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O´pflanzt is – 6 Jahre Gemeinschaftsgarten

Wer bisher den Dokumentarfilm verpasst hat, bekommt eine neue Chance. Im Rahmen des Fünf-Seen-Filmfestivals 2019 wird der Film „O´pflanzt is – 6 Jahre Gemeinschaftsgarten“ von Mickel Rentsch aufgeführt.

Zum Film:

Der Münchner Gemeinschaftsgarten o’pflanzt is! wird im Mai 2012 eröffnet. Bunt zusammen gewürfelt ist die Gruppe. Immer wieder kommen Menschen hinzu, die gemeinsam ökologisch gärtnern, sich für Nachhaltigkeit engagieren, kreativ ausleben und gegenseitig helfen, die organisieren, feiern und Utopien spinnen.

Mitten in der Stadt entsteht so eine konsumfreie Insel und ein Abenteuerspielplatz für Alt und Jung. Man gestaltet den Platz, baut 40 Hochbeete, Gewächshäuser, Hütten, einen Lehmofen, eine Küche und Komposttoilette und vieles mehr − vor allem aus dem, was für andere schon Abfall ist. Erwachsene und Kinder erleben, wie Gemüse, Obst, Blumen und Wildkräuter wachsen und welch heilende Wirkung sie haben können.

Zwischenmenschlich passiert viel − mit allen Höhen und Tiefen eines solch ehrenamtlichen Projektes, das ohne fließend Wasser, ohne Strom aus der Steckdose und mit nur sehr wenig Geld auskommt. So wächst im Lauf der Jahre eine Gemeinschaft, die trotz Kündigung und Räumung des Grundstückes zusammenhält und weiter für ihre Visionen kämpft.

DE 2019, 99 Min., FSK ab 0 Jahren
Regie:  Mickel Rentsch
Drehbuch:  Mickel Rentsch
Kamera:  Mickel Rentsch

Am 7. September um 17:30 Uhr im Kino Breitwand Schloss Seefeld
Schloßhof 7
82229 Seefeld-Hechendorf

und am 9. September um 18:30 Uhr im Kino Breitwand in Gauting
Bahnhofplatz 2
82131 Gauting

Weitere Informationen zu den Vorführungen:

http://www.fsff.de/home/cm/fff-current-n-filmarchiv/index.10027.html

neues Gartengelände von o'pflanzt is! im Olymiapark, (c) o'pflanzt is!

o’pflanzt is! erblüht neu im Olympiapark

Der Gemeinschaftsgarten hat eine neue Fläche

Vor gut eineinhalb Jahren musste der Gemeinschaftsgarten o’pflanzt is! zwischen Neuhausen und Schwabing-West geräumt werden. Nach intensivem Suchen hat der gemeinnützige Verein ein neues Grundstück gefunden. Es befindet sich auf dem Gelände der Montessori-Schule, südlich des Montessori-Kinderhorts im Olympiapark. Gleichzeitig ist der Garten eine Kooperation mit der Schule. Dabei steht im Mittelpunkt, Alltagskompetenzen im sozial-ökologischen Bereich zu vermitteln und die Schüler*innen in die Gartenaktivitäten einzubeziehen.

Bei o’pflanzt is! ist jede und jeder herzlich eingeladen mitzumachen. Zu tun gibt es immer etwas, je nach Vorkenntnissen, Lust und Energie.

Gegärtnert wird rundum ökologisch mit samenfesten Sorten – und es ist den Gärtner*innen eine Herzensangelegenheit, mit Pflanzen, Tieren und Dingen achtsam umzugehen. Material- und Pflanzenspenden bitte nur nach Absprache (mitmachen@o-pflanzt-is.de).

Ab jetzt gibt es wieder Gartltage zum Mitmachen, aktuell an jedem ersten Samstag im Monat. Als nächstes ist das Gartentürl am 6. Juli und am 3. August, jeweils ab 14 Uhr geöffnet.

Foto: Neues Gartengelände von o’pflanzt is! im Olympiapark, (c) o’pflanzt is!

Blumenkasten mit bienenfreundlichen Kräutern

Natur auf dem Balkon“ soll München bienenfreundlicher machen

„Natur auf dem Balkon“ – so heißt eine neue Broschüre, die der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt entworfen hat. Sie soll helfen, München bienen- beziehungsweise insektenfreundlicher zu machen und enthält Pflanzvorschläge für verschiedene Standortbedingungen, gibt Tipps zum Überwintern der Balkongewächse und wie man Nützlinge zum Beispiel mit Nisthilfen anlocken kann. Um die Insekten richtig bestimmen zu können, gibt es auch bebilderte Steckbriefe häufiger Balkonbesucher.

Die Broschüre ist kostenfrei im LBV-Naturschutzzentrum, Klenzestraße 37, Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr erhältlich, Telefon 200 270 6.

Umweltreferentin Stephanie Jacobs: „Auch wer keinen Garten hat, kann einen Beitrag zum Erhalt der Arten in München leisten und somit die Münchner Biodiversitätsstrategie umsetzen. Jeder kann den Balkon, die Dachterrasse oder den Innenhof mit Pflanztöpfen insektenfreundlich gestalten. Ohne großen Aufwand lässt sich so ein kleines Insektenrestaurant inmitten der Großstadt schaffen. Nur wenn alle an einem Strang ziehen und den Erhalt der Arten in München als eine gemeinsame Aufgabe im Sinne unserer Biodiversitätsstrategie begreifen, wird unsere Stadt auch für kommende Generationen so artenreich und vielfältig bleiben, wie wir sie heute kennen.“

Mit der Biodiversitätsstrategie hat die Stadtverwaltung unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt insgesamt 20 Handlungsfelder eingehend analysiert, welche Anstrengungen bereits unternommen wurden und wo noch Möglichkeiten bestehen, die Münchner Vielfalt an Lebensräumen und Arten sicherzustellen.

Um den Bestand zu erhalten werden beispielsweise Artenhilfsprogramme zum Schutz besonders seltener Arten umgesetzt. Der Gedanke „Natur entwickeln“ sieht darüber hinaus zum Beispiel vor, mehr Vielfalt in die öffentlichen Grünflächen zu bringen oder die Renaturierung von Bächen voranzutreiben. Der dritte Aspekt, nämlich naturbewusst zu handeln, hat die Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Blick mit dem Ziel, dass sich die Menschen auf sensiblen Flächen rücksichtsvoll verhalten.

Foto (c) Landesbund für Vogelschutz

Heimische Blumenwiesen ansäen

Im Shop des Landesbunds für Vogelschutz gibt es jetzt heimisches, mehrjähriges Saatgut für Blühwiesen extra für Münchner Standort inkl. Anleitung zu kaufen. Wer seinen urbanen Garten mit einem wertvollen Blühstreifen bereichern möchte, kann sich hier beraten lassen und Saatgut erwerben:

LBV-Shop
Klenzestraße 37 (neben dem Gärtnerplatztheater)
80469 München
Telefon 089 – 200 270-73 
Fax 089 – 200 270 88
E-Mail: shop-muenchen(at)lbv.de

Pestizidkontrolle

Noch bis zum 1. Mai können Sie die Bundestagspetition 92382 „Tierschutz – Reformierung der Risikoprüfung für Pestizide zum Schutz von Bienen und anderen Insekten vom 20.03.2019“ unterzeichnen, die vom Imkermeister Thomas Radetzki eingereicht wurde. Mit 50.000 Unterschriften kommt es zu einer öffentlichen Anhörung im Bundestag.

Zur Bundestagspetition

Zum Hintergrund der Petition:

Pestizide und ihre Folgen für Mensch und Biene

2008 starben im Rheintal tausende Honigbienenvölker durch das Pestizid Clothanidin. Das mittlerweile im Freiland verbotene Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide (Nervengifte) gelangte damals über den Abrieb von gebeiztem Saatgut in die Luft und setzte sich anschließend auf Trachtpflanzen der Honigbienen ab. Ohne die von Thomas Radetzki geforderten Reformen der Zulassungsverfahren für Pestizide sind weitere Vorfälle wie diese nicht ausgeschlossen.
Einige der seitdem auf den Markt gekommenen Pestizide sind sogar noch weitaus potentere Insektenkiller. Ein Teelöffel des Pestizids Cyantraniliprol etwa reicht aus, um 12,5 Millionen Bienen zu vergiften und die Hälfte zu töten. Damit ist es für Bienen etwa 6750 Mal so giftig wie das international geächtete DDT.


Pestizidrückstände in Blütenpollen und Honig zeigen Ausmaß der Umweltbelastung

Das Deutsche Bienenmonitoring ermittelt regelmäßig die Pestizidkontaminationen bei Blütenpollen. 2016 ergab die Prüfung, das 96 Prozent des Blütenpollens in Deutschland belastet seien, ein Drittel davon mit mehr als zehn verschiedenen Wirkstoffen. Internationale und nationale Studien haben darüber hinaus ein besorgniserregendes Maß an Pestizidrückständen in handelsüblichem Honig festgestellt. Bei einer Untersuchung von weltweit gesammelten Honigproben konnten in 75 Prozent der Proben Neonicotinoide nachgewiesen werden. Neonicotinoide gehören zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Insektiziden und schädigen das Nervensystem der Insekten. Die von Thomas Radetzki gegründete Aurelia Stiftung stellte im Frühjahr 2016 eine Untersuchung zu Kontaminationen von Honig durch das umstrittene, aber weiterhin zugelassene Totalherbizid Glyphosat an. Die Stiftung ließ Honigproben aus drei Bundesländern untersuchen und stellte eine zum Teil mehr als hundertfache Überschreitung der zulässigen Höchstmenge von Glyphosatrückständen in den Produkten fest. Über belastete Lebensmittel gelangen die Giftstoffe in den menschlichen Kreislauf. Der aktuelle Agrar-Atlas 2019 hält fest, bei rund 44 Prozent der Deutschen könne man anhand von Haarproben Pestizidrückstände im Körper nachweisen. In einigen anderen europäischen Ländern liege die Zahl sogar deutlich über 60 Prozent.

Pestizide im Kontext von Artensterben und Klimawandel

Die komplexen Langzeitfolgen, die die Pestizidverschmutzung auf Mensch und Umwelt hat, sind bisher kaum erforscht. Expertengremien wie die International Task Force on Systemic Pesticides mahnen aber an, dass der Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt viel größer sei, als bisher angenommen. Insbesondere die Neonicotinoide erweisen sich als recht beständig, reichern sich im Boden an und sickern in die Flüsse, wo sie wiederum verheerenden Schaden anrichten können – unter anderem an Insektenlarven.

Die mittlerweile weithin bekannte Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld kam 2016 zu dem Ergebnis, dass die Biomasse flugaktiver Insekten in Deutschland seit 1989 um über 75 Prozent abgenommen habe. Als Hauptursache für das dramatische Insektensterben kommen neben dem generellen Verlust natürlicher Habitate durch eine fortschreitende Besiedlung und wirtschaftliche Nutzbarmachung der Landschaft vor allem die Überdüngung intensiv genutzter Ackerflächen und Wiesen und nicht zuletzt der damit regelmäßig einhergehende Pestizideinsatz infrage.

Für die konventionelle Agrarproduktion sind Pestizide weiterhin ein selbstverständlich genutztes, „systemrelevantes“ Allzweckmittel. Sie sind der unverzichtbare Bestandteil eines landwirtschaftlichen Systems, das in den vergangenen Jahrzehnten zu einer zunehmend umwelt- wie klimaschädlichen Bodenbewirtschaftung und Massentierhaltung geführt hat. Weltweit ist diese Art der Landwirtschaft für schätzungsweise ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. In Europa trägt sie etwa ein Zehntel zu den Gesamtemissionen bei und ist damit nach dem Energie- und Verkehrssektor der drittgrößte Klimasünder. Eine drastische Einschränkung der Pestizidanwendung dient also auch dem Klimaschutz.

Zur Kampagne von Thomas Radetzki