artenliste auf naturadb.de

Was wächst in unserem Rewilding-Beet?

Einfach den QR-Code scannen oder hier klicken, und die Pflanzen unseres Blühbeets entdecken. Dort findet ihr Informationen zu den einzelnen Arten, ihren Blütezeiten, Standortansprüchen und ihrem Nutzen für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere.


Text und Fotos: Konrad Bucher;

Hacken und Mulchen – Ein Beitrag zur Sommerpause

Die Hitze und die Trockenheit hat uns wieder fest im Griff – in den Urbanen Gärten zeigen sich Schäden an Beeren, Kräutern und Gemüse und immer wieder werde ich gefragt, wie man es schafft, den Boden tatsächlich immer bedeckt und feucht zu halten. Deswegen möchte ich an dieser Stelle über meine persönlichen Erfahrungen und Techniken berichten, die es mir ermöglichen immer mal wieder ein paar Tage Urlaub zu machen, ohne mir Sorgen über Garten und Balkon machen zu müssen. Natürlich empfiehlt es sich auch, mit Ollas, Flaschen oder Tüten oder sogar mit einer ausgetüftelten Tröpfchenbewässerung, einen Wasservorrat für die Pflanzen im Beet oder Kübel zu schaffen, aber das soll hier nicht das Thema sein. Mit der richtigen Bodenpflege allein ist auch schon sehr viel gewonnen.

Für mich war vor vielen Jahren ein Umdenken in Sachen „Unkraut“ wichtig. Wie viele Naturgärtner*innen verwende ich diesen Begriff nicht mehr, denn jede Pflanze hat einen eigenen Wert im Ökosystem und eine Schönheit für sich und liefert Nährstoffe und wertvolle Biomasse – man darf nur nicht zulassen, dass die Gemüsekulturen überwuchert werden.

Meine bevorzugte Vorgehensweise ist das Hacken: Die oberirdischen Pflanzenteile bleiben als Mulch auf dem Beet liegen, die Wurzeln verbleiben im Boden, wo sie entweder zersetzt und zu Humus werden oder überleben und neue Vegetation hervorbringen. Durch das Hacken wird auch der Boden gut gepflegt – die Kapillaren werden unterbrochen, das Bodenwasser verdunstet nicht durch den Vorgang der Bodenatmung (Evaporation), sondern bleibt im Boden eingeschlossen und hält ihn feucht. Den Pflanzen bleibt mehr Wasser zum Verdunsten übrig (Tanspiration).

Vorteile des regelmäßigen oberflächlichen Hackens und Harkens:

Hacke mit langen Stil, um rückenschonend zu arbeiten
  • Verbesserte Bodenstruktur und verbesserter Wasserhaushalt: Durch das Hacken werden die ersten ca. 5 cm der Erde aufgelockert und so die Bildung einer harten Oberflächenschicht oder Kruste vermieden. Dadurch und durch den Kapillareffekt wird die Wasseraufnahme und -speicherung gefördert. Ein gehacktes Beet kann im Vergleich zu einem ungehackten Beet die dreifache Menge an Wasser aufnehmen und speichern.
  • Förderung der Bodenlebewesen: Die Auflockerung der oberen Bodenschicht erhöht die Sauerstoffzufuhr im Boden. Mehr Sauerstoff bedeutet eine gesteigerte Aktivität der gewünschten aeroben Mikroorganismen im Boden, die durch die Verstoffwechslung des organischen Materials Nährstoffe für die Pflanzen bereitstellen. Die liegenbleibenden Pflanzenreste sind bestes Futter für die großen und kleinen Bodentiere
  • Unkrautkontrolle: Durch das Hacken wird unerwünschtes Beikraut entfernt, bevor es die Möglichkeit hat, zu blühen und Samen zu bilden und zugleich wird wertvoller Mulch erzeugt.
  • Prävention vor Bodenverdichtung: Kontinuierliches Hacken hält den Boden locker und beugt einer Verdichtung vor, auch weil – anders als beim Jäten – viele Wurzeln im Boden verbleiben.

Hacken, Mulchen und dichter Bewuchs

Natürlich vertragen manche empfindliche Kulturen keine dicke Mulchschicht, deswegen soll der Mulch immer mit genug Abstand um die Feingemüsekulturen platziert werden. Hacken darf man auch nur vorsichtig um die Kulturen und Saatreihen herum. Es ist etwas Fingerspitzengefühl nötig – vor allem auf kleinen Flächen. Aber man spart ungeheuer viel Zeit, weil man (außer frische Ansaaten und junge Sämlinge) nicht mehr täglich gießen muss. Mit der Kombination: gehackte Bodenoberfläche und dicke Mulchschicht obendrauf reicht kräftiges Gießen ca. alle 2 – 3 Tage.

Wenn der Mulch, den man im Beet selbst erzeugt, nicht für eine dicke Schicht reicht, kann man ihn mit Grasschnitt, Staudenschnitt, Heu oder auch Gemüseschalen oder alten Blättern vermischen. Auch Zweige sind sinnvoll, weil sie verhindern, dass der Mulch kompaktiert – er soll, wie Kompost immer gut durchlüftet und locker bleiben. Vorteilhaft ist es, den Mulch erst im angetrockneten Zustand auf dem Beet zu verteilen,um die Schnecken abzuhalten.

Die beste Vorgehensweise ist nach meinen Erfahrungen, eine Kombination aus gut gepflegter Mulchschicht und natürlicher Beschattung durch sehr dichten und höhengestaffelten Bewuchs im Beet. Klimaresiliente bodenaufbauende Biomischkulturen denken dabei auch die Fruchtfolgen über die Jahre und den Fruchtwechsel innerhalb der Saison mit. Schaut euch bitte dazu auch den Beitrag über die Vierfelder-Rotations-Mischkultur an . Das Webinar findet ihr auch auf youtube, Download der Präsentationsunterlagen mit Linkliste hier

Diese „Schattengare“, die durch gut ineinandergreifende dichte Kulturfolgen ensteht, wirkt nicht nur am besten gegen Bodenaustrocknung, sondern auch am effektivsten für den Humusaufbau und die kontinuierliche Pflanzenernährung.

Ein lebendiger, garer Boden – das ganze Jahr über

Bodengare ist der für Kulturpflanzen günstigste Zustand des Bodens, bei dem alle physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge optimal ablaufen. Kennzeichen eines garen Bodens sind die lockere Krümelstruktur und dunkle Färbung infolge des hohen Humusgehaltes. Greift man auch in diesen trocken-heißen Tagen unter eine dichte Pflanzendecke oder eine dicke Mulchschicht, so findet man den Boden in genau diesen wünschenswerten Zustand vor, während offen liegende Bodenflächen staubtrocken oder hart werden, je nach Bodenart Trockenrisse bilden und ihre lebendige Krümelstruktur verlieren. Auch Versalzung kann man durch Hacken und permanente Bodenbedeckung vollständig verhindern.

Damit eure Böden nicht so wie auf diesen Bildern aussehen: Nicht nur gießen, sondern ganzheitlich ressourcenschonend und biologisch gärtnern – mit biologischen Mischkulturen und guter Bodenpflege.


Das Gieß- und Gartenpflegethema ist nebenbei auch einer der vielen guten Gründe, der für das wunderbare urbane Gemeinschaftsgärtnern spricht: Es finden sich immer Gärtner*innen, die die Beetpflege übernehmen und man kann auch mal längere Reisen unbeschwert genießen, wenn man Teil einer engagierten Gartengemeinschaft ist… Und damit verabschiedet sich das Team der Urbanen Gärten München entspannt in die Sommerpause im August. Wir wünschen allen urbanen Gärtner*innen einen erholsamen Sommer und freuen uns, Euch spätestens beim Netzwerktreffen am 23. Oktober wieder zu sehen!


Text und Bilder: Ruth Mahla,

„Stadtgemüse“ in der Parkstadt Schwabing sucht Gärtner*innen und Gartenverantwortliche

Das ehemalige Gemeinschaftsgartenprojekt „Stadtgemüse“ in der Parkstadt Schwabing – zentral und ruhig gelegen an der Tramstation Domagkstr. – gründet sich neu.

8 reperaturbedürftige große Hochbeete warten auf engagierte Gärtner*innen, die hier ihren Urban Gardening-Traum verwirklichen können. Wir wollen eine neue Gartengruppe gründen, die Hochbeete sanieren und im Laufe des Sommers loslegen. Bitte meldet euch, wenn ihr mitgründen – mitsanieren – mitgestalten und mitgarteln wollt bei Julia: julia.gamberini@urbane-gaerten-muenchen.de


Text und Fotos: Ruth Mahla