Archiv der Kategorie: Aufruf

Geflügelpest: Jetzt auch Aufstallungspflicht für Geflügelhaltung

Aus Anlass unserer online-Informationsveranstaltung zum Thema „Hühner im urbanen Garten“ am 11. März 2021 möchten wir Sie auf die aktuell geltenden Regeln hinweisen:

Um die Ausdehnung der Geflügelpest in Bayern einzudämmen, hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bayernweit weitere tierseuchenrechtliche Maßnahmen angeordnet. Zum Schutz der Münchner Geflügelhaltungen gilt weiterhin die Allgemeinverfügung „Vollzug tierseuchenrechtlicher Maßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest; Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in der Landeshauptstadt München zu präventiven Zwecken“ vom 2. Februar. Mit der neuen Allgemeinverfügung besteht jetzt darüber hinaus eine Verpflichtung zur Aufstallung von Haus- und Nutzgeflügel. So soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Geflügel vermieden und das Einschleppen der Geflügelpest durch Wildvögel in die Geflügelhaltungen verhindert werden. Die Übertragung von Influenzaviren bei Geflügel erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit Kot und anderweitig viruskontaminierten Materialien, etwa Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk oder Schutzkleidung.

Bei der derzeit in der Wildvogelpopulation festgestellten Geflügelpest handelt es sich um eine hochansteckende und leicht übertragbare Tierseuche, deren Ausbruch mit hohen wirtschaftlichen Schäden und weitreichenden Handelsrestriktionen einhergehen kann. In Bayern wurden bisher 25 Fälle bei Wildvögeln in den Landkreisen Cham, Bayreuth, Tirschenreuth, Erlangen-Höchstadt, Straubing, Roth, Straubing-Bogen, Neuburg-Schrobenhausen, Landsberg am Lech, Starnberg und Haßberge sowie fünf Fälle bei Hausgeflügelbeständen in den Landkreisen Roth, Schwandorf, Würzburg und Weißenburg-Gunzenhausen nachgewiesen. Deutschlandweit sind mehr als 700 Fälle amtlich festgestellt worden.

Für den Menschen ist das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen ungefährlich. Dennoch sollten tot aufgefundene Vögel nicht angefasst werden. Für wildlebende Wasservögel gilt weiterhin ein allgemeines Fütterungsverbot im gesamten Gebiet der Landeshauptstadt München. Funde toter Wasser- vögel können dem Städtischen Veterinäramt telefonisch unter 233-36313 gemeldet werden.

Die erweiterte Allgemeinverfügung, ein Merkblatt mit ausführlichen Informationen für Geflügelhalter*innen und aktuelle Informationen zur Geflügelpest gibt es auf http://www.t1p.de/gefluegelpest-muenchen.

Machen Sie mit: Urbane Gärtner*innen in München forschen für den Schutz der Wildbestäuber

Längst steht fest, dass die urbanen Gärtner:innen wichtige Akteure des Naturschutzes in der Stadt sind. Aber für eine entsprechende Unterstützung und Ausbildung der urbanen Gärtner:innen im (evidenzbasierten) Wildbestäuberschutz in der Stadt fehlt noch die notwendige Forschung, die auch die Rolle der Gärtner:innen in Bezug auf ihre gärtnerische Praxis, ihr Interesse und ihre Motivation einbezieht.

Diese Lücke möchte das inter- und transdisziplinäre Projekt meiner Forschungsgruppe an der TU München schließen. Ziel dieses Projekts ist, evidenzbasierte, praxisorientierte Empfehlungen für den Wildbestäuberschutz in urbanen Gemeinschaftsgärten zu entwickeln.

In der Verbindung von stadtökologischer Forschung und Bürgerforschung (Citizen Science) entwickeln wir geeignete Maßnahmen für die gärtnerische Praxis in München. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen für Gärtner:innen, Politik, Stadtplanung und Naturschutz veröffentlicht.
Die Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen und urbanen Gärtner:innen fördert über die gemeinsame Forschung hinaus das Interesse und Motivation der Stadtbewohner:innen für den Schutz von Wildbestäubern.

Im letzten Jahr hat unsere Forschungsgruppe bereits ein Projekt in Berlin gestartet, das wir nun auch in den urbanen Gemeinschaftsgärten in München durchführen.

Dafür möchten wir noch geeignete Gemeinschaftsgärten und engagierte Gartenaktive in München als Partner:innen für unser Projekt gewinnen, um unsere Forschungen gemeinsam mit ihnen zu realisieren.

Wildbestäuber im urbanen Garten

Im Frühjahr und Sommer 2021 werden wir die Wildbestäuberarten in den teilnehmenden urbanen Gemeinschaftsgärten erfassen und die Artenvielfalt dokumentieren.
Das Forschungsteam besteht aus fünf Wissenschaftler:innen und Student:innen. Im Rahmen der Feldforschung würde es Ihren Garten im Laufe des Jahres bis zu fünf Mal besuchen, um die Vielfalt von Wildbestäubern in jeweils einem kurzen Zeitraum zu messen.

Unsere Methoden greifen so gering wie möglich in den Zustand des Gartens, in seine Pflanzen- und Tierwelt ein. Aus wissenschaftlichen Gründen müssen wir leider dennoch einige der Insekten zur genaueren Bestimmung mit in unser Labor nehmen. Dieser kleine Eingriff wird sich jedoch für die Wildbestäuber in Ihrem Garten oder für Ihren Garten nicht negativ auswirken.
Nach der Bestimmung stellen wir Ihnen diese Exemplare mit den entsprechenden Informationen für umweltpädagogische Zwecke gerne zur Verfügung. So können Sie auch langfristig Artbestimmungen in Ihrem Garten durchführen.

Neben unseren eigenen Beobachtungen der Wildbestäuber, möchten wir die Forschung zusammen mit Ihnen, den urbanen Gärtner:innen durchführen. Die Teilnehmer:innen werden deshalb als Bürgerwissenschaftler:innen selbst Daten über die Bestäubung ihrer Pflanzen sammeln. Wir betrachten die Bürgerwissenschaft (Citizen Science) als ein wertvolles Forschungsinstrument für die Wissensproduktion und den Wissenstransfer.

Bürgerwissenschaft in einem urbanen Garten in Berlin

Dazu werden wir Fragebögen an die Gärtner:innen verteilen, um die allgemeinen Kenntnisse über Wildbestäuber, deren Schutz und Förderung zu erfragen. Dieses Wissen der Gärtner:innen ist für einen erfolgreichen und langfristigen Wildbestäuberschutz unerlässlich. Zudem wollen wir damit zum gesellschaftlichen Verständnis von Wildbestäubern in München beitragen.

Die Ergebnisse des Projekts werden in regelmäßigen „Projekt-Updates“ und in einem Abschlussbericht veröffentlicht. Dieser Bericht wird unter anderem eine Liste der Wildbestäuberarten in Ihrem Garten mit vielen Informationen zur Ökologie der Arten enthalten. Ausgehend von unseren Ergebnissen und Ihren Erfahrungen machen wir auch Vorschläge für Ihre „bestäuberfreundliche“ Gartenpraktiken. Zudem stellen wir gerne unsere Ergebnisse auch in Ihrem Garten vor.

Alle Updates und Forschunginformationen stellen wir regelmäßig auf unserer Website zur Verfügung: http://www.upe-lab.de/projekt
Wir laden Sie deshalb ein, unsere Website immer wieder zu besuchen. Je öfter, desto besser!

Wir würden uns sehr freuen, Sie als Partner:in für unser Projekt zu gewinnen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Ich freue mich, Sie und Ihren Garten bei einem persönlichen Treffen kennenzulernen.

Email: monika.egerer@tum.de
Tel.: (Büro) +49 (8161) 71 – 4756 | (Mobil) +49 0 15223667393

Schöne Grüße und einen guten Start in dem Frühling!!

Dr. Monika Egerer, Leiterin der Forschungsgruppe

„Ökodienstleistung“

Fotos (c) Monika Egerer

Mitgärtner*innen für neuen Krautgarten-Standort in Aubing gesucht

Für den neuen Krautgartenstandort in München Aubing werden in diesem Jahr noch interessierte Krautgärtner*innen gesucht.

Der Krautgarten liegt südlich von und angrenzend an den Gemeinschaftsgarten des SOS-Kinderdorfs an der Wolfsberger Straße.

Die Bewerber*innen sollten nicht zu weit entfernt vom Krautgarten wohnen und für die Pflege des Beetes ausreichend Zeit mitbringen.

Bewerbungen bitte an Herrn Ciro Figliolino

Aktuelle Informationen zu den Krautgärten der LH München finden Sie unter https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kommunalreferat/stadtgueter/krautgaerten.html.

Foto (c) muenchen.de

Wir haben Agrarindustrie satt 2021: Bleibt Zuhause – schickt eure Fußabdrücke!

#AgrarwendeLostreten: Aktion Fussabdruck

Angesichts der Infektionslage ist für uns im Moment selbst ein Protest mit Maske und Abstand nicht verantwortungsvoll umzusetzen. Um dennoch auch heuer wieder für eine bessere Landwirtschaft zu demonstrieren, hat das Bündnis Meine Landwirtschaft die Aktion Fußabdruck ins Leben gerufen. Statt der jährlichen Demonstration, bei der sich jedes Jahr tausende Bürger*innen im Januar in Berlin, parallel zur Konferenz der Agrarminister*innen, versammeln, ermöglicht das Bündnis Protest auf Distanz. Am 16. Januar werden die Fußabdrücke für die Agrarwende von den Initiator*innen vor das Kanzler*innenamt getragen.

Lasst uns gemeinsam die Agrarwende lostreten!

Denn, so die initiator*innen: „Corona zeigt uns, wie wichtig die Versorgung mit nachhaltig produzierten und regionalen Lebensmitteln ist. Gleichzeitig macht uns die Pandemie wieder einmal klar, wie wichtig der Umweltschutz und die Abkehr von der industriellen Tierhaltung sind. In der intensiven Tierhaltung können sich Viren besonders gut entwickeln. Die Zerstörung der Natur sorgt dafür, dass immer mehr Viren zu uns Menschen gelangen. Der Umbau der Landwirtschaft darf also nicht mehr warten!“

Mitmachen ist kinderleicht:

1. Macht einen Abdruck von eurem Fuß oder Schuh auf Papier
2. Schreibt eure Forderungen dazu
3. Teilt euer Bild auf den Sozialen Medien unter #AgrarwendeLostreten
4. Schickt den Abdruck bis zum 14. Januar per Post oder ladet ein Foto hier hoch

Weitere Informationen und eine Anleitung zum Fußabdrucken gibt es hier.

Umfrage: Nachhaltig organisiert – wie funktionieren Münchens urbane Gärten?

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts „EdiCitNet: Essbare Städte für eine bessere Welt“ untersucht die Doktorandin Alice Bischof an der Universität Wageningen (NL) Geschäftsmodelle urbaner Gärten. Dabei ist der Begriff des ‚Geschäftsmodells‘ etwas weiter gefasst, denn nicht alle grünen Initiativen lassen sich als klassisches Business begreifen. Vielmehr geht es darum zu verstehen, wie die verschiedenen Organisationsformen der urbanen Landwirtschaft und urbaner Gärten in ihrer Vielfalt funktionieren.

Möchten Sie mitmachen?

Dann beantworten Sie bitte in einem ersten Schritt diese 15-minütige Umfrage – direkt online oder telefonisch. Wenn Sie eine telefonische Befragung vorziehen, melden Sie sich gerne bei Alice Bischof unter alice.bischof@wur.nl.

Im zweiten Schritt werden die Ergebnisse mit den TeilnehmerInnen geteilt und in einem Workshop vor Ort in München gemeinsam diskutiert und ausgearbeitet. (Der Workshop ist optional, Sie können auch später entscheiden, ob er für Sie und Ihre Initiative sinnvoll ist.) Ziel ist es, die Ergebnisse kritisch zu diskutieren, voneinander zu lernen und gemeinsam Inspiration und Lösungen für Münchens urbane Gärten zu sammeln.  

Über EdiCitNet

EdiCitNet (Netzwerk essbarer Städte – Integration von Maßnahmen der essbaren Stadt für soziale, resiliente und nachhaltige Städte) ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt, das von September 2018 bis August 2023 läuft (Förderungsvereinbarung Nr. 776665).

EdiCitNet demonstriert innovative, naturbasierte Lösungen (NBS). Mit den Maßnahmen der essbaren Stadt geht es aber noch einen Schritt weiter: Das Projekt bezieht die gesamte Kette der städtischen Lebensmittelproduktion, -verteilung und -verwertung für eine umfassende Neugestaltung der Städte ein und geht damit gesellschaftliche Herausforderungen wie eine zunehmende Urbanisierung, soziale Ungleichheit und Klimawandel sowie Ressourcensicherung in Städten an. Hier finden Sie mehr Informationen über das Projekt!

Alice Bischof würden sich freuen, wenn Sie sich mit Ihrem Garten auf dem EdiCitNet Marktplatz registrieren (die Seite ist in englischer Sprache verfasst).

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich per Mail an alice.bischof@wur.nl