Liegestühle vor palmen

Die Stadt und das Grün – urbane Gärten im Museum (in Frankfurt/Main)

„Die Stadt und das Grün“ heißt die aktuelle Sonderausstellung im Historischen Museum Frankfurt vom April bis Oktober 2021. Eigentlich handelt es sich um gleich drei Ausstellung über den Umgang mit dem Stadtgrün in Frankfurt in Zeiten von Klimawandel und Wohnungsknappheit. Anlass sind das 150-jährige Jubiläum der Eröffnung des Palmengartens und der 30. Geburtstag des GrünGürtels in Frankfurt am Main.

Im Fokus stehen die Geschichte und Gegenwart nicht nur öffentlicher Grünflächen und Parks, sondern auch Urban Gardening in Frankfurt sowie die ökologische und gesellschaftspolitische Dimensionen des Stadtgrüns.
Und auf dem Museumsplatz stehen zehn Hochbeete mit Stauden, Kräutern und Gemüse, die von Skulpturen aus Frankfurter Gärten des 17. und 18. Jahrhunderts eingerahmt werden.

Wer gerade in pandemischen Zeiten die Reise bis zum 10. Oktober 2021 nach Frankfurt nicht antreten kann oder will, findet auf der Website des Museums dennoch eine digitalisierte Form der sehr sehenswerten Ausstellung „Die Stadt und das Grün – Gärtnern jetzt!“.

Gärten vor Hochhaussiedlung
(c) Angela Malyska, Historisches Museum Frankfurt

Vorgarten, Kleingarten, Gemeinschaftsgarten, Landwirtschaft, Guerilla Gardening – die Möglichkeiten in der Stadt zu gärtnern sind vielfältig!

Neben Versorgung und Freizeit scheinen Begrünungen geeignete Maßnahmen zu sein, um dem Klimawandel und den Hitzewellen in der Stadt zu begegnen. Gärtnern macht
ja angeblich glücklich – doch welche Motivation steckt noch dahinter?
Was können wir von Gärtner*innen lernen, wenn wir die Stadt zukunftsfähig machen wollen? Wo steht die Gartenarbeit im Spannungsverhältnis von Lohnarbeit, Aktivismus und Freizeit, Individualismus und Gemeinschaft, Eigentum und Kollektivierung,
Idealismus und Pragmatismus?

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit über 50 Gärtner*innen entstanden. In vier Themenbereichen (Ernähren, Erleben, Kümmern und Engagieren) geben sie Einblicke in ihre gärtnerische Praxis und Auskunft darüber, welche Bedeutung die Pflege und der Erhalt von städtischen Grünflächen für sie hat.

https://www.historisches-museum-frankfurt.de/stadtlabor/stadtlabor_gaertnern

Weitere Informationen auf der Website des Historischen Museums Frankfurt.

Und wer nach Frankfurt reist, sollte sich das umfangreiche Veranstaltungsprogramm nicht entgehen lassen.

Fotos: Historisches Museum Frankfurt

Schild mit der Aufschrift "Workshop"

Online-Seminare zu Gruppenbildung und -dynamik

Neben gärtnerischen Fertigkeiten, die sich in langjähriger Praxis herausbilden, ist im urbanen Garten auch der Umgang mit sozialen Prozessen wichtig. Die Gartengruppen sind vielfältig, die Konstellationen ändern sich oft genug, manche Themen führen zu Konflikten. Die gelingende Kommunikation in den Gartengruppen und ihre Resilienz sind nicht selbstverständlich. Deshalb ist es sinnvoll, sich beraten zu lassen und (voneinander) zu lernen.

Die anstiftung bietet neben Garten-Workshops auch Seminare zu sozialen Themen:

Onlineworkshop: Alle machen mit – Verantwortung und Organisation teilen

am 17. Juni 2021, 19 bis 21 Uhr

Gemeinschaftsgartenprojekte werden von vielen Menschen und Gruppen mit zum Teil unterschiedlicher Motivation gegründet und genutzt. Erwartungen, zeitliche Ressourcen, Motive und das Engagement der Nutzer*innen unterscheiden sich zuweilen erheblich voneinander. Oft bleiben Verantwortung und Organisationsaufgaben an wenigen Personen hängen. Wie kann eine Gemeinschaft entsteht, die sich die Aufgaben teilt?
Mehr Infos und Anmeldung

Netzwerk-Austauschabend: Umgang mit Müll und Vandalismus

am 29. Juni 2021, 19 bis 21 Uhr

Netzwerk-Austauschabend mit kurzer Einführung in das jeweilige Thema und anschließendem Austausch.

In welchen Gärten gibt es Mülleimer oder -tonnen und wer kümmert sich um die Leerung?
Welche Regeln für die Entsorgung von Abfall und Müll gibt es bei euch, wie informiert ihr darüber und wie gut werden sie befolgt?
Welche Erfahrungen habt ihr mit der (abendlichen) Nutzung der Gärten durch Menschen, die nicht Teil der Gartengruppe sind und die Kippen, Flaschen und Co in Beeten und auf der Fläche zurücklassen? Was kann hier Abhilfe schaffen?
Was hilft gegen Vandalismus?
Mehr Infos und Anmeldung

Onlineworkshop: Wissen teilen und weitergeben

am 7. Oktober 2021

Wissen, Erfahrungen und zeitliche Ressourcen, mit denen Menschen sich in Gemeinschaftsgärten engagieren (können), sind sehr unterschiedlich. Einige sind schon lange dabei, andere kommen ganz neu dazu. Wie können Wissenshierarchien abgebaut werden? Wie kann Wissen zum Projekt, der Organisation, den Strukturen aber auch gärtnerisches Know-how möglichst effektiv weitergegeben werden?
Mehr Infos und Anmeldung

Weitere spannende Veranstaltungen der anstiftung zu vielen urbangärtnerischen Themen unter:

https://urbane-gaerten.de/termine


Auch die Stiftung Mitarbeit bietet einen online-Workshop zu Gruppenbildung und -dynamik an:

Zusammen politisch aktiv: als Gruppe handlungsfähig sein

am Freitag, 2. und Samstag, 3. Juli 2021

Oft ist es ein Veränderungsbedarf, der Menschen dazu bewegt, sich in Initiativen zusammenzuschließen. Klimawandel, Wohnungsnot, Bildungsungleichheit oder Diskriminierung von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte sind nur einige Beispiele. Die Gruppen, in denen Engagierte aktiv werden, sind meist heterogen zusammengesetzt, die Engagiereten kommen aus vielfältigen beruflichen Zusammenhängen und haben unterschiedliche soziale Hintergründe und Motivationen.

Eine heterogen zusammengesetzte Gruppe bietet ein hohes Potenzial, um kreativ und konstruktiv an den gemeinsamen Zielen zu arbeiten, zugleich kann es die Gruppe aber auch vor große Herausforderungen stellen. Unterschiedliche Herangehens- und Arbeitsweisen, Prioritätensetzung oder Einstellungen können effektives Arbeiten blockieren. Hier lauert unter Umständen ein hohes Konfliktpotenzial.

Im Workshop werden Analyse- und Handlungsansätze vermittelt, die einen konstruktiven Umgang mit diesen Herausforderungen ermöglichen. Anhand von Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden werden Themen wie Gruppendynamiken, Selbstorganisation und Handlungsspielräume bearbeitet. Die Teilnehmer/innen lernen Instrumente und Verfahren kennen, mit denen in der eigenen Gruppe eine Basis für effektive, gemeinschaftliche Arbeit entwickelt werden kann.

Das Seminar findet in Kooperation mit der Bewegungsakademie statt.

Weitere Informationen zu Programm, Kosten und Anmeldung

Foto: Workshop
License: Creative Commons 3 – CC BY-SA 3.0
Attribution: Alpha Stock Images – http://alphastockimages.com/
Original Author: Nick Youngson – link to – http://www.nyphotographic.com/
Original Image: https://www.picpedia.org/highway-signs/w/workshop.html

Im Bücherregal: „Wissen wuchern lassen. Ein Handbuch zum Lernen in urbanen Gärten“

Urbanes Gärtnern hat mittlerweile auch in Deutschland eine – wenn auch junge – Geschichte. Das beweisen Bücher wie „Wissen wuchern lassen“ (2014) von Severin Halder u.a., die zu Klassikern geworden sind. Das Buch ist nach wie vor aktuell und sehr inspirierend. Unbedingt reinblättern!

Auf der Suche nach praktischen Antworten versammelt dieses Handbuch Bausteine für grüne Lernorte und eröffnet Einblicke in den bunten und kreativen Erfahrungsschatz urbaner Gärtner*innen. Hier trifft das alltägliche Lernen der „Dilettant*innen“ aus dem Allmende-Kontor, dem Prinzessinnengarten und dem Bürgergarten Laskerwiese auf das „Expertenwissen“ aus dem Bauerngarten, der Peter-Lenné-Schule und der Humboldt-Universität. Dabei kommt es zu einem offenen Wissensaustausch in Form von Gesprächen, Saatgut, Gartenkarten, Kompostwürmern und Rezepten. Berliner Bauernschläue, blumige Anleitungen und Stolpersteine – für alle, die wissen wollen, wie man sich die Finger „richtig“ dreckig macht!

Inhaltsverzeichnis
Einleitung (Severin Halder)
I. Souverän des eigenen Kühlschranks: Urbaner Ökologischer Gemüsebau (Max von Grafenstein, Theresa Lehr, Daisy Kratz) / Der Bauerngarten als Lernort / Empfehlungen für die Beratung von Lai*innen / Jungpflanzenanzucht / Ernte und Pflege von Kräutern und Blattgemüse / Düngung im Gemüsebau
II. Gemeinschaftsgärten? Ja, bitte – aber wie? (Dörte Martens, Malte Zacharias, Frauke Hehl) / Gemeinschaftsgärten kennenlernen / Kontaktaufbau / Gartenfläche finden / Gruppenarbeit / Ressourcen / Vernetzung und Kooperation / Stolpersteine / Ausblick
III. Boden selber machen: Städtische Kompostierung (Svenja Nette, Lisa Dobkowitz, Matthias Wilkens, Sina Schneider) / Gartenführungen „Substrate des Stadtgärtnerns“ / Kompostmiete / Kompoströhre / Kompostbeete / Erdlager / Wurmkisten / Schwarzerde / Pilze / Wurmkistenhandbuch / Umweltbildungsspiele /
IV. Von Blüten, Bienen, Berberitzen… Wildobsthecke und mehr am Ostkreuz (Sabine Friedler, Gerlinde Parchmann) / Planung / Pflege, Ernte und Verarbeiten / Bienenhaus / Fazit
V. Wenn das Wasser nicht aus dem Hahn kommt: Dezentrales Wassermanagement (Fachschüler*innen und Lehrer*innen der Peter-Lenné-Schule) /Möglichkeiten des Wassermanagements / Bau- und vegetationstechnische Maßnahmen 180 / Tröpfchenbewässerung / Selbstbewässerndes Hochbeet / Fazit / Anregungen
VI. Gemeinsam gärtnern und forschen: Eine partizipative Aktionsforschung (Severin Halder, Julia Jahnke) / Hintergrund / Aktionsforschung / Projekt „Urban Gardening in Berlin“ / Reflexion / Fazit / Anregungen / Abschließende Gedanken
Nachworte / Kollektive Annäherung an Bildung in urbanen Gärten (Gruppeninterview) / Lernräume für eine zukunftsfähige Gesellschaft (Christa Müller)

http://agspak.de/wissenwuchernlassen/

Link zum Shop AG SPAK Bücher (Portofrei und auf Rechung!) oder
Freier Download hier  

Auch neuere Publikationen von Severin Halder („Gemeinsam die Hände dreckig machen“) sind eine Fundgrube für urbane Gärtner*innen und Urban Gardening-Aktivist*innen. Dazu demnächst mehr…

Onlinevortrag „Essbare Dächer“

vom Ernährungsrat Freiburg & Region
am 29. Juni, von 19:00 bis 20:30 Uhr

Die Dächer über der Stadt bieten viele Vorteile gegenüber anderen Flächen, was essbare Landschaften und Biodiversität betrifft. Wenn wir wissen, wie wir diese Vorteile nutzen können, hilft uns das dabei, die versiegelten Flächen unserer Städte besser zu nutzen, näher an die Kreisläufe der Natur zu kommen, und gemeinsam das Stadtklima zu regulieren. Was gibt es zu bedenken?

Nach einer kurzen Einführung zum neuen Förderprogramm GebäudeGrün hoch³ für Gründächer der Stadt Freiburg, vertreten durch Verena Hilgers (Umweltschutzamt Freiburg), gibt Architektin Leonie Woidt-Wallisser in ihrem Vortrag praktische Tipps zur Anlage von Nutzgärten auf Dächern. Mit verschiedenen Beispielen und langjähriger Erfahrung zeigt uns die Referentin, was alles möglich ist. Themen:

  • Essbare Stadt-Landschaften auf den Dächern
  • Biodiversitätsförderung
  • Wasser sammeln
  • Gemeinschaft

Leonie Woidt-Wallisser gründete 2007 das Kollektiv Cityplot in Amsterdam. Zusammen mit einem engagierten und vielfaltigen Team hat sie sich auf alles was urbane Permakultur betrifft spezialisiert. Als selbst begeisterte Permakulturistin und Architektin unterrichtet und praktiziert sie in vielfältigen Projekten im internationalen Raum.

Die Veranstaltung ist kostenlos und wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie.

Die Veranstaltung wird aufgenommen und im Anschluss in den Kanälen des Ernährungsrats Freiburg & Region veröffentlicht.

https://www.facebook.com/ErnaehrungsratFreiburg/

BNE im Grünen – Lernort Natur an Münchner Schulen

am 22.6.2021 von 14 bis 18 Uhr
am Städtischen Werner-von-Siemens-Gymnasium München

Naturerleben ist ein grundlegender Baustein einer ganzheitlichen Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bei dem Praxis-Seminar „BNE im Grünen“ wird daher die Frage im Mittelpunkt stehen: Natur in der Schule – wie geht das zusammen? Wie können Naturerleben und Naturerfahrung stärker Teil des schulischen Alltags werden, gerade auch in Zeiten von Corona? 
Ökoprojekt MobilSpiel e.V. lädt die teilnehmenden Lehrkräfte, Lehramtsstudierenden und Multiplikator*innen ein, sich von der Natur im Schulumfeld inspirieren zu lassen und das Grün rund um das Schulgebäude zu entdecken. Vielfältige Anregungen fürs Draußenlernen werden dabei angeboten: ein praxisorientierter Erfahrungsaustausch, Beispiele aus der Umsetzung an Münchner Schulen und Anknüpfungspunkte für verschiedene Altersklassen und Schulfächer. 

Termin: 22.6.2021 von 14:00 bis 18:00 Uhr

Ort: Städtisches Werner-von-Siemens-Gymnasium München (WSG)

Veranstalter: Ökoprojekt MobilSpiel e.V., gefördert durch das Referat für Klima- und Umweltschutz der LH München

Sollte eine Präsenzveranstaltung aufgrund der Corona-Situation nicht möglich sein, wird eine digitale Alternative angeboten. Die Kosten betragen 25,- Euro (ermäßigt 10,- Euro).

Anmeldung bitte per Mail mit dem Betreff „BNE im Grünen“ + Name, Schule, ggf. Institution an oekoprojekt@mobilspiel.de
Weitere Informationen unter: www.oekoprojekt-mobilspiel.de