Archiv der Kategorie: Workshop

Mit dem „Bodenkoffer“ den Gartenboden erkunden

Ein neues Lernangebot für die Münchner urbanen Gärten

Gerade in Zeiten von Trockenheit oder Starkregenereignissen wird offensichtlich, wie wichtig die Gesundheit des Bodens auch für die Klimaresilienz ist. Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten, Krautgärten, Kleingärten und (Hoch-)Schulgärten beschäftigen sich schon länger mit dem langfristigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Hier geht es vor allem um die Pflanzengesundheit. Der Zusammenhang von Humusaufbau, Bodenstruktur, Bodengesundheit und Pflanzenernährung ist allerdings sehr komplex und vielen nicht bekannt. Deshalb kommt es oft zu willkürlichen Düngemittelgaben, die Boden und Pflanzen auch schaden können.

Boden begreifen. Boden verstehen: „Bodenkoffer“ fürs Netzwerk

Deshalb wollen wir urbane Gärtner*innen bei ihrer Bodenpflege unterstützen mit dem Projekt „Boden begreifen. Boden verstehen“ und einem Werkzeug zum besseren Verstehen des Bodens. Dank der finanziellen Förderung der anstiftung steht für das Netzwerk der urbanen Gärten München mit dem „Bodenkoffer“ ein schönes didaktisches Werkzeug zur Verfügung.

Der Bodenkoffer wurde u.a. vom österreichischen Bodenforscher und Biobauer Manfred Pennwieser entwickelt, um das Bodenwissen in der Landwirtschaft zu stärken und eine ganzheitliche Bodenanalyse auch für Lai*innen zugänglich zu machen. In zehn Analyse-Stationen kann der Zustand des Bodens nach physikalischen, chemischen und biologischen Faktoren beurteilt werden. Dabei geht es nicht nur um den ph-Wert, sondern beispielweise auch um Bodenlebewesen, Knöllchenbakterien und Versickerungsfähigkeit. Zu jeder Station gibt es die passenden Werkzeuge und ein Erklärvideo. Erfasst werden die Werte digital mit Hilfe einer App.

So lernen wir, unseren Gartenboden zu analysieren, das Zusammenspiel seiner Eigenschaften zu begreifen und ihn als lebendigen Organismus zu verstehen. Daraus entsteht nicht nur eine sehr praktische Handlungsorientierung zu Bodenverbesserung, sondern vielmehr ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanzengesundheit, Ernährung, Biodiversität und Klimaschutz.

Bodenwissen wächst in den urbanen Gärten

Die Geografin und urbane Gärtnerin Ruth Mahla („BODEN.KENNEN.LERNEN“) ist erfahrene Bodenkundlerin und Gartenpädagogin. Sie bietet für das Netzwerk Workshops zur Bodenuntersuchung mit dem Bodenkoffer zunächst im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) und im StadtAcker am Ackermannbogen sowie in weiteren urbanen Gärten aus dem Netzwerk. Interessierte können sich den Bodenkoffer anschließend kostenfrei ausleihen. Die Benutzung des Bodenkoffers wird angeleitet, sodass urbane Gärtner*innen ihre Gartenböden selbst analysieren können.

Mitmachen!

Wollt ihr euren Gartenboden verstehen lernen? Meldet euch per E-Mail bei Urbane Gärten München, wenn ihr an einem Bodenkoffer-Workshop interessiert seid oder einen Bodenkoffer-Workshop in eurem urbanen Garten durchführen möchtet. Das Angebot richtet sich an die urbanen Gärten im Münchner Netzwerk und ist kostenfrei.

Mit freundlicher Unterstützung der

Foto (c) Ruth Mahla

Hochbeet-Workshop im rosen_heim

am Mittwoch, den 20. Juli von 17 bis 19 Uhr
mit Renate Hudak und Harald Harazim
im Gemeinschaftsgarten rosen_heim, Rosenheimer Str. 245

Der Workshop ist eine gute Gelegenheit, um Neues über nachhaltiges urbanes Gärtnern und Hochbeetbau von Expert*innen auf diesem Gebiet zu lernen. Außerdem geht es um den Nutzen von „Unkraut“, die Vorzüge von Hochbeeten und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte aus dem Hochbeet.

Renate Hudak und Harald Hazim stellen ihr neues Hochbeet-Buch vor.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Um besser planen und genügen Material beschaffen zu können, ist eine Anmeldung unter garten-rosen_heim@gewofag.de oder 0151-544 56567 erforderlich.

Mit der Teilnahme am Workshop stimmt ihr einer Dokumentation in Wort und Bild zu.

Die erste Saatgutbibliothek in München!

Gibt es ab 22. März 2022 in der Stadtbibliothek Giesing

Urbane Gärtner*innen und solche, die es werden möchten, können sich jetzt freuen. Dank des großen (Nachhaltigkeits-)Engagements der Giesinger Stadtbibliothek wird dort am 22. März die erste Saatgutbibliothek Münchens eröffnet. Damit trägt die Stadtbibliothek der Tradition des Vermehrens, Weitergebens und Tauschens von Kulturpflanzen Rechnung, die leider seit einigen Jahrzehnten durch die industrialisierte Landwirtschaft gefährdet ist.

Weitergeben von Saatgut ist eine wichtige Kulturleistung

Vielfältige Pflanzenarten wurden lange Zeit lokal und kleinteilig angebaut und gezüchtet. Nach der Ernte wird das gewonnene Saatgut mit ins neue Jahr genommen, erneut gesät und zu geerntet. In diesem Kreislauf entwickelten die Kulturpflanzen über einen langen Zeitraum Eigenschaften, mit denen sie sich optimal an ihre Umgebung anpassen konnten. So entstand eine sehr große Sortenvielfalt. Dieses (samenfeste) Saatgut ist nicht patentiert und dadurch für alle zugänglich.

„Wer die Saat hat, hat das Sagen“

Sowohl die Vielfalt als auch der Zugang sind seit dem letzten Jahrhundert stark gefährdet. In der industrialisierten Landwirtschaft kommen oftmals kommerzielle und patentierte Hybridsorten zum Einsatz, deren Wachstum durch Gleichförmitgkeit und Einheitlichkeit gekennzeichnet ist. Dieses Saatgut muss allerdings von den Bäuerinnen und Bauern jedes Jahr neu gekauft werden, der Anbau ist oftmals auf den Einsatz von Pestiziden abgestimmt.

Die Saatgutbibliothek der Münchner Stadtbibliothek in Giesing möchte den Gedanken der Vermehrung, Weitergabe und des Tausches aufgreifen und zu neuem Leben erwecken. Mit der Saatgutbibliothek entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, der auch die Artenvielfalt aufrechterhält.

Saatgutauswahl speziell für urbane Gärten, Balkons und Terrassen

Das Saatgut – Tomate, Erbse, Salat, die alte Kulturpflanze Melde und verschiedene Bohnensorten – wurde speziell für den urbanen Anbau auf kleinen Flächen und Balkonen oder Terrassen ausgewählt. Zudem können Freiflächen, die in den letzten Jahren brach lagen, damit begrünt werden.

Zum Frühlingsanfang, ab dem 22. März, können die Interessierten in der Stadtbibliothek Giesing kostenlos Tütchen mit sortenreinem Saatgut für ihren Balkon oder Garten mitnehmen. Hierfür muss man kein aktives Mitglied der Stadtbibliothek sein.

Per Newsletter (www.muenchner-stadtbibliothek.de/newsletter) begleitet und berät das Team der Saatgutbibliothek von der Aussaat bis zur Ernte, gibt Tipps, wie der Anbau optimal gelingt und informiert über den eigenen Anbau in den Hochbeeten der Stadtbibliothek Giesing. Über die gesammelten Erfahrungen der Teilnehmenden wird im Blog der Münchner Stadtbibliothek berichtet.

Die Saatgutbibliothek der Stadtbibliothek Giesing auf einen Blick:

  1. Samentütchen mit Salat, Tomaten, Melde, Erbsen und verschiedenen Bohnensorten abholen
  2. Samen aussäen
  3. Ernten
  4. Gewonnenes Saatgut in die Bibliothek zurückbringen

Ein vielfältiges Veranstaltungsangebot sowie Workshops und Ausstellungen begleiten dieses Pilotprojekt bis zum Abschluss mit dem Gartenfest als Dankeschön am 24. September (vormerken!).

Veranstaltungsprogramm:

1. bis 30. April 2022
Boden, Regenwurm & Co – Eine Ausstellung zum Thema Boden
Ausstellung in der Stadtbibliothek Giesing

1. April, 18 bis 19 Uhr
Tomate, Salat, Melde & Co. – Wie gelingt die Aussaat?
Annette Holländer (Garten des Lebens) beantwortet in der Stadtbibliothek Giesing Fragen rund um die Aussaat

27. April, 18 bis 19 Uhr
Bohnen, Bohnen, Bohnen… – alles rund um Bohnen und andere Hülsenfrüchte
Annette Holländer stellt einige dieser vielfältigen Eiweißlieferanten vor und gibt Tipps zu Anbau, Pflege und Saatgutgewinnung in der Stadtbibliothek Giesing

7. Oktober, 18 bis 19 Uhr
Herbstzeit – Hochbeetzeit – Anlage, Aufbau und Bepflanzung eines Hochbeets
Annette Holländer informiert über die Hochbeetplanung in einem Workshop in der Stadtbibliothek Giesing

Anmeldung jeweils über stb.giesing.kult(at)muenchen.de oder telefonisch unter 089 189 31 29 18

Besuch im Lesegarten

Neben dem Besuch der Saatgutbibliothek in der Stadtbibliothek Giesing empfiehlt sich auch der Besuch des Lesegartens, der nicht nur zum Lesen und Entspannen einlädt, sondern auch mit seinem Hochbeet urbane Gärtner*innen lockt.

Kooperationspartner:

Weitere Informationen auf dem Flyer der Stadtbibliothek Giesing.

Der interkulturelle Gemeinschaftsgarten Grünstreifen bietet Keramikworkshop für Einsteiger an

am Sonntag 20.3. und Sonntag 27.3. 
jeweils von 14 bis 17:30 Uhr

Zu Beginn des Workshops werden Pflanzenschilder aus Ton für den Garten hergestellt. Es können aber auch kleine Objekte oder Skulpturen für den Außenbereich entstehen. Außerdem wird die Plattentechnik vorgestellt, mit deren Hilfe Becher, Schüsseln, oder Teller gemacht werden können.

Am zweiten Kurstag werden die gebrannten Keramiken  glasiert.

Ort : Atelierhaus FOE, Oberföhringerstr.156, 81925 München, Haus 7

Gebühren für 2 x 3 Stunden, inkl. Material & Brennen:
Erwachsene: 40 €, Kinder ab 6 Jahren: 20 €

Teilnehmen können max. 10 Personen
Vorkenntnisse sind nicht nötig
Rückfragen und Anmeldung bis spätestens 15.3. an: ksiebeck@katrinsiebeck.de 

Momentan gelten die 3G Regeln. Vor dem Kurs gibt es Infos u.a. zu den aktuell geltenden Corona Regeln.

Workshopleitung: Katrin Siebeck Assistenz: Esther Fischer

Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen des
Interkulturellen Gemeinschaftsgarten Grünstreifen

Anfahrt: Bus 187/88 , Station Bürgerpark Oberföhring 

Schild mit der Aufschrift "Workshop"

Online-Seminare zu Gruppenbildung und -dynamik

Neben gärtnerischen Fertigkeiten, die sich in langjähriger Praxis herausbilden, ist im urbanen Garten auch der Umgang mit sozialen Prozessen wichtig. Die Gartengruppen sind vielfältig, die Konstellationen ändern sich oft genug, manche Themen führen zu Konflikten. Die gelingende Kommunikation in den Gartengruppen und ihre Resilienz sind nicht selbstverständlich. Deshalb ist es sinnvoll, sich beraten zu lassen und (voneinander) zu lernen.

Die anstiftung bietet neben Garten-Workshops auch Seminare zu sozialen Themen:

Onlineworkshop: Alle machen mit – Verantwortung und Organisation teilen

am 17. Juni 2021, 19 bis 21 Uhr

Gemeinschaftsgartenprojekte werden von vielen Menschen und Gruppen mit zum Teil unterschiedlicher Motivation gegründet und genutzt. Erwartungen, zeitliche Ressourcen, Motive und das Engagement der Nutzer*innen unterscheiden sich zuweilen erheblich voneinander. Oft bleiben Verantwortung und Organisationsaufgaben an wenigen Personen hängen. Wie kann eine Gemeinschaft entsteht, die sich die Aufgaben teilt?
Mehr Infos und Anmeldung

Netzwerk-Austauschabend: Umgang mit Müll und Vandalismus

am 29. Juni 2021, 19 bis 21 Uhr

Netzwerk-Austauschabend mit kurzer Einführung in das jeweilige Thema und anschließendem Austausch.

In welchen Gärten gibt es Mülleimer oder -tonnen und wer kümmert sich um die Leerung?
Welche Regeln für die Entsorgung von Abfall und Müll gibt es bei euch, wie informiert ihr darüber und wie gut werden sie befolgt?
Welche Erfahrungen habt ihr mit der (abendlichen) Nutzung der Gärten durch Menschen, die nicht Teil der Gartengruppe sind und die Kippen, Flaschen und Co in Beeten und auf der Fläche zurücklassen? Was kann hier Abhilfe schaffen?
Was hilft gegen Vandalismus?
Mehr Infos und Anmeldung

Onlineworkshop: Wissen teilen und weitergeben

am 7. Oktober 2021

Wissen, Erfahrungen und zeitliche Ressourcen, mit denen Menschen sich in Gemeinschaftsgärten engagieren (können), sind sehr unterschiedlich. Einige sind schon lange dabei, andere kommen ganz neu dazu. Wie können Wissenshierarchien abgebaut werden? Wie kann Wissen zum Projekt, der Organisation, den Strukturen aber auch gärtnerisches Know-how möglichst effektiv weitergegeben werden?
Mehr Infos und Anmeldung

Weitere spannende Veranstaltungen der anstiftung zu vielen urbangärtnerischen Themen unter:

https://urbane-gaerten.de/termine


Auch die Stiftung Mitarbeit bietet einen online-Workshop zu Gruppenbildung und -dynamik an:

Zusammen politisch aktiv: als Gruppe handlungsfähig sein

am Freitag, 2. und Samstag, 3. Juli 2021

Oft ist es ein Veränderungsbedarf, der Menschen dazu bewegt, sich in Initiativen zusammenzuschließen. Klimawandel, Wohnungsnot, Bildungsungleichheit oder Diskriminierung von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte sind nur einige Beispiele. Die Gruppen, in denen Engagierte aktiv werden, sind meist heterogen zusammengesetzt, die Engagiereten kommen aus vielfältigen beruflichen Zusammenhängen und haben unterschiedliche soziale Hintergründe und Motivationen.

Eine heterogen zusammengesetzte Gruppe bietet ein hohes Potenzial, um kreativ und konstruktiv an den gemeinsamen Zielen zu arbeiten, zugleich kann es die Gruppe aber auch vor große Herausforderungen stellen. Unterschiedliche Herangehens- und Arbeitsweisen, Prioritätensetzung oder Einstellungen können effektives Arbeiten blockieren. Hier lauert unter Umständen ein hohes Konfliktpotenzial.

Im Workshop werden Analyse- und Handlungsansätze vermittelt, die einen konstruktiven Umgang mit diesen Herausforderungen ermöglichen. Anhand von Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden werden Themen wie Gruppendynamiken, Selbstorganisation und Handlungsspielräume bearbeitet. Die Teilnehmer/innen lernen Instrumente und Verfahren kennen, mit denen in der eigenen Gruppe eine Basis für effektive, gemeinschaftliche Arbeit entwickelt werden kann.

Das Seminar findet in Kooperation mit der Bewegungsakademie statt.

Weitere Informationen zu Programm, Kosten und Anmeldung

Foto: Workshop
License: Creative Commons 3 – CC BY-SA 3.0
Attribution: Alpha Stock Images – http://alphastockimages.com/
Original Author: Nick Youngson – link to – http://www.nyphotographic.com/
Original Image: https://www.picpedia.org/highway-signs/w/workshop.html