Hervorgehobener Beitrag

7. Saatgutfestival im ÖBZ

Vielfalt erhalten und genießen!

Termin: Sonntag, 23.02.2025; 10:00 – 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Ökologisches Bildungszentrum München

Am Sonntag, den 23. Februar 2025 veranstaltet das Münchner Umwelt-Zentrum gemeinsam mit dem Verein für Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. (VEN) das große Saatgut-Festival im Ökologischen Bildungszentrum München (ÖBZ). Bereits zum siebten Mal bietet dieses Event seinen Gästen eine bunte Palette alter und samenfester Kultursorten, ein reichhaltiges Informationsangebot und ein tolles Rahmenprogramm mit einer offenen Saatgut-Tauschbörse, Vorträgen, offener Kinderaktion und einem Imbiss aus der Gartenküche. Auch die Urbanen Gärten München und das Projekt BioDivHubs – Biodiversität ins Quartier sind mit einem gemeinsamen Stand dabei. Wir informieren u.a. über unser neues – für urbane Gärten in München kostenfreies Workshop-Programm.

Als Schwerpunkt der begleitenden Vortragsreihe werden die Bedeutung samenfester Kultursorten im ökologischen Anbau, die Erhaltung der Sortenvielfalt sowie die Förderung der biologischen Vielfalt in unseren Gärten vertieft. Die Beiträge widmen sich praktischen Aspekten der Samengärtnerei im eigenen Hausgarten, geben Tipps zum Anbau von Gemüse auf Balkon, Terrasse und Gartenbeet, zeigen Möglichkeiten zur Förderung der biologischen Vielfalt auf und setzen sich kritisch mit aktuellen technischen und rechtlichen Entwicklungen in der Pflanzenzucht auseinander.


VERANSTALTUNGSPROGRAMM am 23.02.2025, 10:00 – 17:00 Uhr


Saatgut-Tauschbörse von und für Gärtner*innen | 10:00 – 13:00 Uhr

Kinderaktion | 14:00 – 17:00 Uhr | Beginn jeweils 14:00 /14:45/15:30 /16:15 Uhr

Kunstperformance „frozen beans. melting beans“ von Ella von der Haide und Eva Weigel


VORTRAGSPROGRAMM

11:00 Uhr | Christine Nimmerfall: Klimafreundliches Gärtnern in Kübeln, Kästen und auf kleinen Flächen

12:00 Uhr | Urban Ewald, Kulturpflanzenentwicklung Obergrashof e.V.: Samen für die Zukunft

13:00 Uhr | Annette Holländer | Garten des Lebens | Vielfalt erhalten – Samengärtnerei im Hausgarten

14:00 Uhr | Melanie Grabner, Lila Tomate | Tomatengärtnern unter schwierigen Bedingungen – und wie dennoch eine gute, leckere Ernte möglich ist

15:00 Uhr | Christoph Then, Kein Patent auf Saatgut | Neue Gentechnik – bald ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung?

16:00 Uhr | Konrad Bucher, BioDivHub-Projekt | Die Vielfalt heimischer Wildpflanzen in den Garten holen


Mehr Infos unter:
www.oebz.de/saatgutfestival

Kontakt:
Frauke Feuss
089 / 93 94 89 72 (Mo + Di)
frauke.feuss@oebz.de

Das Saatgut-Festival wird freundlich unterstützt durch das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München


Text und Fotos: Ökologisches Bildungszentrum

Hervorgehobener Beitrag

Die schönen Wilden auf unserem Balkon

Vernissage zum BioDivHubs – Balkonprojekt im SchauRaum am Ackermannbogen

Vernissage: Mittwoch, 27.11.2024; 18:00 – 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: Schauraum am Ackermannbogen

Fotograf*innen: Konrad Bucher, Irmela Leuthel, Bettina Lindenberg, Sabine Schiefert, Clarissa Schneider

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Naturschutz auf dem Balkon?

„Unter dem Motto „ Platz zum Überleben gesucht!“ pflegen seit dem Frühjahr 2024
rund 60 Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Ackermannbogen heimische Wildpflanzen auf ihren Balkonen und dokumentieren deren Wachstum in Zusammenarbeit mit der TU München. Durch die sorgfältige Beobachtung der Pflanzen unter dem ökologischen Aspekt begeisterten wir uns für die Schönheit unserer Schützlinge. Über das Balkonjahr entstand eine große Vielfalt an Bildern. Eine Auswahl davon zeigen wir in dieser Ausstellung.“

Weitere Öffnungszeiten:

Freitag, 29. November 2024, 17:00 – 19:00 Uhr
Sonntag, 01. Dezember 2024, 11:00 – 13:00 Uhr
Sonntag, 08. Dezember 2024, 11:00 – 13:00 Uhr


Finissage: Freitag, 28. Februar 2025, 17:00 – 19:00 Uhr


Einladungstext: Ackermannbogen e.V.; Pflanzenbilder: Konrad Bucher, Irmela Leuthel, Bettina Lindenberg , Sabine Schiefert, Clarissa Schneider

Hervorgehobener Beitrag
Karden und Stiglitze

Der winterliche Garten – immer noch schön und lebendig

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Termin: Samstag, 30. November 2024, 11:00 – 12:30 Uhr

Ort: Gärten und (je nach Wetter) Raum 2/3 im Ökologischen Bildungszentrum, Englschalkinger Straße 166,

Treffpunkt: beim Gartenhaus

Referent: Konrad Bucher, Dipl. Ing. Landschaftsarchitektur, Umweltpädagoge

Die Schönheit blühender Gärten kennen wir. Die Winterruhe bringt jetzt ihre ganz eigene Ästhetik in den Garten und birgt immer noch Leben. Viele Arten bilden haltbare Stängel und Samenstände aus, die den Vögeln Nahrung und der Insektenwelt Unterschlupf bieten. Bei einem Rundgang durch die ÖBZ-Gärten entdecken wir den optischen Reiz und die Nützlichkeit der winterlichen Flower Power und reden über eine Art des Gärtnerns, die die Förderung der biologischen Vielfalt mit dem Anspruch an Schönheit verbindet.

Anmeldung bitte beim ÖBZ


Biodiversität und ästhetisches Empfinden – ein Gastbeitrag von Konrad Bucher

„Den Garten winterfest machen“ Welche Bedeutung hat diese geläufige Redewendung eigentlich genau?
Es kommt darauf an, wen man fragt. Früher nannte man einen Gemüsegarten auf dem Land dann winterfest, wenn Sträucher und Stauden abgeschnitten, das Laub zusammengerecht und am besten noch die Gemüsebeete umgegraben waren. Ist alles ordentlich aufgeräumt und vorbereitet für das nächste Frühjahr, ist der Garten winterfest.

Naturnahe Gärten machen sich für eine andere Gartenpraxis stark. Sie verstehen den Garten nicht nur als Nutzgarten, der nach rein praktischen Kriterien funktioniert, sondern als Lebensraum für möglichst viele Insekten, Vögel und andere Gartenbewohner. Und da man weiß, dass Vögel gerne die Samen von stehengebliebenen Blumen fressen und Insekten im Schutz der Pflanzenmasse überwintern, werden die Beete eben nicht abgeräumt. Es soll möglichst viel bis zum nächsten Frühjahr stehen bleiben.

In manchen Gärten, und gerade in den gemeinschaftlich gepflegten mischen sich die unterschiedlichen Garten-Vorstellungen. Während die einen ihr Beet als Lebensinsel verstehen und zugunsten der Insekten möglichst wenig in die natürlichen Prozesse eingreifen wollen, brauchen andere eine gewisse Struktur: der Garten ist für sie ein gestalteter Ort. Das heißt, er soll schön aussehen! Was chaotisch und verwildert wirkt, wird geordnet.
Immerhin ist man sich meistens darin einig, dass der Garten ein Ort für die biologische Vielfalt sein soll. Das Bild von den Distelfinken, die im Winter die Samen aus den stehen gebliebenen Karden picken, finden zum Beispiel alle schön. Schmetterlinge mögen wir auch gerne, und wenn wir wissen, dass ihre Puppen an bestimmten Halmen überwintern – keine Frage, dann bleiben diese vertrockneten Pflanzenstängel natürlich stehen.

Aber dann endet das Vorstellungsvermögen meistens ziemlich schnell: Welche Tierchen sind es denn genau, die sich im toten Pflanzenmaterial am Leben halten? Und welche Pflanzenteile brauchen sie dafür? Samenstände, hohle Stängel, Laub…? Dass wir wenig darüber wissen, liegt in der Natur der Sache: Die Tiere verstecken sich, verkriechen sich im Schutz ihrer pflanzlichen Behausungen, wollen nicht entdeckt werden. Und uns ist es im Winter zu kalt, um geduldig nach kleinem Krabbelgetier Ausschau zu halten. Sobald wir wüssten, was da alles lebt, die Arten sogar noch mit Namen kennen würden, fiele es möglicherweise leichter, das „Chaos“ stehen zu lassen. Hat man mit eigenen Augen die winzige Ameisenspinne entdeckt, wie sie sich im Blutweiderich eingenistet hat, ist der Blutweiderich künftig nicht mehr nur totes Gestrüpp. Das Verständnis dafür, was schön ist, der Blick auf den Garten verändert sich mit solchen Entdeckungen.

Beim Rundgang durch die ÖBZ-Gärten sehen wir uns die Pflanzen unter dem Aspekt ihrer Funktion als Lebensräume an, als Teile eines komplexen Systems.
Wir lernen einige Arten kennen, die sich aufs Versteckspiel spezialisieren und angewiesen sind auf ein bisschen Chaos in den Beeten. Wie wir den Garten künftig gestalten, liegt weiterhin in unserer Hand, aber das ästhetische Empfinden kann sich nach der Bekanntschaft mit den Überlebensgeschichten verändern.


Text: Konrad Bucher, Bilder: Catherina Schroell, Ruth Mahla;

Freiham biodivers: Einladung zur winterlichen Gartentour

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Termin: 14. Dezember 2025, 10:00 – 12:30 Uhr;

Treffpunkt: 10:00 im Freiluftgarten Freiham; keine Anmeldung erforderlich

Engagierte Gartenkoordinator*innen und Anwohner*innen führen uns durch die Gemeinschaftsgärten und Biodiversitätsprojekte im Freihamer Neubaugebiet mit anschließendem Weihnachtspunsch in einem Nachbarschaftstreff.

Dabei betrachten wir die ganz eigene Ästhetik, die die Winterruhe im Garten mit sich bringt: Viele Arten bilden Stängel und Samenstände aus, die den Vögeln Nahrung und der Insektenwelt Unterschlupf bieten. Wir wollen uns über eine Art des Gärtnerns austauschen, die die Förderung der biologischen Vielfalt mit dem Anspruch an Schönheit verbindet. Denn die Akzeptanz von etwas mehr Wildwuchs und Biodiversität im Viertel hängt einerseits von Information über die Zusammenhänge, aber auch von einer gewissen „Ordnung im Chaos“ ab.


Bitte warm anziehen – wir verbringen ca. 90 Minuten draussen


Fotos: Ruth Mahla

Frühblüher – Pflanzaktionen in den urbanen Gärten

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Diesen November fanden mehrere Workshops und Pflanzaktionen von Frühlings-Geophyten in urbanen Gärten in München und Haar statt. Pünktlich zum ersten Frost sind nun die Zwiebeln und Rhizome unter die Erde gekommen und wir freuen uns jetzt schon auf die erste Blütenpracht im nächsten Frühjahr im Generationengarten im Petuelpark, im Garten der Vielfalt der IG-Feuerwache, im Freiluftgarten Freiham und im Gemeinschaftsgarten „Haar zum Anbeißen“.

Im Rahmen des Gartenpädagogik-Workshops werden wir auch im Stadtacker am Ackermannbogen noch einen Pflanzworkshop anleiten. Es sind noch Plätze frei: Bitte jetzt unter info@urbane-gaerten-muenchen.de anmelden.

Durch den“BioDivHubs-UGM-Link“ hat das BioDivHubs-Projekt in Zusammenarbeit mit Urbane Gärten München auch die Möglichkeit, außerhalb der 4 Modellquartiere und den 15 Studiengärten der TUM, in den nicht direkt am BioDivHubs-Projekt beteiligten urbanen Gärten – Maßnahmen durchzuführen, die die Biologische Vielfalt unterstützen. So konnten wir dieses Jahr alle zusammen auch schon im neuen Gemeinschaftsgarten Kosmos unter Null viele Wildstauden pflanzen und mehrere Gartenprojekte, die mehr für Biodiversität in den Gärten und in ihren Quartieren tun wollen, beraten. Wer nächstes Jahr Workshops für mehr Biodiversität in einem urbanen Garten kostenlos buchen möchte, meldet sich bitte bei: info@urbane-gaerten-muenchen.de

Um euch zu inspirieren, selbst kleine Pflanz-Workshops in euren Gärten durchzuführen, haben wir für euch bunte Pflanzkarten mit einigen insektenfreundlichen Wildarten angefertigt. Bitte bedenkt beim Kauf nächstes Jahr, schon früh zu bestellen. Es ist wichtig, Wildarten oder ihre Varietäten, möglichst in Bioqualität zu kaufen. Damit unterstützt ihr nachhaltige Biogärtnerein und schließt aus, dass der Pollen, die erste Nahrung für viele einheimische Bestäuber, darunter auch seltene Wildbienenarten, durch systemische Ackergifte kontaminiert ist.

Diese Qualitätszwiebeln sind meist schon im Sommer ausverkauft. Vorallem die gebietseigenen Wildarten sind in den bayerischen Biogärtnereien oft nicht mehr zu bekommen, wenn man zu spät bestellt.

Wer sich genauer über die Frühlingsgeophyten und die Pflanzaktionen im ÖBZ informieren möchte, kann dazu die Artikel auf unseren Websites lesen : Infos zu den Frühlingsgeophyten hier, Pflanzaktion „Gemeinsames Pflanzen für mehr Artenvielfalt“ im Ökologischem Bildungszentrum (ÖBZ): hier. Umfassende Informationen über noch viel mehr insektenfreundliche Frühblüher findet ihr auf NaturaDB.


Bilder: Lukas Gschnitzner, Ruth Mahla; Text und Grafik: Ruth Mahla

Kompostier(ch)en

„Was Gold und Drachen im Garten machen“

Dieses Jahr war das Team der beliebten Kindersendung „Pia und die wilde Natur“ in Naturgärten im bayrischem Voralpenland und in München unterwegs und hat u.a. auch Station im StadtAcker am Ackermannbogen gemacht.

Der 1000 Quadratmeter große urbane Anwohner*innengarten wird vom Verein Ackermannbogen e.V. – Bereich StadtNatur und vielen engagierten Gärtner*innen betrieben und ist außerdem eine der vier Modellgärten im BioDivHubs-Projekt. Zum Gartenporträt

Ruth Mahla vom Projekt „Urbane Gärten München“, und privat auch Mitgärtnerin im StadtAcker, ist von der Produktion von „Pia und die wilde Natur“ eingeladen worden, das Geheimnis um den Komposthaufen zu lüften und Pia bei ihrer Aufgabe – wie aus ihrem Apfelbutzen Gold wird – zu helfen.

Wir finden, dass es eine wunderschöne Sendung über Natur im Garten geworden ist und freuen uns, dass wir die Folge verlinken dürfen – Danke an Pia, das Kamera-Team und die Producerin Katharina:


Text und Bilder: Ruth Mahla

Führung durch die winterlichen Gärten im ÖBZ

„Den Garten winterfest machen –

welche Bedeutung hat diese geläufige Redewendung eigentlich genau?“ fragte sich Konrad Bucher in seinem Beitrag, den er in Vorbereitung auf die winterliche Gartenführung am 30. November 2024 in den ÖBZ-Gärten veröffentlicht hat. „Naturnahe Gärten verstehen den Garten nicht nur als Nutzgarten, der nach rein praktischen Kriterien funktioniert, sondern als Lebensraum für möglichst viele Insekten, Vögel und andere Gartenbewohner. Und da man weiß, dass Vögel gerne die Samen von stehengebliebenen Blumen fressen und Insekten im Schutz der Pflanzenmasse überwintern, werden die Beete eben nicht abgeräumt. Es soll möglichst viel bis zum nächsten Frühjahr stehen bleiben.“

Bei seinem einführenden Vortrag präsentierte uns Konrad Bucher typische Nahrungs- und Habitatpflanzen, die im Wildgarten des ÖBZ bewußt stehen gelassen werden.

…und die beim Gartenrundgang im herrlichsten Sonnenschein mit ihrer fragilen Schönheit bezaubern.

Alle diese Schönheiten tragen mit ihren Samen dazu bei, dass für Vögel auch im Winter der Tisch reich gedeckt ist und/oder dass Insekten in der schönen Jahreszeit Nahrung und im Winter Unterschlupf finden.

Besonders imposant sind die Wilden Karden, die wegen ihrer nahrhaften Samen gerne von ganzen Trupps von Stieglitzen besucht werden.

Foto: Catherina Schroell

Manche Tiere sind aber auch eine Herausforderung für die Gärtner*innen:

Damit die winzige Ameisenspringspinne ihr röhrenförmiges Gespinst in die dünnen hohlen Halme vom Schnittknoblauch weben und sich vermehren kann, müssen die trockenen Stängel in der kommende Garten-Saison stehen bleiben dürfen.

Foto: Anette Berger

Wer das im Garten nicht mag, kann auch einen besonderen Ablageplatz für trockene Stängel und Staudenschnitt in einer ungestörten Gartenecke einrichten, anstatt alles zu häckseln und zu kompostieren. Dadurch haben viele Lebewesen die Chance eine dauerhafte Heimat im Naturgarten zu finden.

Wildbienen

Solitär lebende weibliche Wildbienen versorgen ihre Brut im Boden, im Altholz und in hohlen Pflanzenstängeln. Die Eier werden in einzelnen Brutkammern abgelegt, mit Proviant aus Nektar und Pollen versehen und die Zellen verschlossen. Die Larven entwickeln sich bereits nach wenigen Tagen und verpuppen sich. Als Puppen überstehen sie den Winter, sofern ihre Plätze ungestört bleiben. Im Frühjahr schlüpft die neue Generation aus ihren Brutzellen heraus und freut sich über ein reichhaltiges Nahrungsangebot an frühblühenden Geophyten und Gehölzen.

Falter

Falter und Schmetterlinge überwintern je nach Art als Ei, Puppe, Raupe oder im Kokon. Einige Wanderfalter ziehen im Winter in wärmere Gefilde und robuste Arten wie der Zitronenfalter haben „Frostschutzmittel“, die es ihnen ermöglicht, als Falter auch Minusgrade zu überstehen.

Über 50 % aller Tag- und Nachtfalterarten sind auf der Roten Liste als gefährdet oder bedroht eingestuft, weil ihr natürlicher Lebensraum verschwindet. Viele Arten sind auf bestimmte Pflanzen und ihre Blüten spezialisiert, sowie viele Pflanzen die jeweiligen Falter als Bestäuber brauchen – fehlen zuviele Arten in diesem Beziehungsgeflecht, können ganze Ökosysteme zusammenbrechen. Wir können in unseren urbanen Gärten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass unsere einheimische Flora und Fauna überlebt und uns von der wunderbaren Schönheit des vielfältigen Lebens beglücken lassen. Was wäre der Sommer ohne die prachtvollen Schmetterlinge!

Der Schwalbenschwanz, unser wahrscheinlich schönster Schmetterling, liebt zum Beispiel den Gewürzfenchel. Die erste Generation klebt die Eier im Mai an die Raupennahrungspflanzen, und 8-10 Tage später schlüpfen die nach mehreren Häutungen so auffällig gefärbten Raupen. Diese verpuppen sich wenig später, wobei sie sich fest an den Pflanzenstängel anspinnen. Aus der Puppe schlüpft der prachtvolle fertige Tagfalter.

Spätere Generationen des Schwalbenschwanzes können auch als Puppe an die Pflanzenstängel angeschnürt überwintern. Deswegen ist es so wichtig, im Garten die Nahrungspflanzen der Schmetterlingsraupen im Winter stehen zu lassen.

Auführliche Informationen zu den Lebenszyklen und Überwinterungsstrategien aller heimischen Falter findet man beim BUND Rheinland-Pflalz

Biodiversität und ästhetisches Empfinden

Ein urbaner Garten, der sich zum Naturgarten weiterentwickeln möchte und eine Lebensinsel für möglichst viele einheimische Tier- und Pflanzenarten werden möchte, sollte deswegen für Nahrung und Lebensraum das ganze Jahr über sorgen. Wer sich über die Lebensweise unserer Wildtiere näher informieren möchte, dem sei die Website der deutschen Wildtierstiftung empfohlen.

Konrad Bucher meint, dass sich mit dem Wissen um die Zusammenhänge auch das Verständnis dafür, was als schön empfunden wird, verändert – Wir schätzen und lieben nur, was wir kennnen. Ich persönlich habe noch nie anders empfunden – ich sehe in der Natur nicht das chaotische Unaufgeräumte, ich sehe die Strukturen in der Vielheit und fühle mich geborgen im vermeintlich Wilden.

Aber auch alle Gärtner*innen, die gerne etwas Ordnung im Gemüsebeet oder in der Staudenrabatte haben und auf die Vorteile eines sich im Frühjahr schneller erwärmenden offenen Bodens an manchen Stellen nicht verzichten möchten, tragen zur biologischen Vielfalt bei. Es gibt auch Arten, die von gartentypischen Pflegemaßnahmen profitieren. Auch hier kommt es auf die Vielfalt an – ein urbaner Garten sollte möglichst für alle Lebewesen einen geeigneten Lebensraum bieten – auch für die Menschen, die ihn pflegen.

Galerie der Winterschönheiten


Quellen:

Konrad Bucher/BioDivHubs; Deutsche Wildtierstiftung; BUND Rheinland-Pflalz

Text: Ruth Mahla;

Fotos: Anette Berger, BUND, Catherina Schroell, Johanna Saumweber, Ruth Mahla


Gartenpädagogik im Winter

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Termin: 29. November 2025; 11:30 – 14:00 Uhr;

Ort: Stadtacker am Ackermannbogen und Georg-Birkstr. 14

Veranstalter: Urbane Gärten München in Kooperation mit Stadtnatur Ackermannbogen e.V.

Referentinnen: Alicia Bilang, Biologin, Umwelt- und Kräuterpädagogin,
Ruth Mahla, Geografin und Fotokünstlerin

Anmeldung bei: info@urbane-gaerten-muenchen.de

Themen: Der Garten im Winter – Überlebensraum für Insekten und größere Wildtiere, sowie kreative Gestaltungstechniken für Kinder und Erwachsene

  • Wir lernen den Garten als Lebensraum für Bodentiere, Insekten und größere Wildtiere besser kennen und lernen spielerisch mit Fährtenstempeln ihre Spuren zu deuten.
  • Wir fertigen ökologisch hochwertiges Vogelfutter an
  • Wir pflanzen frühblühende Zwiebelpflanzen als erstes Insektenfutter im Frühjahr
  • anschließend experimentieren wir mit kreativen Gestaltungsmöglichkeiten, um die Erscheinungen und Kreisläufe der Natur sichtbar zu machen wie Frottagetechnik und verschiedenen Druck- und Collagetechniken. Da beim letzten Workshop wegen Krankheit der kreative Teil ausfallen musste, liegt diesmal der Schwerpunkt auf den kreativen Techniken. Bitte Schutzhüllen mitbringen – die bedruckten Papiere können gleich mitgenommen werden.

Unsere Workshops sind für Pädagog*innen von Kitas, Schulen, Mittagsbetreuung/Hort, aber auch für ehrenamtliche Gartenaktive konzipiert, die ihr Umweltwissen und intensive Gartenerlebnisse an Mitgärtner*innen und die nächste Generation weitergeben möchten. In verschiedenen urbanen Gärten in München vermitteln wir Basiswissen über Naturkunde und Ökologie, geben praktische Anbau-Anleitungen, und erkunden mit allen Sinnen den Garten. Die Möglichkeiten nachhaltiger und wohltuender Lebensstile durch die vier Jahreszeiten können spielerisch erfahren und eingeübt werden. So lernen die Teilnehmer*innen mit erlebnisorientierten Aktionen rund ums Gartenjahr, Interesse und Begeisterung bei Kindern und Gartenneulingen für die Natur und die Möglichkeiten im urbanen Garten zu wecken.

Unsere an den Zielen und Methoden der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) orientierten Fortbildungen sollen Naturerfahrungen ermöglichen, die Sensibilität für Natur/ Ökologie/Umwelt fördern, Fähigkeiten wie Beobachtung und Erforschen einüben und Gestaltungs- und Handlungskompetenzen fördern.

Durch die kreativen Aktionen in der Gruppe werden soziale Kompetenzen gefördert und die persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten gestärkt.

Wie nebenbei lernen die Teilnehmer*innen, wie viel Spaß nachhaltiges Leben machen kann und wie wohltuend entschleunigend und gesundheitsfördernd der spielerische Aufenthalt an der frischen Luft für alle ist.

Diese Veranstaltung ist ein Beitrag zu folgenden Nachhaltigkeitszielen:

Die Workshops bauen nicht aufeinander auf. Deswegen sind alle herzlich eingeladen an beliebig vielen Teilen der Workshop-Reihe teil zunehmen.


Unser Projekt ist Teil der BNE-VISION 2030, ein Projekt der Landeshauptstadt München, das Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Landeshauptstadt München strukturell verankern soll.


Text: Alicia Bilang, Ruth Mahla; Bilder: Ruth Mahla